Politik

Verschollene Malaysia-Air: Plötzlich eine Spur in den Iran?

Lesezeit: 1 min
10.03.2014 15:29
Ein Iraner soll in Thailand die Flugtickets für jene zwei Passagiere besorgt haben, die mit gestohlenen Pässen unterwegs waren, so die Besitzerin des Reisebüros. Die zwei wollten nach Europa, ihr Ziel war Amsterdam. Einer ist bereits identifiziert, doch die Behörden wollen sich noch nicht zu seiner Identität äußern.
Verschollene Malaysia-Air: Plötzlich eine Spur in den Iran?

Mehr zum Thema:  
Benachrichtigung über neue Artikel:  

Die Zeitung The Star aus Malaysia berichtet, dass die Identität eines der beiden Passagiere identifiziert sei, die mit falschen Pässen an Bord gegangen seien. Der Mann sei keine Chinese und stamme auch nicht aus Malaysia, sagten die Behörden. Mehr wollten sie jedoch noch nicht preisgeben.

Ein iranischer Kontakt soll in einem thailändischen Reisebüro die Tickets für die beiden Männer gebucht haben. Die zwei flogen mit der nun verschollenen MH370 mit gestohlenen Pässen aus Italien und Österreich. MH370 sollte von Kuala Lumpur nach Peking fliegen, wo die Maschine aber nie ankam. Die beiden Männer hatten allerdings gemeinsame Tickets für einen Anschlussflug von Peking nach Amsterdam. Von dort sollte einer nach Kopenhagen und einer nach Frankfurt fliegen.

Benjaporn Krutnait, Besitzerin des Grand Horizon Reisebüro in Pattaya (Thailand), sagte, der iranische Kontakt sei ein langfristiger Geschäftskunde gewesen. Sie kannte ihn als Mr. Ali. Er fragte zunächst nach zwei günstigen Tickets nach Europa für den 1. März. Das Reisebüro reservierte für einen Mann einen Flug mit Qatar Airways und für den anderen einen mit Etihad.

Die Tickets verfielen aber, weil das Reisebüro nichts mehr von Mr. Ali hörte. Am vergangenen Donnerstag meldete sich der iranische Kontakt wieder. Das Reisebüro schickte die Männer nun über Peking, weil das günstiger gewesen sei.

Ein Freund von Mr. Ali zahlte die Tickets in bar. Die Besitzerin gibt an, es sei nicht ungewöhnlich in Thailand, dass Mittelsmänner die Flüge organisierten und eine Provision kassieren, wie Mr. Ali.

Die malaysischen Behörden haben mittlerweile US-Ermittlern die biometrischen Daten der zwei Passagiere gegeben, die mit gestohlenen Pässen an Bord der Boeing 777 kamen. Der Verteidigungsminister von Malaysia, Hashamuddin Hussein, hat außerdem die Überwachungsbilder aus dem Flughafen in Kuala Lumpur US-Beamten zukommen lassen.

Die gestohlenen Reiseunterlagen haben die Vermutung gestärkt, dass einen terroristischer Akt hinter dem Verschwinden von MH370 stecken könnte (mehr hier). Andererseits werden Pässe in der Region oft gestohlen, etwa wegen illegaler Einwanderung oder Drogenschmuggel, so die FT.


Mehr zum Thema:  

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Die Beziehungen sind keine Einbahnstraße: Was China von Deutschland benötigt
22.06.2024

Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) besucht gerade China, um auf gut Wetter beim Thema Strafzölle zu machen - Stichtag in der EU...

DWN
Finanzen
Finanzen Erben und Vererben - steuerliche Aspekte im Überblick
22.06.2024

Erbschaften und Schenkungen sind in Deutschland nicht nur mit emotionalen, sondern auch mit steuerlichen Herausforderungen verbunden....

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft Seltene Erden: Gigantisches Vorkommen in Norwegen entdeckt
22.06.2024

Im Süden Norwegens wurde ein bedeutender Rohstofffund gemacht. In einem urzeitlichen Vulkanschlot entdeckten Geologen das größte...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Chinas Elektroriese BYD: Das Geheimnis des Erfolgs von Wang Chuanfu
22.06.2024

BYD hat Tesla als größten Hersteller von Elektroautos abgelöst, und hinter diesem Erfolg steht Wang Chuanfu. Während Elon Musk weltweit...

DWN
Weltwirtschaft
Weltwirtschaft OECD: Geburtenrate hat sich innerhalb von 60 Jahren halbiert
22.06.2024

Starker Geburtenrückgang: In Deutschland und anderen Ländern bekommen Frauen deutlich weniger Kinder als früher. Das hat gravierende...

DWN
Technologie
Technologie Fraunhofer-Institut: Elektro-Lastwagen bald wettbewerbsfähig
22.06.2024

Laut einer Studie des Fraunhofer-Instituts könnten Batterie-Lastwagen schon bald kostentechnisch mit Diesel-Lkw mithalten. Der Hauptfaktor...

DWN
Technologie
Technologie Digitalisierung im Gesundheitswesen lahmt weiterhin
22.06.2024

Obwohl in Deutschland das Gesetz zur Beschleunigung der Digitalisierung des Gesundheitswesens (Digital-Gesetz/DigiG) Ende 2023...

DWN
Politik
Politik Der Chefredakteur kommentiert: Keine Hausaufgaben mehr? Die Grünen und ihr verhängnisvoller Irrweg
21.06.2024

Liebe Leserinnen und Leser, jede Woche gibt es ein Thema, das uns in der DWN-Redaktion besonders beschäftigt und das wir oft auch...