Politik

Komplizin des „Zuhälters der Eliten“ scheitert mit Antrag auf neuen Prozess

Die Ex-Partnerin des gestorbenen „Zuhälters der Eliten“, Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell, ist mit ihrem Antrag auf eine Neuauflage ihres Prozesses gescheitert.
12.04.2022 14:44
Aktualisiert: 12.04.2022 14:44
Lesezeit: 3 min
Komplizin des „Zuhälters der Eliten“ scheitert mit Antrag auf neuen Prozess
Ghislaine Maxwell in Aktion. (Screenshot)

Die Ex-Partnerin des gestorbenen „Zuhälters der Eliten“, Jeffrey Epstein, Ghislaine Maxwell, ist mit ihrem Antrag auf eine Neuauflage ihres Prozesses gescheitert. Richterin Alison Nathan erklärte in New York laut Medienberichten, die falschen Angaben eines Geschworenen in einem Fragebogen hätten nicht zu einem fehlerhaft geführten Prozess geführt. Damit ist der Weg für die Strafmaßverkündung Maxwells am 28. Juni frei. Der 60-Jährigen drohen mehrere Jahrzehnte Haft.

Maxwell war in sechs Punkten angeklagt, unter anderem wegen Menschenhandels mit Minderjährigen zu Missbrauchszwecken. In diesem und vier weiteren Anklagepunkten war sie Ende Dezember schuldig gesprochen worden. Die Britin habe als Helferin ihres Ex-Partners Epstein eine zentrale Rolle beim Aufbau von dessen Ring zum sexuellen Missbrauch junger Mädchen gespielt, entschied die Jury in New York. Nach dem Schuldspruch beantragten ihre Anwälte offiziell eine Neuauflage des Prozesses.

Zuvor hatte ein Geschworener in Interviews angegeben, selbst Opfer sexuellen Missbrauchs gewesen zu sein. In einem Fragebogen, in dem potenzielle Geschworene ausdrücklich gefragt wurden, ob sie sexuellen Missbrauch erlebt haben, hatte er jedoch „nein“ angekreuzt. Maxwells Anwälte argumentierten, hätte der Geschworene die Wahrheit gesagt, „wäre er aus wichtigem Grund abgelehnt und ausgeschlossen worden“.

Richterin Nathan wies Maxwells Behauptung am Freitag zurück, dass diese im Prozess nicht offengelegte Tatsache, sie einer fairen und unparteiischen Jury beraubt habe. Sie wies darauf hin, dass die Hürde für die Aufhebung eines Schuldspruchs hoch sei und „nur unter den außergewöhnlichsten Umständen“ vorkomme.

Epstein filmte Politiker heimlich beim Missbrauch, doch wo sind die Videos?

Aus dem Buch „Ticking Clock: Behind the Scenes at 60 Minutes“ des US-Produzenten Ira Rosen geht hervor, dass Epstein nach Angaben seiner Komplizin Ghislaine Maxwell Bill Clinton und Donald Trump heimlich beim Geschlechtsverkehr aufgenommen haben soll. Rosens Informationen zufolge soll Epstein jeden Prominenten beim Sex mit jungen Mädchen heimlich gefilmt haben. Unklar ist, ob er die Aufnahmen im Auftrag von irgendwelchen Diensten oder Organisationen oder in Eigenregie durchführte.

Rosen enthüllt in dem Buch, das er sich in den ersten Monaten des Jahres 2016 mit Maxwell getroffen hat, als er „ahnte“, dass die Bänder existierten. Es heißt, er habe sie dazu gebracht, zu bestätigen, dass sie existierten. „Ich möchte die Bänder. Ich weiß, dass er [Epstein] alle auf Video aufgenommen hat, und ich möchte die Bänder von Trump mit den Mädchen“, sagte Rosen zu Maxwell. Doch Maxwell wimmelte ihn mit der Begründung ab, dass sie nicht wisse, wo die Bänder seien. Zudem müsste man auch die Bänder von Bill Clinton veröffentlichen, wenn die Bänder von Trump veröffentlichet werden. Doch dem hätte Maxwell offenbar niemals zustimmen können, weil sie als Unterstützerin von Hillary Clinton bekannt ist.

Rosens Vermutungen zufolge soll Epstein die betroffenen Mitglieder der US-Eliten erpresst haben, damit diese in seine Projekte investieren, berichtet der „New Zealand Herald“. Rosen erwähnt auch in seinem Buch, dass er Maxwell 2014 auf einer Buchparty in New York begegnet ist, wo sie sich ihm näherte und um eine Heimfahrt bat. „Dort angekommen drehte sie sich mit einem Angebot auf dem Vordersitz zu mir um. Sie sagte: ,Wenn Sie hereinkommen und mich ficken, werde ich Ihnen die Geheimnisse meines Vaters erzählen‘“, schreibt Rosen.

Ihr Vater Robert Maxwell war ein britischer Zeitungstycoon, der 1991 auf seiner Yacht auf den Kanarischen Inseln unter mysteriösen Umständen starb. „Ich war fassungslos und sprachlos, meine Gedanken rasten. Ich wollte nicht mit ihr schlafen, aber der Reporter in mir fragte sich immer noch, ob ihre Informationen ein gutes 60-Minuten-Stück ergeben würden“, fügte er hinzu. Rosen soll ihr geantwortet haben: „Was für ein tolles Angebot, aber ich habe meinen Hund allein zu Hause gelassen und muss wirklich zu ihr zurück“. Sie soll gelächelt und anschließend gegangen sein.

„WNM.de“ hatte zuvor berichtet: „Ein Freund von Epstein und Maxwell behauptete gegenüber der Daily Mail, dass sie die Videos als ,Versicherung, um sich selbst zu retten‘ aufbewahrt habe. In erster Linie sind die jungen Mädchen und Frauen zu sehen, die Ghislane Maxwell und Jeffrey Epstein gemeinsam zum Sex zwangen. Es soll tausende und abertausende von Fotografien und Videos geben, die die heute erwachsenen Frauen in den schlimmsten Momenten ihres damals so jungen Lebens zeigen.“

Der „New Zealand Herald“ hatte zuvor ausgeführt: „Der Pädophile Jeffrey Epstein und seine Ex-Geliebte Ghislaine Maxwell haben Videobänder von mächtigen Leuten aufgenommen, darunter US-Spitzenpolitiker, die Sex mit minderjährigen Mädchen haben.“

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