Deutschland

Fridays for Future dreht durch: Künstlerin wird wegen „falscher“ Frisur diskriminiert

Eine Episode erlaubt tiefe Einblicke in die verschwurbelte Ideologie der Fridays for Future-Bewegung.
24.03.2022 17:00
Aktualisiert: 24.03.2022 17:00
Lesezeit: 1 min
Fridays for Future dreht durch: Künstlerin wird wegen „falscher“ Frisur diskriminiert
Luisa Neubauer (3.v.r.), Klimaaktivistin, nimmt mit weiteren Aktivisten an einer Protestaktion von Fridays for Future bei der UN-Klimakonferenz COP26 im Deutschen Pavillon teil. (Foto: dpa) Foto: Christoph Soeder

Die FAZ berichtet:

Da sie Dreadlocks trägt, darf die weiße Musikerin Ronja Maltzahn nach einem Entschluss von Fridays for Future nicht wie zunächst geplant bei einer Demonstration in Hannover auftreten. Die Hannoveraner Ortsgruppe der Klimaschutzbewegung sagte einen Auftritt der Künstlerin an diesem Freitag in der Innenstadt ab, wie die Gruppe am Mittwoch mitteilte.

Die Aktivisten begründeten die Absage mit der Frisur der Sängerin. Dreadlocks seien in den USA ein Widerstandssymbol der Bürgerrechtsbewegung schwarzer Menschen geworden. „Wenn eine weiße Person also Dreadlocks trägt, dann handelt es sich um kulturelle Aneignung, da wir als weiße Menschen uns aufgrund unserer Privilegien nicht mit der Geschichte oder dem kollektiven Trauma der Unterdrückung auseinandersetzen müssen“, schrieben die Klimaschützer.

Zunächst hatte Maltzahn selbst die Absage auf ihren Social-Media-Kanälen öffentlich gemacht. Die Musikerin reagierte betroffen: „Wir hatten uns darauf gefreut ein Zeichen für Frieden und gegen Diskriminierung mit unserer Musik setzen zu dürfen. Schade dass wir aufgrund von äußerlichen Merkmalen davon ausgeschlossen werden.“

Fridays for Future Hannover erklärte zu der Absage, es sei wichtig, Schwarzen, indigenen Menschen und People of Color einen Raum innerhalb der Klimagerechtigkeitsbewegung zu geben. Das Auftreten einer weißen Person mit Dreadlocks könne den Eindruck erwecken, dass es in der Klimaschutzbewegung für diese Menschen keinen geschützten Raum gebe, in dem Diskriminierungen abgebaut würden. „Deshalb haben wir uns dazu entschieden, Ronja Maltzahn abzusagen“, hieß es in der Mitteilung.

Die Aktivisten der Klimaschutzbewegung baten die Musikerin aber auch um Entschuldigung. In einer Chat-Nachricht an Maltzahn hatte die Gruppe der Musikerin die Absage mitgeteilt, gleichzeitig aber gesagt, dass ihr Auftritt möglich sei, wenn sie sich bis Freitag ihre Dreadlocks abschneide.

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