Wirtschaft

Bank of Japan: Keine rasche geldpolitische Wende

Der künftige Chef der Bank of Japan dämpft die Hoffnungen auf eine baldige Wende in der Geldpolitik. Es sei noch zu früh, um über eine Ausstiegsstrategie zu sprechen.
27.02.2023 10:32
Aktualisiert: 27.02.2023 10:32
Lesezeit: 1 min
Bank of Japan: Keine rasche geldpolitische Wende
Kazuo Ueda, ein Wirtschaftswissenschaftler und ehemaliges Mitglied des Direktoriums der Bank of Japan, spricht am Freitag, den 10. Februar 2023, in Tokio zu Medienvertretern. Ueda wurde am Dienstag, 14. Februar 2023, zum nächsten Gouverneur der japanischen Zentralbank ernannt. (Foto: dpa) Foto: -

Der designierte japanische Notenbankchef Kazua Ueda hat Spekulationen über eine rasche Abkehr von der ultra-lockeren Geldpolitik gedämpft. Die Zentralbank werde sich wahrscheinlich erst dann auf eine Normalisierung zubewegen, wenn ein nachhaltiges Erreichen ihres Inflationsziels von 2,0 Prozent in Sicht sei, sagte Ueda am Montag bei einer Anhörung im Parlament.

Zurzeit sei die sehr laxe geldpolitische Linie angebracht. Denn die Vorteile überwiegen aus Sicht Uedas die Nachteile. Noch sei es zu früh, um über Details einer Ausstiegsstrategie zu sprechen, auch wenn er dazu bereits Ideen im Kopf habe.

BoJ: Keine baldige Wende der Geldpolitik in Sicht

Ueda zeigte sich offen für eine umfassende Überprüfung der geldpolitischen Leitplanken der Bank of Japan (BoJ), wie sie von BoJ-Vorstandsmitglied Naoki Tamura vorgeschlagen wurde. Dabei gelte es aber, „viel Zeit“ darauf zu verwenden, verschiedene Aspekte der lockeren Geldpolitik zu untersuchen. Ueda ließ durchblicken, dass eine Überarbeitung der von der Zentralbank betriebenen Zinskurvensteuerung (Yield Curve Control) wohl nicht unmittelbar nach seiner Amtsübernahme erfolgen werde.

Führende Notenbanken wie etwa die Fed in den USA oder die Europäische Zentralbank steuern im Kampf gegen die ausufernde Inflation längst einen Kurs der Zinserhöhungen. In Japan ist dies anders: Dort verfolgt die BoJ bereits seit 2016 eine Politik der Zinskurven-Steuerung. Dabei peilen die Währungshüter Zielmarken von minus 0,1 Prozent für die kurzfristigen Zinsen und von null Prozent für die Rendite zehnjähriger Staatsanleihen an.

Ueda (71) wird die Nachfolge von Amtsinhaber Haruhiko Kuroda antreten, dessen zweite fünfjährige Amtszeit am 8. April endet. Ueda gilt als ehemaliges Vorstandsmitglied der BoJ als ausgewiesener Experte für Geldpolitik.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Das Thema Datenschutz ist als Verkaufsargument erneut in den Fokus gerückt

Nicht nur im Bankwesen oder in den sozialen Medien spielt der Datenschutz bei alltäglichen Kaufentscheidungen eine wichtige Rolle. Auch...

DWN
Politik
Politik Nach Waffenruhe: Wie ist der Stand in der Straße von Hormus?
09.04.2026

Der Iran will Maut verlangen. Was ist erlaubt, und wer könnte die Passage sichern? Antworten auf zentrale Fragen.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Spritpreise fallen kaum: Ölpreis stürzt, Zapfsäule bremst
09.04.2026

Der Ölpreis bricht ein – doch an der Zapfsäule kommt davon kaum etwas an. Jetzt wächst der Druck auf Konzerne und Politik, die Preise...

DWN
Politik
Politik Streit um Rundfunkbeitrag: VGH prüft Programmvielfalt
09.04.2026

Neun Kläger vor dem VGH Baden-Württemberg weigern sich, den Rundfunkbeitrag zu zahlen. Sie bezweifeln die Ausgewogenheit der...

DWN
Panorama
Panorama Psychische Gesundheit: Was DiGAs bringen und wo es die App auf Rezept gibt
09.04.2026

Psychische Erkrankungen nehmen zu, Therapieplätze sind knapp. Digitale Gesundheitsanwendungen, sogenannte DiGAs, versprechen schnelle...

DWN
Finanzen
Finanzen Neobroker unter Druck: Trade Republic kämpft gegen EU-Regulierung
09.04.2026

Die EU beendet die ultragünstigen Neobroker-Deals, Trade Republic gerät unter Druck. Anleger müssen sich auf höhere Kosten und neue...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Firmenpleiten auf höchstem Stand seit mehr als 20 Jahren
09.04.2026

Mehr als 4.500 Firmen meldeten im ersten Quartal Insolvenz an – so viele wie seit 2005 nicht mehr. Besonders stark betroffen sind...

DWN
Politik
Politik 5 Prozent Inflation: Trotz Waffenstillstand droht erheblicher Kaufkraftverlust
09.04.2026

Es ist laut IEA die "schwerste fossile Energiekrise unserer Zeit" – und die Inflation zieht bereits spürbar an. Experten warnen vor...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg treibt Preise: Europas Konsum kippt
09.04.2026

Der Iran-Krieg trifft Europas Haushalte direkter als viele erwarten: Preise steigen, Spielräume schrumpfen. Verbraucher reagieren –...