Deutschland

Bauern stöhnen unter der großen Hitze: Regionale Ernteausfälle in Deutschland

Die Hitzewelle zwingt Bauern in mehreren Regionen Deutschlands zu einer Not-Ernte ihres Getreides
04.07.2022 12:00
Lesezeit: 1 min

Bauern unter Zugzwang: Vor allem der Osten Deutschlands und auch Teile Niedersachsens leiden unter der derzeitigen Dürre. So mussten Landwirte in Teilen Mecklenburg-Vorpommerns bereits im Juni mit der Not-Ernte der Wintergerste beginnen. Der Grund: zu wenig Wasser und zu viel Hitze. Die Wintergerste wird normalerweise im September ausgesät und im Juli und August geerntet.

Der Bauernverband Mecklenburg-Vorpommern rechnet mit Ernteausfällen von 20 bis 40 Prozent. Aber auch in einigen Regionen Brandenburgs, Thüringens und Sachsens sieht es nicht anders aus. Und sollte die Hitzewelle weiter anhalten, bestehe die Gefahr, dass auch beim Winterweizen Ertragsverluste von bis zu 25 Prozent und große Qualitätsverluste auftreten.

Deutschlandweit prognostiziert der Deutsche Bauernverband einen Ertrag von Wintergerste von 68,9 Dezitonne pro Hektar. Eine Dezitonne entspricht 100 Kilogramm. Damit wäre der Flächenertrag um vier Prozent geringer als noch im vergangenen Jahr. Das gleiche Bild zeichnet sich bei der Ernte von Wintergerste und Winterweizen ab.

Bei der Wintergerste wird ein Ertragsverlust von bis zu drei Prozent geschätzt, beim Winzerweizen wird rund fünf Prozent weniger Ernte als im Vorjahr erwartet.

Über alle Getreide-Arten hinweg rechnet der Bauernbund mit einem Ertragsverlust von drei Prozent im Vergleich zum Vorjahr und mit fast sieben Prozent weniger als im sechsjährigen Schnitt.

Aber Sorge macht den Landwirten nicht nur die Getreideernte von Wintergerste und Winterweizen. Im schlimmsten aller Fälle bleibt den Bauern nichts anderes übrig, als das Getreide zu häckseln und es an Biogasanlagen zu verkaufen. Auch der Kartoffelanbau, das Gemüse und das Obst leiden unter der Trockenheit. Sollte es im Juli und August nicht regnen, bleiben auch hier die Früchte klein und die Ernte wird geringer ausfallen.

Bereits vor einem Jahr war vor allem der gesamte Osten Deutschlands von einer massiven Trockenheit der Gesamtböden heimgesucht worden, der Rest des Landes war hingegen mit mehr Wasser gesegnet als in diesem Jahr.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Volkswagen Rüstungsindustrie: Warum der Autobauer auf Waffen setzt
31.03.2026

Volkswagen steht vor einem historischen Kurswechsel und prüft den Einstieg in die Rüstungsproduktion. Was als Rettung für Arbeitsplätze...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Syrische Fachkräfte: Stütze für den deutschen Arbeitsmarkt
31.03.2026

Syrer sind für Deutschland zum unverzichtbaren Wirtschaftsfaktor geworden. Laut Bundesagentur für Arbeit leisten bereits 320.000 syrische...

DWN
Panorama
Panorama Sparsames Osterfest: Fast jeder Zweite plant geringere Ausgaben
31.03.2026

Die Kauflaune der Deutschen erfährt zum Osterfest einen deutlichen Dämpfer. Laut einer aktuellen YouGov-Umfrage plant mit 40 Prozent ein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft US-Börsen geraten unter Druck: Welche Chancen Anleger jetzt nutzen können
31.03.2026

Geopolitische Spannungen belasten die US-Börsen und verschieben die Kräfteverhältnisse an den Finanzmärkten spürbar. Welche Dynamiken...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Ostdeutsche Wirtschaft tritt auf die Bremse: Geschäftsklima sinkt erneut
31.03.2026

Die konjunkturelle Stimmung in Ostdeutschland hat sich im März leicht eingetrübt. Laut aktuellen Daten des Ifo-Instituts Dresden sank der...

DWN
Politik
Politik Ost-West-Pipeline gewinnt an Bedeutung: Saudi-Arabien umgeht Straße von Hormus
31.03.2026

Saudi-Arabien erhöht mit der Ost-West-Pipeline seine Exportkapazität und umgeht damit gezielt die Straße von Hormus als geopolitisches...

DWN
Finanzen
Finanzen Schuldenberg wächst: Bundeshaushalt verzeichnet Rekordplus an Krediten
31.03.2026

Deutschlands Staatsschulden sind im Jahr 2025 massiv um 144 Milliarden Euro angestiegen. Wie die Bundesbank mitteilt, ist dieser Zuwachs...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energie-Garantie für den Osten: PCK Schwedt bleibt Brandenburgs industrielles Herz
31.03.2026

Die Zukunft der PCK-Raffinerie in Schwedt ist laut der Ostbeauftragten Elisabeth Kaiser vorerst gesichert. Nach dem Verzicht auf russisches...