Finanzen

FTX-Skandal: Ankläger werfen Bankman-Fried Beeinflussung von Zeugen vor

In Kürze beginnt der Prozess im Betrugsskandal um die Kryptobörse FTX. Die Staatsanwaltschaft erhebt nun weitere schwere Vorwürfe gegen FTX-Gründer Bankman-Fried. Er soll versucht haben, im Vorfeld des Prozesses Zeugen zu beeinflussen.
21.07.2023 11:52
Aktualisiert: 21.07.2023 11:52
Lesezeit: 1 min

Vor dem nahenden Betrugsprozess im Zusammenhang mit der Pleite der Kryptobörse FTX wirft die Staatsanwaltschaft dem Hauptangeklagten Sam Bankman-Fried vor, Zeugen beeinflussen zu wollen. Sie stellte daher am Donnerstag (Ortszeit) bei einem US-Gericht einen Antrag, der dem FTX-Gründer öffentliche Aussagen verbietet, die ein faires Verfahren beeinträchtigen könnten.

Medienberichte über Zeugenbeeinflussung

Die Ankläger bezogen sich dabei auf einen Bericht der New York Times über Caroline Ellison, die Bankman-Frieds Brokerhaus Alameda leitete. Sie ist ebenfalls des Betrugs angeklagt und hatte auf schuldig plädiert. Der Staatsanwaltschaft wirft Bankman-Fried vor, der Zeitung Dokumente zur Verfügung gestellt zu haben, die nicht Teil der staatlich sichergestellten Unterlagen seien.

Dadurch solle Ellison, die zeitweise mit Bankman-Fried liiert war, als Zeugin diskreditiert werden. Die New York Times hatte aus persönlichen Dokumenten Ellisons zitiert, in denen sie davon sprach, dass sie mit ihrem Job „ziemlich unglücklich und überfordert“ sei und sich durch die Trennung von Bankman-Fried „verletzt/zurückgewiesen“ fühle. Weder die New York Times, noch die Staatsanwaltschaft oder Bankman-Frieds und Ellisons Anwälte waren zunächst für Kommentare zu erreichen.

Bankman-Fried plädiert weiter auf „nicht schuldig“

Der Betrugsprozess gegen Bankman-Fried ist für den 2. Oktober angesetzt. Er plädiert bislang auf „nicht schuldig“. Unterdessen verklagt die insolvente Kryptobörse ihren Gründer, Ellison und weitere ehemalige Top-Manager auf Rückzahlung von insgesamt mehr als eine Milliarde Dollar angeblich veruntreuter Mittel. Ein Sprecher Bankman-Frieds wollte sich dazu nicht äußern. Die übrigen Beklagten waren für einen Kommentar zunächst nicht zu erreichen.

Nach Gerüchten um Unregelmäßigkeiten und einer geplatzten Rettung durch den Erzrivalen Binance war die FTX im November 2022 in die Insolvenz geschlittert. Insidern zufolge soll Bankman-Fried heimlich zehn Milliarden Dollar an FTX-Kundengeldern zu Alameda transferiert haben. Er steht gegen eine Kaution von 250 Millionen Dollar in seinem Elternhaus unter Arrest.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Sandisk und Intel leiden unter Ausverkauf bei Chipaktien, während Händler weitere Inflationsdaten verarbeiten
15.07.2026

Erfahren Sie, welche überraschenden Entwicklungen die Wall Street bewegten und warum einige Schwergewichte trotz Marktdrucks kräftig...

DWN
Politik
Politik Energiekrise in Europa: Die nächste gefährliche Abhängigkeit bedroht die EU
15.07.2026

Die Straße von Hormus ist blockiert, Europas Energiepreise bleiben hoch und selbst Diesel könnte knapp werden. Zwei der wichtigsten...

DWN
Politik
Politik Merz sieht Koalition auf gutem Weg - aber nicht am Ziel
15.07.2026

Die Sommerpressekonferenz des Bundeskanzlers hat Tradition. Diesmal stellte sich Amtsinhaber Friedrich Merz den Fragen der Journalisten...

DWN
Politik
Politik EU schmiedet Drohnen-Pakt mit der Ukraine
15.07.2026

Die EU und die Ukraine wollen ihre Drohnenproduktion gemeinsam ausbauen, während Kiew den Seekrieg gegen Russland auf eine neue Stufe...

DWN
Finanzen
Finanzen ASML-Aktie überrascht mit starken Quartalszahlen
15.07.2026

Die ASML-Aktie setzt ihren Höhenflug fort: Der Chipausrüster hebt nach überraschend starken Quartalszahlen erneut seine Prognose an und...

DWN
Technologie
Technologie Absatzkrise der Autobauer: Nicht nur VW und Co. verlieren
15.07.2026

Deutsche Autobauer verlieren beim Absatz, doch auch andere große Hersteller kämpfen mit Rückgängen. Am stärksten leidet dabei ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen 220 Euro pro Kopf: War das der Höhepunkt der Bahn-Investitionen?
15.07.2026

Der Bund investiert so viel wie nie in die Schiene – doch schon in wenigen Jahren droht wieder der Rückwärtsgang. Die Bahnbranche warnt...

DWN
Finanzen
Finanzen Investieren für Kinder: Diese Entscheidungen können teuer werden
15.07.2026

Beim Ansparen für ein Kind hängt das Ergebnis nicht allein von der Rendite der Anlage ab. Es ist ebenso wichtig, auf wessen Namen das...