Deutschland

Bahn: Grund für Zugausfälle war Sabotage an Kabeln

Die Unterbrechung der Zugverbindung in Norddeutschland am Samstagvormittag ist nach Angaben der Deutschen Bahn auf Sabotage an Kabeln zurückzuführen.
08.10.2022 13:41
Aktualisiert: 08.10.2022 13:41
Lesezeit: 1 min
Bahn: Grund für Zugausfälle war Sabotage an Kabeln
Sabotage bei der Deutschen Bahn. Reisende sitzen im Hauptbahnhof auf dem Boden. (Foto: dpa) Foto: Paul Zinken

Der Zugverkehr in weitem Teilen Norddeutschlands ist am Samstagmorgen durch einen Sabotageakt für drei Stunden unterbrochen worden. "Wir wissen, dass an zwei unterschiedlichen Standorten in Deutschland die Kabel vorsätzlich durchtrennt worden sind", sagte Verkehrsminister Volker Wissing (FDP). "Klar ist, dass es sich um ein gezieltes und mutwilliges Vorgehen handelt." Die Hintergründe der Tat seien aber noch unklar.

Zuvor hatte die Deutsche Bahn offiziell von einem Sabotageakt gesprochen. Der Zugverkehr war am Samstagmorgen nach Angaben der Deutschen Bahn vor allem in den Bundesländern Niedersachsen, Hamburg und Bremen ausgefallen. Dies betraf sowohl den Fern- als auch den Regional- und Güterverkehr. Allerdings waren auch die Fernverbindungen etwa nach Nordrhein-Westfalen sowie Berlin betroffen. Noch am Vormittag konnte der Bahnbetrieb wieder aufgenommen werden. Die Sicherheitsbehörden hätten die Ermittlungen aufgenommen, teilten sowohl Wissing als auch die Bahn mit.

In den vergangenen Monaten hatte es immer wieder Anschläge auf die Bahn gegeben, etwa durch Linksextremisten. Zudem gab es Störungen durch Kabeldiebstähle. Seit dem russischen Angriff auf die Ukraine und den Lecks in den Gaspipelines durch die Ostsee wächst allerdings die Furcht vor gezielten Anschlägen auf die kritische Infrastruktur in Deutschland, auch durch ausländische Akteure. Am Vormittag hatte die Bahn auf die Frage nach einer Fremdeinwirkung noch gesagt, dass es sich um eine technische Störung handele. Diese wurde aber offenbar durch die Kabelschäden verursacht, die den Funkverkehr lahmlegten.

Kritik gab es von der Bahn-Konkurrenz. Der Verband Güterbahnen zeigte sich verwundert auf den Hinweis auf den Ausfall des digitalen Zugfunksystems GSM-R. Es gebe ein vorgesehenes Ersatzsystem und die öffentlichen Mobilfunknetze. "Ein Ausfall des eisenbahnspezifischen Zugfunks GSM-R sollte abgesichert sein", sagte der Geschäftsführer der Güterbahnen, Peter Westenberger. "Die DB Netz hat bereits 2011 das auf jeder Lok installierte Systems P-GSM (D) als Rückfallebene benannt, mit dem in einem solchen Fall auf das öffentliche Funknetz umgeschaltet wird." Damit werde auch weiter die sichere Kommunikation zwischen Zügen und Fahrdienstleitern gewährleistet. "Die Neigung der DB Netz, immer wieder flächendeckende Betriebseinstellungen zu verfügen, ist fatal für das Eisenbahnsystem."

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Energiewende: Zehn zentrale Erfolge und Lehren für Europa
20.10.2026

China hat seine Energiewende eng mit Industriepolitik und Versorgungssicherheit verknüpft. Das Ergebnis ist widersprüchlich, aber...

DWN
Politik
Politik Sonntagsumfrage: AfD bleibt stärkste Kraft
20.10.2026

Die AfD liegt in der YouGov-Umfrage weiter vorn, während sich bei mehreren Parteien kaum etwas bewegt. Welche Verschiebungen es im...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Traditionsunternehmen Miele: Mittelständler mit Milliarden-Umsatz - Chef stirbt im Alter von 98 Jahren
20.10.2026

Als Hersteller für Haus- und Gewerbegeräte ist Miele weltweit bekannt. In Westfalen wurde das Traditionsunternehmen 1899 gegründet. Als...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Industrie: Rapider Stellenabbau von fast einer halben Million Arbeitsplätze
20.10.2026

Die deutsche Wirtschaft erlebt einen verschärften Strukturwandel: Die Industrie hat seit 2019 knapp eine halbe Million...

DWN
Finanzen
Finanzen Steueroasen und Briefkastenfirmen: Datenträger führt zu 398 Verdachtsfällen in Deutschland
20.10.2026

Ein Datenträger mit mehr als drei Millionen Dateien führt die Ermittler zu 398 Verdachtsfällen in Deutschland. Nun müssen die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Temu und Shein werden teurer: EU kassiert ab November zusätzlich
20.10.2026

Ein paar günstige Produkte aus China bestellen und dabei kräftig sparen? Das könnte sich für deutsche Verbraucher bald weniger lohnen....

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: SanDisk und Micron führen Erholung der Chipaktien an, während Großbanken nachgeben
19.10.2026

Verfolgen Sie die entscheidenden Entwicklungen an der Wall Street und entdecken Sie, welche Sektoren die Märkte am Montag bewegten.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bald treffen die Giganten aufeinander: Die Wette auf Indien könnte lukrativer sein als die auf China
19.10.2026

Wenn nur zehn Prozent der Inder, die heute kein Auto besitzen, in den kommenden Jahrzehnten Eigentümer eines Neuwagens würden, sprächen...