Politik

Australien: Tausende protestieren gegen die britische Monarchie

In mehreren großen Städten Australiens haben tausende Menschen gegen die Monarchie demonstriert. Es ist nicht das einzige Land, in dem sich Widerstand regt.
22.09.2022 11:00
Aktualisiert: 22.09.2022 11:21
Lesezeit: 1 min
Australien: Tausende protestieren gegen die britische Monarchie
Die Flagge der Ureinwohner Australiens und die Landesflagge. Tausende haben gegen die Monarchie protestiert. (Foto: dpa) Foto: LUKAS COCH

Im Commonwealth-Land Australien sind kurz nach dem Begräbnis von Queen Elizabeth II. Proteste gegen die Monarchie entbrannt. Anlässlich eines von der Regierung ausgerufenen nationalen Trauer-Feiertags gingen am Donnerstag Tausende Menschen auf die Straße, um eine Abkehr von der Krone und eine Umwandlung des Landes in eine Republik zu fordern, wie australische Medien berichteten. Demonstrationen gab es unter anderem in den Metropolen Melbourne, Sydney und Adelaide.

Vor dem britischen Konsulat in Brisbane verbrannten Protestierende eine australische Flagge - die Nationalflagge trägt im oberen Eck den Union Jack, die Nationalflagge des Vereinigten Königreichs. In Sydney wurde eine Hommage an Elizabeth II. in den Farben der Flagge der australischen Ureinwohner übermalt.

Verbrechen des Kolonialismus

Gerade viele Aborigines wünschen sich eine Abkehr von der Monarchie, da sie diese mit der Kolonialisierung Australiens, dem Mord an tausenden Eingeborenen und der Unterdrückung der indigenen Völker verbinden. Damals wurden auch Zehntausende Aborigines-Kinder ihren Eltern weggenommen, um sie in Heimen und christlichen Missionen nach den Vorstellungen der weißen Einwanderer „umzuerziehen“.

„Heute geht es darum, über den Schmerz und das Trauma nachzudenken, das die Monarchie unserem Land gebracht hat“, sagte ein Demonstrant in Melbourne dem Sender 9News. „Wann wird irgendjemand um die Menschen trauern, die wir verloren haben? Um alle meine Vorfahren, wer trauert um sie?“

Bei einem Referendum im Jahr 1999 wollten 45 Prozent der Australier, dass ihr Land zur Republik wird - der Rest stimmte damals noch dagegen. Seit dem Tod der Queen werden aber Stimmen nach einem neuen Referendum lauter. Premierminister Anthony Albanese hatte zuletzt erklärt, er plane derzeit keine Volksabstimmung zu diesem Thema. Jetzt sei die Zeit, der gestorbenen Königin Tribut zu zollen. In der Vergangenheit hatte er aber wiederholt Pläne angedeutet, Australien zu einer Republik machen zu wollen.

Zuletzt hatten mehrere Staaten, vornehmlich in der Karibik, dem Commonwealth den Rücken gekehrt und Kritik an den Verbrechen der ehemaligen englischen Kolonialherren geäußert.

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