Technologie

Halbleiter: Mediziner schlagen Alarm

Aufgrund der anhaltenden globalen Halbleiter-Knappheit fürchtet die Medizin-Technik-Branche um eine ausreichende Versorgung mit Halbleitern.
22.08.2022 14:55
Aktualisiert: 22.08.2022 14:55
Lesezeit: 1 min
Halbleiter: Mediziner schlagen Alarm
Die Medizin-Technik-Branche schlägt Alarm. Sie hat Angst vor einer dauerhaften Unterversorgung mit Halbleitern. (Foto: dpa) Foto: Friso Gentsch

Angst vor einer dauerhaften Unterversorgung: Aufgrund der anhaltenden globalen Halbleiter-Knappheit fürchtet der Medizintechniksektor um eine ausreichende Versorgung mit Halbleitern und stellt eine Priorisierung in den Raum, um einen zufriedenstellenden Bestand für die Branche zu gewährleisten.

Dazu ist ein Positionspapier von MedTech Europe zum Thema „Globale Halbleiterknappheit - Notwendigkeit der Priorisierung“ erschienen. MedTech Europe ist der europäische Handelsverband, der Medizintechnikbranche und vertritt die Hersteller von Medizinprodukten in Europa.

In dem Papier spricht sich die Medtech-Branche neben einer vorrangigen Zuteilung von Halbleitern für den Gesundheitssektor für mehr Transparenz bei der Zuteilung und für mehr Flexibilität bei den Regularien aus, um unterschiedliche Halbleitertypen im Rahmen der Medical Device Regulation (MDR) zügig einzubeziehen.

Anreize zur Produktionssteigerung

MedTech Europe plädiert zudem für stärkere Anreize zur Steigerung der weltweiten Produktion verschiedener Halbleitertypen und zur Erleichterung der Bemühungen der Endnutzer, medizinische Technologien so umzugestalten, dass sie neuere Generationen von Halbleitern verwenden können.

Halbleiter sind ein wesentlicher Bestandteil aller elektronischen Medizinprodukte sowie der Produktions- und Zulieferer-Prozesse. Die Verfügbarkeit von Halbleitern ist für praktisch alle Krankheits- und Behandlungsbereiche im Gesundheitssystem wichtig.

Häufig werden bewährte Halbleiter der zweiten oder dritten Generation verwendet, die in der Regel als Teil von vormontierten elektronischen Bauteilen oder elektronischen Leiterplatten geliefert werden. Diese Komponenten werden dann in medizintechnische Produkte integriert, beispielsweise in Infusionspumpen, Implantaten, Beatmungs- und Überwachungsgeräten oder der Bildgebung.

Die MedTech-Branche benötigt aktuell rund ein Prozent des weltweiten Halbleiterangebots. Trotz dieser geringen Menge drohe eine dauerhafte Unterversorgung. „Wir brauchen eine Priorisierung, um die medizintechnische Versorgung zu gewährleisten“, sagt Dr. Marc-Pierre Möll, Geschäftsführer und Vorstandsmitglied des Bundesverbandes Medizintechnologie (BVMed) in Deutschland. (ps)

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