Wirtschaft

Brücke über den Mekong: China finanziert Mega-Bau in Kambodscha

Kambodscha baut mit chinesischer Unterstützung eine strategisch bedeutsame Brücke über den Mekong.
02.01.2023 14:00
Lesezeit: 2 min

Der mächtige Mekong bekommt eine neue Brücke: Am Montag fiel in der Provinz Kratie im Osten Kambodschas der Startschuss für das Großprojekt, das im Distrikt Chetr Borei die Ufer des Stroms verbinden soll. Die 1761 Meter lange und 13,5 Meter breite Brücke werde voraussichtlich 2026 eingeweiht, berichtete die Zeitung Khmer Times.

Die Kosten in Höhe von 114 Millionen Dollar (106 Millionen Euro) werden größtenteils von China übernommen. Unter anderem sollen 32 Kilometer Straßen gebaut werden, um die Brücke mit Hauptverkehrswegen zu verbinden.

An der Grundsteinlegung nahm auch Ministerpräsident Hun Sen teil. In einer Rede würdigte er die hervorragenden Beziehungen zu China und dankte Peking für die Finanzierung von wichtigen Infrastrukturprojekten in dem Königreich. In diesem Jahr feiern Kambodscha und China das 65-jährige Jubiläum der Aufnahme diplomatischer Beziehungen.

Erst im vergangenen Jahr wurde die Cambodia-China Friendship Bridge eröffnet, welche die beiden Provinzen Kampong Cham und Tboung Khmum miteinander verbindet. B2B Cambodia zufolge hat diese eine Länge von über 1,1 Kilometern. Das Projekt mit einem Gesamtwert von 57 Millionen US-Dollar wurde von der Shanghai Construction Group gebaut.

Neue Seidenstraße nach Süden

China baut im Rahmen seines Infrastrukturprojekts „Ein Gürtel, eine Straße“ (Belt and Road Initiative – BRI) in ärmeren Ländern Infrastrukturen auf – vornehmlich in Asien, Afrika und Südamerika.

Lesen Sie dazu: Seidenstraße nach Süden: China baut Laos‘ erste Eisenbahnstrecke

Die staatliche chinesische Nachrichtenagentur Xinhua berichtet, dass die Eröffnungszeremonie vom kambodschanischen Premierminister Samdech Techo Hun Sen und dem chinesischen Botschafter in Kambodscha, Wang Wentian, geleitet und von Tausenden von lokalen Beamten, Einwohnern und Studenten besucht wurde.

Die Brücke wird zusammen mit einer fast 32 Kilometer langen Verbindungsstraße von der Shanghai Construction Group im Rahmen eines Vorzugsdarlehens gebaut. Der Bau soll voraussichtlich in 42 Monaten abgeschlossen sein.

Hun Sen sagte, die Brücke sei ein weiteres fruchtbares Ergebnis der engen Zusammenarbeit und Solidarität zwischen Kambodscha und China im Rahmen der Belt and Road Initiative (BRI). Hun Sen zufolge ist die Brücke strategisch wichtig, da sie Teil der kambodschanischen Nationalstraße 60B sei, die Kratie mit der zentralen Provinz Kampong Thom verbinde.

„Die Brücke wird zusammen mit ihrer Verbindungsstraße den Warentransport, den Handel und die Investitionstätigkeiten sowie die Entwicklung der Landwirtschaft, der Agrarindustrie und des Tourismus in den nordöstlichen Provinzen ankurbeln“, zitiert ihn Xinhua.

Wang sagte, dass 2023 das 10-jährige Jubiläum der BRI gefeiert werde. Die bilaterale Zusammenarbeit zwischen China und Kambodscha im Rahmen dieser Initiative habe bemerkenswerte Ergebnisse im Bereich der Infrastrukturentwicklung erzielt, so Wang.

Da 2023 den 65. Jahrestag der Aufnahme diplomatischer Beziehungen zwischen China und Kambodscha und das „China-Kambodscha-Freundschaftsjahr“ markiert, sagte der Botschafter, China sei bereit, eng mit Kambodscha zusammenzuarbeiten, um eine Gemeinschaft mit einer gemeinsamen Zukunft zwischen den beiden Ländern aufzubauen. Kambodscha gilt als einer der engsten politischen Verbündeten Chinas in Asien und darüber hinaus.

China ist aber nicht das einzige Land, dass in Kambodscha in der Verganenheit große Infrastrukturprojekte realisiert hat. Im Jahr 2015 wurde in der Provinz Kandal die Neak Loeung-Brücke mit einer Länge von über 2,2 Kilometer eingeweiht, welche von der japanischen Regierung finanziert wurde.

Rund 4350 Kilometer schlängelt sich der Mekong durch China, Myanmar, Thailand, Laos, Kambodscha und Vietnam - vom Himalaya durch Schluchten und Ebenen bis zum Mekong-Delta und von dort ins Südchinesische Meer. Er ist einer der gewaltigsten Flüsse des Planeten und länger als Donau und Rhein zusammen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kennzeichnung im Produktionstempo: Wie Brady die Industrie neu taktet

Produktionslinien laufen schneller denn je, doch die Rückverfolgbarkeit hinkt oft hinterher. Brady setzt genau hier an und zeigt, wie sich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Debatte um den Bitcoin-Erfinder: Steckt Adam Back hinter Satoshi Nakamoto?
14.04.2026

Die Debatte um die Identität des Bitcoin-Erfinders gewinnt neue Dynamik, nachdem eine umfassende Recherche einen konkreten Namen in den...

DWN
Immobilien
Immobilien Immobilienmarkt: Bau-Reform mit Vorkaufsrecht der Kommunen für Grundstücke geplant
14.04.2026

Die Bundesregierung plant eine Reform des Baurechts, das den Kommunen deutlich mehr Eingriffsmöglichkeiten auf dem Immobilienmarkt...

DWN
Politik
Politik Debatte um EU-Wettbewerbsfonds: Milliarden für Schlüsselindustrien geplant
14.04.2026

Die EU plant mit dem EU-Wettbewerbsfonds einen milliardenschweren Fonds, um ihre Wettbewerbsfähigkeit gegenüber den USA und China zu...

DWN
Politik
Politik Entlastungsprämie: Warum viele bei der Prämie leer ausgehen
14.04.2026

Günstigeres Tanken und eine 1.000-Euro-Prämie: Doch die Entlastungen kommen noch längst nicht bei den Bürgern an. Auch werden viele bei...

DWN
Politik
Politik Teuer und ineffizient: CDU-Generalsekretär Linnemann will Krankenkassen streichen
14.04.2026

CDU-Generalsekretär Linnemann fordert weniger Krankenkassen. Warum er weniger Kassen für ausreichend hält und welche Reformen er noch...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Krankenstatistik im Unternehmen: Wie Sie Fehlzeiten auswerten – mit und ohne Software
14.04.2026

Fehlzeiten sind eine betriebswirtschaftliche Größe und keine bloße HR-Kennzahl. Wer Fehlzeiten korrekt definiert, strukturell auswertet...

DWN
Unternehmen
Unternehmen BMW-Aktie: BMW verkauft weniger Autos - Es geht wieder bergab
14.04.2026

China und das Geschäft mit Elektroautos haben BMW ausgebremst. Der Elektroabsatz ist um 20 Prozent eingebrochen. In Deutschland und bei...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russisches LNG bleibt gefragt: Europa reagiert auf angespannte Märkte
14.04.2026

Europa greift verstärkt auf russisches LNG zurück, während geopolitische Spannungen die globalen Energiemärkte neu ordnen. Wie...