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Deutsche Exporteure in Sorge wegen Inflation, fordern stabilen Euro

Lesezeit: 1 min
19.05.2022 09:40  Aktualisiert: 19.05.2022 09:40
Die deutsche Exportwirtschaft blickt mit Sorge auf den deutlichen Wertverlust des Euro in diesem Jahr. Die EZB müsse ihren Leitzins erhöhen.
Deutsche Exporteure in Sorge wegen Inflation, fordern stabilen Euro
Für deutsche Exporteure wäre ein stabiler Euro derzeit das Wichtigste. Dies würde höhere Zinsen erfordern. (Foto: dpa)
Foto: Fabian Sommer

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Die deutsche Exportwirtschaft blickt mit Sorge auf den deutlichen Wertverlust des Euro in diesem Jahr. "Ich bin der Überzeugung, dass ein stabiler und verlässlicher Wechselkurs gesamtwirtschaftlich am meisten nutzt", sagte am Donnerstag der Präsident des Bundesverband Großhandel, Außenhandel, Dienstleistungen (BGA), Dirk Jandura.

Die Gemeinschaftswährung steht seit Wochen unter Abwertungsdruck zum Dollar, weil die US-Notenbank im Gegensatz zur Europäischen Zentralbank (EZB) wegen der hohen Inflation mit Zinserhöhungen begonnen hat. Die Gemeinschaftswährung sank zeitweise auf rund 1,04 Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit rund fünf Jahren.

"Die EZB muss ihren Leitzins erhöhen", forderte Jandura. Das sei die zwingende Konsequenz, nachdem die US-Notenbank dies bereits getan habe und damit den Dollar stärkte. EZB-Präsidentin Christine Lagarde müsse nun ihren vollmundigen Ankündigungen endlich Taten folgen lassen. "Das würde den Euro wieder festigen", sagte Jandura. Bislang hat die EZB signalisiert, frühestens im Juli aus ihrer Nullzinspolitik auszusteigen.

Gewinne der Euro gegenüber dem Dollar an Wert, stärke dies die Wettbewerbsfähigkeit von Gütern und Technologien "Made in Germany". "Unsere Volkswirtschaft ist zwar stark exportorientiert, zugleich aber auch ein großer Importeur von Rohstoffen und Gütern", sagte der BGA-Präsident. Ein schwächerer Euro macht Einfuhren tendenziell teurer, Exporte in anderen Währungsräumen dagegen preislich attraktiver. Im vergangenen Jahr wurden Güter und Dienstleistungen mit einem Wert von 1376 Milliarden Euro exportiert, zugleich aber im Wert von 1206 Milliarden Euro importiert.

Der schwache Euro schiebt die ohnehin hohen Energiepreise zusätzlich an, die die Inflationsrate in Deutschland zuletzt mit 7,4 Prozent auf den höchsten Stand seit 1981 getrieben haben. Durch Zinserhöhungen der EZB könnten sie in Deutschland um bis zu vier Prozent fallen, geht aus der Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) hervor. Grund dafür ist die durch steigende Zinsen erwartete Euro-Aufwertung. Dadurch würden die Preise für in Dollar gehandelte Ölprodukte reduziert.


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