Politik

Ukrainischer Innenminister kommt bei Hubschrauberabsturz ums Leben

Der Tod des ukrainischen Innenministers bei einem Hubschrauber-Absturz wirft viele Fragen auf: War es ein Unfall? Oder doch ein Angriff? Präsident Selenskyj beauftragt den Geheimdienst mit der Aufklärung des Unglücks.
19.01.2023 09:43
Aktualisiert: 19.01.2023 09:43
Lesezeit: 1 min
Ukrainischer Innenminister kommt bei Hubschrauberabsturz ums Leben
Auf diesem vom Pressebüro des ukrainischen Präsidenten zur Verfügung gestellten Foto spricht Wolodymyr Selenskyj (l), Präsident der Ukraine, mit Denys Monastyrskyj, Innenminister der Ukraine. Bei einem Hubschrauberabsturz nahe der Hauptstadt Kiew ist nach Behördenangaben der ukrainische Innenminister Denys Monastyrskyj ums Leben gekommen. (Foto: dpa) Foto: Uncredited

In der Ukraine sind bei einem Hubschrauber-Absturz Innenminister Denys Monastyrskyj und andere hochrangige Regierungsmitarbeiter ums Leben gekommen. Der „Super Puma“ französischer Bauart schlug am Mittwoch unmittelbar vor einem Kindergarten in einem Vorort im Nordosten von Kiew auf. Dabei starben mindestens 14 Menschen, viele wurden verletzt, Kinder wurden mit Brandwunden in Krankenhäuser eingeliefert.

Innenminister und ranghohe Beamte unter den Opfern

Unter den Toten waren nach Polizeiangaben auch der erste Stellvertreter von Monastyrskyj, Jewhenij Jenin, und der Staatssekretär des Ministeriums. Monastyrskyj war von Selenskyj 2021 zum Innenminister ernannt worden. Er war in diesem Amt für die Polizei und die Innere Sicherheit zuständig und ist der ranghöchste ukrainische Staatsvertreter, der seit Beginn des Krieges ums Leben gekommen ist. Die Absturzursache war zunächst unklar. Keiner der neun Insassen überlebte.

„Wir konnten Schreie hören, wir sind dahin gelaufen“, schilderte der 17 Jahre alte Hlib die Minuten nach dem Absturz in dem Vorort Browary. „Wir haben die Kinder genommen und über den Zaun gehoben, weg vom Kindergarten und weg vom Feuer.“

Geheimdienst soll Absturzursache klären

Mehrere verhüllte Leichen lagen in einem Hof in der Nähe des beschädigten Kindergartens. Trümmer lagen über einen Spielplatz verstreut. Vor dem verkohlten Eingang des zweistöckigen Kindergartens klaffte ein mehrere Meter großer Krater. Auf Videos in sozialen Medien war ein brennendes Gebäude zu sehen, und man konnte Menschen schreien hören. Von ukrainischer Seite gab es keine Angaben, ob es zu dem Zeitpunkt des Absturzes russische Angriffe in dem Gebiet gegeben habe. Russland äußerte sich zunächst nicht zu dem Absturz.

Präsident Wolodymyr Selenskyj, der von einer furchtbaren Tragödie sprach, setzt nur Stunden später den nationalen Polizeichef Ihor Klymenko als amtierenden Innenminister ein. Monastyrskyj und der ebenfalls getötete Vize-Innenminister Jehwhenij Jenin seien keine Politiker, die „leicht ersetzt werden können“. „Es ist wirklich ein großer Verlust für den Staat.“ Selenskyj hat den ukrainischen Geheimdienst mit der Aufklärung des Absturzes beauftragt.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Damit Sie sich auf Ihr Unternehmen konzentrieren können

Ein Unternehmen zu führen, bedeutet, täglich Verantwortung zu übernehmen und Entscheidungen zu treffen. Gleichzeitig soll möglichst...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik Staatshaushalt: Finanzierungsdefizit im ersten Halbjahr 2026 von fast 99 Milliarden Euro
06.10.2026

Der deutsche Staat gibt deutlich mehr aus, als er einnimmt: Die öffentlichen Haushalte verzeichnen im ersten Halbjahr 2026 ein Defizit von...

DWN
Finanzen
Finanzen Investor Felix: Eine Anlage, der ich keinen Erfolg wünsche
06.10.2026

Alpha Pro Tech ist klein, langweilig und an der Börse meist nahezu unsichtbar. Doch sobald eine Gesundheitskrise ausbricht, können Umsatz...

DWN
Finanzen
Finanzen Frankreichs Schulden treiben den Euro in die Krise
06.10.2026

Der Euro fällt auf den tiefsten Stand seit 17 Monaten, während Frankreichs Schuldenkrise die Finanzmärkte verunsichert. Warum Experten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Nissan Qashqai im Test: Elektrogefühl ohne Ladekabel
06.10.2026

Der Nissan Qashqai e-Power ist ein Hybrid, funktioniert aber anders als die meisten Konkurrenten. Die Räder treibt immer ein Elektromotor...

DWN
Technologie
Technologie Warum Fernwärme nicht überall funktioniert
06.10.2026

Fernwärme soll ein wichtiger Baustein der Wärmewende werden – doch nicht jedes neue Netz ist wirtschaftlich sinnvoll. Entscheidend sind...

DWN
Politik
Politik Nicht nur das BSW verhilft AfD-Mann zum Posten des Landtagspräsidenten
06.10.2026

Die AfD hat die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt mit fast 44 Prozent der Stimmen gewonnen und wird mit Tobias Rausch nun auch den...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kündigungsschutzklage: Das müssen Sie wissen
06.10.2026

Wer entlassen wird, kann und sollte sich dagegen wehren. Lohnnachzahlungen oder eine Abfindung sind jedoch kein Selbstläufer. Was...

DWN
Immobilien
Immobilien Superreiche fliehen aus London: Luxusimmobilien stürzen ab
06.10.2026

Londons Luxusimmobilien verlieren dramatisch an Wert, in manchen Nobelvierteln beträgt das Minus mehr als 25 Prozent. Während die...