Politik

Klitschko will Präsident der Ukraine werden

Lesezeit: 1 min
25.02.2014 19:21
Vitali Klitschko hat angekündigt, bei den Präsidentschaftswahlen zu kandidieren. Die Ukraine benötigt dringend Gelder in Milliardenhöhe, um den Staatsbankrott abzuwenden. Die EU und der IWF knüpfen Kredite jedoch an wirtschaftliche Reformen.

Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Bildung einer Übergangsregierung in der Ukraine ist noch nicht abgeschlossen. Die ursprünglich für Dienstag geplante Wahl wurde auf Donnerstag verschoben. Übergangspräsident Turtschinow begründete dies damit, dass noch weitere Beratungen nötig seien.

Bislang gibt es noch keinen offiziellen Kandidaten für den Posten des Ministerpräsidenten. Der ehemalige Profiboxer Vitali Klitschko bekräftigte, er werde bei der Präsidentenwahl am 25. Mai antreten. Viele rechnen damit, dass auch die ehemalige Regierungschefin Julia Timoschenko antritt, die wie Klitschko für einen pro-europäischen Kurs steht. Klitschko gilt als Kandidat der EU, doch die Amerikaner lehnen ihn wegen seiner Unerfahrenheit als neuen Präsidenten ab (mehr hier).

Nach dem Umsturz in der Ukraine kämpft das Land gegen ein Auseinanderbrechen und eine drohende Staatspleite. Übergangspräsident Olexander Turtschinow warnte am Dienstag vor gefährlichen separatistischen Tendenzen. Er habe die Lage bereits mit den Chefs der Sicherheitsbehörden erörtert. Die Regierung in Moskau äußerte sich derweil besorgt über die Sicherheit der russischen Staatsbürger in der Ukraine.

Die Ukraine benötigt kurzfristig mehrere Milliarden Dollar, um seine Auslandsschulden bedienen zu können. Die EU-Außenbeauftragte Catherine Ashton kündigte in Kiew Hilfen für die neue Führung an. In Kiew forderte Ashton zudem Wirtschaftsreformen für das vom Staatsbankrott bedrohte Land.

Währungskommissar Olli Rehn sprach sich für eine Geberkonferenz der EU-Länder aus, um Hilfen für die Ukraine zu sammeln. Das Land hat um eine Kapitalspritze in Höhe von 35 Milliarden Dollar gebeten, um 2014 und 2015 finanziell bestehen zu können. Russland hat Geldspritzen wegen der Unruhen in der Ukraine auf Eis gelegt.

Ashton erklärte, der Internationale Währungsfonds (IWF) werde eine eigene Bewertung der Lage vornehmen. Der IWF knüpft seine Hilfen an Reformen, die häufig in den Empfängerländern wegen schmerzhafter Auflagen auf massive Kritik stoßen. Bundesaußenminister Frank-Walter Steinmeier reist am Donnerstag nach Washington und will dort unter anderem mit IWF-Vertretern über Ukraine-Hilfen sprechen.

Die Ukraine dürfe nicht zu einer Entscheidung über engere Bindungen an den Westen oder den Osten gezwungen werden, warnte der russische Außenminister Sergej Lawrow in Moskau. „Es ist gefährlich und kontraproduktiv zu versuchen, die Ukraine zu einer Entscheidung zu zwingen nach dem Motto: Entweder bist Du für uns oder gegen uns“, sagte Lawrow.

Inhalt wird nicht angezeigt, da Sie keine externen Cookies akzeptiert haben. Ändern..



DWN
Deutschland
Deutschland Brandbrief an Merkel: Deutschland spielt mit dem Verlust seiner mittelständischen Basis

Vertreter des Mittelstands warnen in einem Brandbrief an Bundeskanzlerin Merkel vor einer mutwilligen Zerstörung der wirtschaftlichen...

DWN
Politik
Politik 2021: Jahr der Wahlen - oder der Wählertäuschungen?

2021 ist das Jahr der großen Wahlen. Doch eigentlich ist es egal, für wen sich die Wähler entscheiden, schreibt DWN-Gastautor Henrik...

DWN
Deutschland
Deutschland Flugsicherung läuft gegen geplante Abtretung von Teilen des deutschen Luftraums Sturm

Die Deutsche Flugsicherung sowie die Gewerkschaft der Flugsicherung laufen gegen Pläne der Beratungsgesellschaft Deloitte Sturm.

DWN
Politik
Politik Jens Spahn: Ein Mann und seine Abenteuer

Die bisherige Karriere von Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn ist aufregend verlaufen. Die DWN zeichnen die wichtigsten Stationen...

DWN
Politik
Politik Corona-Überraschung: Funktionär der Kommunistischen Partei China ist Mitglied der Leopoldina

Ein Top-Mitglied der Kommunistischen Partei Chinas ist seit Juli 2020 auch Mitglied der Leopoldina, die die Bundesregierung in der...

DWN
Finanzen
Finanzen Höhere Inflation im Anmarsch - ein gutes Omen für Gold

Während viele andere Geldanlagen zuletzt starke Gewinne verzeichneten, zeigte Gold eine auffällige Schwäche. Doch dies dürfte sich nun...

DWN
Politik
Politik Russen glauben mehrheitlich, das Corona-Virus sei eine von Menschen geschaffene Biowaffe

Eine repräsentative Umfrage hat ergeben, dass zwei Drittel der Russen glauben, das Virus sei eine Biowaffe, und zwei Drittel sich nicht...

DWN
Finanzen
Finanzen Bremer Greensill-Bank in Schieflage, Bafin schickt Sonderbeauftragten

Die Bremer Greensill-Bank ist in Turbulenzen geraten. Das Geldhaus gehört zu einem britisch-australischen Konzern, der seinerseits derzeit...