Unternehmen

Conrad: Der Elektronik-Händler gibt seine Filialen auf

Mit der Aufgabe der Conrad-Filialen verlieren die deutschen Innenstädte einen attraktiven Anbieter im Bereich Elektronik
15.07.2022 12:14
Lesezeit: 1 min

Ein großer Händler weniger in deutschen Innenstädten: Das deutsche Familienunternehmen im Elektronik-Versandhandel mit Hauptsitz im bayrischen Hirschau will noch in diesem Jahr nahezu alle Filialen schließen.

Der Grund liegt auf der Hand: Da aufgrund von Corona immer mehr Privatkunden ihre Geschäfte online abschließen, statt in die Filialen zu gehen, ändert das Unternehmen seinen Fokus und schließt bis auf eine Conrad-Filiale in Deutschland und Österreich alle Standorte.

Statt auf das Privatkundengeschäft will sich Conrad Electronic künftig auf seine B2B konzentrieren. Mit B2B bezeichnet man Geschäftsbeziehungen zwischen verschiedenen Unternehmen.

Bereits im April dieses Jahres kündigte Conrad Electronic in einer Mitteilung an, dass man in Deutschland bis auf einen Standort alle Filialen schließen werde. Nur das Geschäft in Wernberg-Köblitz bleibt weiterhin geöffnet. Dasselbe in Österreich: Dort werden bis auf die Filiale in Linz ebenfalls alle Filialen geschlossen.

Von der Schließung der Filialen sind nicht nur Kunden, sondern auch zahlreiche Mitarbeiter in beiden Ländern betroffen. Conrad Electronic ist mit ihnen bereits in Kontakt getreten und bietet an, sich auf offene Stellen innerhalb der Unternehmens-Gruppe zu bewerben. Alle betroffenen Mitarbeiten lassen sich dadurch aber sicherlich nicht halten.

„Natürlich fällt uns dieser Schritt sehr schwer“, so Ralf Bühler, CEO von Conrad Electronic SE. „Wir haben unsere Beschäftigten daher frühzeitig informiert und sind in Gesprächen, um sozialverträgliche Regelungen zu finden und unserer sozialen Verantwortung gerecht zu werden.“

Das im Einzel- und Versandhandel tätige Unternehmen Conrad Electronics beschäftigt rund 1.400 Mitarbeiter und erwirtschaftete vor der Corona-Pandemie im Jahr 2019 einen Umsatz von rund 946 Millionen Euro.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

DWN
Technologie
Technologie Deutschland fördert Chipfabriken mit 659 Millionen Euro
14.07.2026

Die EU genehmigt Deutschland milliardenschwere Hilfen für den Ausbau der Halbleiterindustrie. Vier Unternehmen erhalten insgesamt 659...

DWN
Technologie
Technologie Fabrik der Zukunft: Die vollautomatische Produktion ist ein Irrweg
14.07.2026

Die vollständig menschenleere Fabrik galt lange als Ideal der Industrie. Doch ausgerechnet leistungsfähigere KI-Systeme machen...

DWN
Finanzen
Finanzen IBM-Aktie verliert massiv: Quartalszahlen schocken Anleger
14.07.2026

Die IBM-Aktie verliert massiv an Wert, nachdem der IT-Konzern mit seinen Quartalszahlen die Erwartungen der Anleger verfehlt hat. Ein...

DWN
Politik
Politik Kreml kritisiert Merz für geplante Sicherheitsgarantien an Kiew
14.07.2026

Der Streit um die künftige Absicherung der Ukraine verschärft sich: Der Kreml attackiert Friedrich Merz, während Bulgarien überraschend...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Einzelhandel rutscht tiefer in die Krise
14.07.2026

Die Kaufzurückhaltung der Verbraucher trifft den deutschen Einzelhandel härter als noch vor einem Jahr. Eine neue HDE-Umfrage zeigt, wie...

DWN
Finanzen
Finanzen Fluggastrechtereform: Das ändert sich für Millionen Reisende
14.07.2026

Wer innerhalb Europas fliegt, muss sich auf neue Regeln einstellen. Die geplante Reform verspricht mehr Transparenz und zusätzliche Rechte...

DWN
Politik
Politik Russische Wirtschaft: Das System steht vor der Zerreißprobe
14.07.2026

Russlands Wirtschaft wächst trotz Krieg und Sanktionen, behauptet die staatliche Statistik. Ein schwedischer Geheimdienst kommt zu einem...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft China überrollt Deutschland mit Exporten
14.07.2026

China liefert immer mehr Waren nach Deutschland, während deutsche Exporte kaum noch mithalten. Neue Zolldaten zeigen, wie sich das...