Deutschland

Energie-Krise: Deutsche kaufen massenhaft Elektroheizungen

Laut einer Umfrage hat bereits jeder zehnte Deutsche eine Elektroheizung gekauft, um sich mit einer Strom-Alternative gegen die Gasknappheit abzusichern.
06.08.2022 11:05
Aktualisiert: 06.08.2022 11:05
Lesezeit: 1 min

Vor dem Hintergrund des Ukraine-Kriegs und einer drohenden Gasknappheit setzen viele Bundesbürger zum Heizen auf Strom als Alternative.

In einer Umfrage des Vergleichsportals Verivox gaben zehn Prozent der Befragten an, sich in den vergangenen sechs Monaten eine Elektroheizung gekauft zu haben, also einen Heizlüfter, Heizstrahler oder einen Radiator. 11 Prozent planen, dies zu tun, und 19 Prozent denken darüber nach.

Die Umfrage fand nicht nur unter Gaskunden statt, sondern sie war repräsentativ für die Bevölkerung im Alter von 18 bis 69 Jahren. Die Zahlen sind hoch, auch weil nur etwa die Hälfte der deutschen Haushalte mit Gas heizt. Ein Viertel tut dies mit Öl und der Rest zum Beispiel mit Fernwärme.

Grund für die Elektro-Käufe war der Umfrage zufolge vor allem die Sorge, den eigenen Heizbedarf im kommenden Winter nicht decken zu können.

Verivox-Energieexperte Thorsten Storck wies darauf hin, dass solche Sorgen unbegründet seien. «Selbst wenn Russland die Gaslieferungen vollständig einstellt, bleiben die Heizkörper zuhause warm.» Haushalte gehörten zu den gesetzlich geschützten Kunden, die auch dann mit Gas beliefert würden, wenn die Gasversorgung stark eingeschränkt wäre.

Der Boom bei den Elektro-Heizungen löst Bedenken aus.

So hatten der Elektrotechnik-Verband VDE und der Gaswirtschaftsverband DVGW unlängst darauf hingewiesen, dass der massenhafte Einsatz von Heizlüftern zu einer Überlastungssituation führen und einen Stromausfall verursachen könnten. Sinnvoller sei die maßvolle Nutzung von Gasheizungen und die Steigerung von deren Effizienz.

Mobile elektrische Direktheizungen lohnten sich für Räume, die nur kurz und sporadisch erwärmt werden sollen, sagt Verivox-Fachmann Storck. «Für eine ganze Wohnung sollten sie nicht eingesetzt werden.»

In der Umfrage ging ein Viertel der Befragten davon aus, dass eine elektrische Heizung wegen gestiegener Energiekosten günstiger sei als eine Gasheizung. Andere Befragte schätzten, dass die Kosten etwa gleich hoch seien. Beide lägen falsch, sagte Storck. «Elektrische Direktheizgeräte verursachen deutlich höhere Kosten als eine Gasheizung.» Im August habe der Preis für eine Kilowattstunde Strom im bundesweiten Schnitt bei 42 Cent gelegen und für Gas bei rund 18 Cent. Der Preisunterschied sei also nach wie vor groß. (dpa)

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