Politik

Blamage in Berlin: Wegner (CDU) fällt bei Wahl zum Bürgermeister zweimal durch

CDU und SPD haben sich eine Schlappe im Berliner Abgeordnetenhaus eingehandelt. Bei der geheimen Wahl zum Bürgermeister fällt Kai Wegner (CDU) durch. Damit steht die Schwarz-Rote-Koalition auf der Kippe.
27.04.2023 15:15
Lesezeit: 1 min

CDU und SPD haben den ersten Rückschlag bei der Bildung einer neuen Regierung in Berlin erlitten: Bei der Wahl zum Regierenden Bürgermeister fiel der CDU-Politiker Kai Wegner in zwei geheimen Wahlgängen durch. Obwohl beide Volksparteien über 86 der 159 Stimmen im neuen Abgeordnetenhaus verfügen, erhielt Wegner im ersten Wahlgang nur 71, im zweiten Wahlgang 79 Stimmen. Nötig wären 80 Stimmen gewesen. Damit ist zunächst offen, ob es zu der verabredeten schwarz-roten Koalition in der Bundeshauptstadt kommen kann.

Tritt Wegner zum dritten Wahlgang an?

Das Abgeordnetenhaus will um 15.30 Uhr wieder zusammentreten. Bis dahin muss Wegner entscheiden, ob er sich einem dritten Wahlgang stellt, bei dem eine einfache Mehrheit ausreichen würde. Dies galt im Abgeordnetenhaus als die wahrscheinlichste Variante.

Wegner hatte sich bereits zwischen dem ersten und zweiten Wahlkampf mit der bisherigen Bürgermeisterin Franziska Giffey (SPD) beraten, die in der neuen Regierung Wirtschaftssenatorin werden soll.

CDU und SPD hatten sich in den vergangenen Wochen auf die Bildung einer Koalition in der Bundeshauptstadt geeinigt. Die SPD-Basis hatte dem allerdings nur mit 54 Prozent knapp zugestimmt. Etliche Sozialdemokraten sprachen sich offen gegen ein Bündnis mit der CDU aus.

Schwarz-Rot in Berlin steht auf der Kippe

Die fehlenden Stimmen bei den geheimen Wahlen könnten einerseits ein Protest gegen Wegner oder andererseits einer gegen Giffey sein, die in der SPD nach der Wahlniederlage als umstritten gilt. Die Sozialdemokraten hatten in den vergangenen 20 Jahren den Regierenden Bürgermeister gestellt.

Scheitert die Wahl Wegners, wäre in Berlin rechnerisch auch ein Bündnis von CDU und Grünen möglich sowie die Fortsetzung der bisherigen Rot-Grün-Roten Koalition. Aus der Wahl am 12. Februar 2023 war die CDU mit 28,2 Prozent klar als stärkste Partei hervorgegangen. Dahinter folgten die SPD und die Grünen jeweils mit 18,4 Prozent. Die Linken hatten 12,2 Prozent erreicht, die FDP war am Einzug in das Abgeordnetenhaus gescheitert.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: US-Aktien schließen im Minus; Trump schießt gegen die Fed
04.09.2026

Spannung an der Wall Street: Was die Märkte jetzt bewegt und warum Anleger aufmerksam bleiben sollten.

DWN
Technologie
Technologie Samsung-Streit: Stadt darf vorerst keine neuen iPads kaufen
04.09.2026

Viele Kommunen setzen bei der Digitalisierung ihrer Schulen auf Tablets von Apple. Doch ein Rechtsstreit mit Samsung zwingt die Stadt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Apple-Aktie: Die vier wichtigsten Herausforderungen für Apples neuen Chef John Ternus
04.09.2026

Und so beginnt es. John Ternus hat Tim Cook offiziell als Vorstandschef von Apple abgelöst. Und was für ein Imperium er erbt.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Neura: Roboter-Attacke aus Schwaben
04.09.2026

Humanoide Roboter verlassen die Labore und sollen bald Fabriken, Krankenhäuser und Haushalte erobern – ein deutsches Unternehmen setzt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft So geht China mit Photovoltaik gegen Kohle vor
04.09.2026

China baut die Solarenergie in einem Tempo aus, das den globalen Energiemarkt verändert. Die installierte Leistung der Solarkraftwerke...

DWN
Politik
Politik DWN-Podcast Folge 41: Die Woche im Rückblick – KW 36
04.09.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nvidia-Aktie: Milliardenübernahme von Hugging Face stärkt KI-Geschäft
04.09.2026

Die Nvidia-Aktie rückt nach der Übernahme von Hugging Face erneut in den Fokus. Der Chiphersteller kauft die führende...

DWN
Politik
Politik Thüringen: BSW-Fraktion zerfällt und stürzt Koalition in Krise
04.09.2026

Der Streit im BSW eskaliert: In Thüringen wollen weitere Abgeordnete die regierungstragende Fraktion und die Partei verlassen. Unter ihnen...