Unternehmen

Also doch: Fusion zwischen deutschen Hafenbetreibern ist geplatzt

Die seit September 2017 andauernden Gespräche über eine Fusion der zwei Hafen-Logistik-Unternehmen HHLA und Eurogate wurden jetzt endgültig beendet.
05.07.2022 14:30
Lesezeit: 1 min

Die bereits im September 2017 von Angela Titzrath, Vorstandsvorsitzende der "Hamburger Hafen und Logistik AG" (HHLA), ins Gespräch gebrachte Fusion zwischen der HHLA und dem Bremer Hafenbetreiber "Eurogate" ist vorerst geplatzt.

Die DNW berichtete bereits am 13. Mai dieses Jahres darüber, allerdings kamen in Folge des Berichts harsche Dementi aus der Hamburger Firmenzentrale. Jetzt, im Abstand von acht Wochen berichtet heute die Bild Zeitung, dass sich HHLA- Chefin Titzrath und Eurogate-Boss Thomas Eckelmann nicht auf eine Fusion der beiden Unternehmen einigen konnten. Auch soll es keinen Termin für die Wiederaufnahme von Gesprächen geben.

Dabei wollte Eckelmann das neue Unternehmen als Kommanditgesellschaft (KG) aufstellen. Dagegen sprach sich allerdings die HHLA aus, weil das die Arbeitnehmerbeteiligung beeinträchtigen würde. Auf der anderen Seite hätte eine KG für Eurogate-Chef den Vorteil gehabt – immer laut Bild Zeitung - seine Hälfte künftig an einen Investor weiterzuverkaufen, ohne der HHLA ein Vorkaufsrecht einräumen zu müssen.

Standortschaden für Deutschland

Der Leidtragende der geplatzten Fusion ist der maritime Standort Deutschland. Denn mit einer Fusion hätte man gemäß den Vorteilen der jeweiligen Häfen nach Absprache etwa Großschiffe in Wilhelmshaven abfertigen können, in Bremerhaven Stückgut und Autos, und Hamburg zusammen als einen universellen Industriehafen nutzen können.

Die börsennotierte HHLA ist ein führender europäischer Hafen- und Transportlogistik-Konzern. Das Kerngeschäft sind der Containerumschlag in Seehäfen sowie Containertransporte zwischen Häfen und dem deutschen und europäischen Binnenland. Das Unternehmen beschäftigt weltweit insgesamt 6.444 Mitarbeiter, hat jährlich einen Containerumschlag von 6,9 Millionen Containern (TEU) und ein jährliches Transportvolumen von 1,7 Millionen TEU. Die HHLA-Aktien werden an der Börse gehandelt, befinden sich zu einem großen Teil allerdings im Besitz der Stadt Hamburg. Im Jahr 2021 erzielte die HHLA einen Umsatz von knapp 1,5 Milliarden Euro.

Das Bremer Unternehmen Eurogate hingegen kommt in den drei deutschen Häfen Hamburg, Wilhelmshaven und Bremerhaven auf einen jährlichen Containerumschlag von rund 7,9 Millionen und beschäftigt deutschlandweit 4.583 Mitarbeiter. Es befindet sich in Familienbesitz und erzielt einen Umsatz von rund 600 Millionen Euro im Jahr.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

 

DWN
Technologie
Technologie Elektromobilität: Wo Elektroautos besonders boomen
19.10.2026

Förderung, breitere Auswahl und die hohen Spritpreise treiben die Elektroautoneuzulassungen in Deutschland. In zwei Bundesländern fährt...

DWN
Politik
Politik Midterms: Trump geht auf Putin zu - Verständigung trotz Ukraine-Krieg
19.10.2026

Trump ist Selenskyj schon oft in den Rücken gefallen, in seinem aktuellen Kurs sehen einige Experten eine neue Qualität. Gibt der...

DWN
Politik
Politik Experte: Trumps neue Grönland-Ankündigung dreht sich um etwas ganz anderes
19.10.2026

Donald Trump kündigt eine großangelegte Suche nach Öl, Gas und kritischen Mineralien in Grönland an. Doch zwei Experten bezweifeln,...

DWN
Politik
Politik Heil statt Klingbeil? Ex-Arbeitsminister schließt Kandidatur für SPD-Vorsitz nicht aus
18.10.2026

Bekommt Lars Klingbeil jetzt Konkurrenz? Ex-Arbeitsminister Hubertus Heil bekommt nach eigenen Worten aus der SPD viele Ermutigungen, für...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche in der Dauerkrise: Immer mehr Ausfälle aufgrund psychischer Erkrankungen
18.10.2026

Die Krisen der vergangenen Jahre hinterlassen Spuren in der Psyche vieler Menschen und am Arbeitsmarkt: Immer mehr Arbeitnehmer fallen...

DWN
Finanzen
Finanzen Wölfe der Wall Street: Generationenkaufgelegenheit? Weniger Technologie, mehr Gesundheit
18.10.2026

Der S&P 500 verzeichnet zwar ein Plus von zwölf Prozent, doch unter der Oberfläche zeichnet sich ein weitaus schwächeres Bild ab....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Methanemissionen: Energiepreise – EU-Kommission will Klimaregeln verschieben
18.10.2026

In Brüssel werden Mittel gegen die ausufernden Energiepreise gesucht. Einen Weg sieht die Kommission darin, bestimmte Klimaregeln später...

DWN
Finanzen
Finanzen Kaffeepreis: Warum die billigste Bohne am Ende die teuerste ist
18.10.2026

Kaffee wird immer teurer. Doch wer jetzt zu günstigen Bohnen greift, könnte die nächste Preisexplosion selbst befeuern. Klimawandel,...