Politik

Habeck in Davos: Ungarn soll sich bei Öl-Embargo nicht zurücklehnen

"Wir sehen das Schlechteste von Europa", schmähte Habeck in einer Diskussionsrunde beim Weltwirtschaftsforum in Davos.
23.05.2022 12:05
Aktualisiert: 23.05.2022 12:05
Lesezeit: 1 min
Habeck in Davos: Ungarn soll sich bei Öl-Embargo nicht zurücklehnen
Einige Staaten verhinderten Solidarität in der EU, sagte der Grünen-Politiker am Montag beim Weltwirtschaftsforum in Davos. (Foto: dpa)

Vor dem Weltwirtschaftsforum in Davos hat sich Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck für ein von der Europäischen Union gemeinsam getragenes Öl-Embargo gegen Russland ausgesprochen. Die Verhandlungsführung müsse von der Europäischen Kommission aus gesteuert werden, sagte der Grünen-Politiker am Montag im Deutschlandfunk. Er sprach von einer konzertierten Aktion, bei der die Europäische Union vorangehen müsse.

"Es hilft jetzt nicht, wenn alle Länder anfangen ihr eigenes Ding zu drehen. Europas Stärke war jetzt gerade in dieser Phase, dass es zusammengestanden hat, zusammensteht", sagte Habeck. Das schließe auch die manchmal schwierigen Partnerländer ein, in diesem Fall etwa Ungarn. Er zeigte sich zuversichtlich, dass die EU eine gemeinsame Linie finden werde. Habeck räumte allerdings ein, dass er enttäuscht sei, dass die Einführung des Öl-Embargos so lange dauere.

"Wir sehen das Schlechteste von Europa"

"Wir sehen das Schlechteste von Europa", sagte Habeck später in einer Diskussionsrunde beim Weltwirtschaftsforum. Einige Staaten blockierten ein Embargo, wie das zuvor auch in anderen Bereichen geschehen sei. Zugleich gelte es zu beachten, dass nicht jedes Land in der gleichen Situation sei. Dennoch erwarte er von allen, auch Ungarn, dass sie an einer Lösung arbeiteten und nicht einfach eine Ausnahme beriefen, sich zurücklehnten und auf ihre Partnerschaft mit dem russischen Präsidenten Wladimir Putin setzten.

Er könne sich Sonderlösungen für Ungarn und vielleicht andere Länder vorstellen, sagte Habeck. Diese müssten aber zu einer gemeinsamen Antwort führen. Das Beste, was in den vergangenen drei Monaten geschehen sei, sei die gemeinsame Antwort vieler Staaten auf die russische Aggression und die Verletzung internationalen Rechts gewesen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Neue deutsch emiratische Investitionen stärken Dubais Standortrolle

Die Zeiten, in denen eine Firma vor allem am eigenen Standort und nur begrenzt darüber hinaus florieren wollte, sind vorbei. Heute sind...

DWN
Politik
Politik Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern: Knappe Rennen setzen CDU unter Druck
18.09.2026

Kurz vor den Wahlen in Berlin und Mecklenburg-Vorpommern spitzt sich der Kampf um die Spitzenplätze zu. Während in beiden Bundesländern...

DWN
Immobilien
Immobilien Lohnen sich Immobilien noch als Altersvorsorge?
18.09.2026

Lange galten Immobilien eine "sichere Bank" im Sinne der Altersvorsorge. Doch stimmt das 2026 immer noch? Hohe Baukreditzinsen,...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 43: Die Woche im Rückblick – KW 38
18.09.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Aktie fliegt aus EuroStoxx 50: Was das für Volkswagen bedeutet
18.09.2026

Volkswagen verliert seinen Platz in einem der wichtigsten europäischen Aktienindizes. Die VW-Aktie scheidet aus dem EuroStoxx 50 aus –...

DWN
Politik
Politik Chinas Ölimporte: Wie Peking den Ölpreisschock verhindert
18.09.2026

China gilt als größter Ölimporteur der Welt und ausgerechnet Peking hat zuletzt einen noch heftigeren Preisschock verhindert. Sinkende...

DWN
Politik
Politik Neue Ära für die Luftwaffe: Deutschland erhält erste F-35
18.09.2026

Deutschland erhält den ersten von insgesamt 35 bestellten Kampfjets vom Typ F-35A. Mit Tarnkappentechnik, moderner Sensorik und der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft: Industrie hebt Wachstumsprognose deutlich an
18.09.2026

Die Hoffnungen auf eine wirtschaftliche Erholung in Deutschland wachsen. Der BDI hebt seine Prognose für 2026 deutlich an, warnt zugleich...

DWN
Immobilien
Immobilien Wohnungsbau in Deutschland: Baugenehmigungen legen weiter zu
18.09.2026

Beim Wohnungsbau gibt es neue Anzeichen für eine Erholung. Seit Jahresbeginn werden deutlich mehr Wohnungen genehmigt, doch für Bauherren...