Politik

Skandal um Konto-Schließung von Nigel Farage kostet Bank-Chefin den Job

Eine britische Bank kündigte dem Brexit-Politiker Nigel Farage das Konto - angeblich aus finanziellen Gründen. Später stellte sich heraus, dass die Kündigung ganz andere Gründe hatte. Aufgrund ihres Umgangs mit dem Fall muss die Bank-Chefin nun ihren Posten räumen.
26.07.2023 13:45
Aktualisiert: 26.07.2023 13:45
Lesezeit: 1 min
Skandal um Konto-Schließung von Nigel Farage kostet Bank-Chefin den Job
Nigel Farage aus Großbritannien (Brexit Partei) vor dem Parlamentsgebäude.in Brüssel. (Foto: dpa) Foto: Michael Kappeler

Ein Skandal um die Schließung des Kontos von Brexit-Vorkämpfer Nigel Farage hat die Chefin der britischen Großbank NatWest den Job gekostet. Geschäftsführerin Alison Rose scheide in gegenseitigem Einvernehmen aus, teilte die Bank in der Nacht zum Mittwoch mit.

Rose reagierte damit auf Kritik bezüglich eines Bruchs von Vertraulichkeit, als sie kürzlich mit einem BBC-Reporter über die Gründe für die Schließung des Kontos von Farage gesprochen hatte. Sie hatte zudem dabei den Eindruck erweckt, die Schließung sei rein aus finanziellen Gründen erfolgt, weil Farage angeblich nicht mehr genügend Einlagen bei der Luxus-Bank Coutts hatte. Coutts gehört zur NatWest-Gruppe.

Bank kündigte Farage-Konto aus Reputationssorge

Wie Farage aus internen Bank-Dokumenten, deren Herausgabe er erzwungen hatte, in der vergangenen Woche nachweisen konnte, waren die Gründe für die Kontoschließung nicht allein finanziell. Daraus ging hervor, dass sich das Geldhaus Sorgen machte um seine Reputation mit dem Rechtspopulisten Farage als Kunden.

Farage beklagte sich über politische Diskriminierung und machte geltend, er habe Schwierigkeiten, überhaupt ein Konto zu bekommen. Er erhielt Rückendeckung von der Regierung. Selbst Premierminister Rishi Sunak äußerte sich in der Angelegenheit und kündigte an, die Regeln für Kontoschließungen zu verschärfen.

Finanz-Staatssekretär Andrew Griffiths begrüßte am Mittwoch den Rücktritt der Bank-Chefin. „Das wäre nie passiert, wenn NatWest sich nicht herausgenommen hätte, das Konto von jemandem aufgrund dessen legaler politischer Ansichten zu schließen. Das war und ist immer inakzeptabel“, twitterte der konservative Politiker. Die NatWest-Gruppe musste infolge der Finanzkrise von 2008 von der Regierung gerettet werden, die noch immer größter Anteilseigner an dem Finanzinstitut ist.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Brady TwinLead: Wenn das Etikett plötzlich mitdenkt

Ein Etikett bleibt am Produkt, doch die Informationen dahinter können sich verändern. Mit TwinLead verbindet Brady physische...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte: Wall Street uneinheitlich vor Beginn der Berichtssaison
12.10.2026

Spannung an den US-Börsen: Erfahren Sie, welche entscheidenden Faktoren und Quartalszahlen die Märkte aktuell bewegen.

DWN
Politik
Politik Kritische Rohstoffe: EU startet 46 neue Projekte, doch die alten scheitern
12.10.2026

Europa will sich aus Chinas Rohstoffklammer befreien. Dafür bringt Brüssel 46 neue strategische Projekte auf den Weg, die Investitionen...

DWN
Politik
Politik Putin ist erfolgreicher, als uns lieb sein kann: Analyst weist auf großen Fehler der NATO hin
12.10.2026

Sabotage, Drohnen und Angriffe auf Infrastruktur: Nach Einschätzung des Russland-Experten Mason Clark verfolgt der Kreml damit ein...

DWN
Politik
Politik Er verlor den Kampf um die Macht gegen Trump und Vance: Jetzt warnt er seine Partei
12.10.2026

Tim Walz hat die Niederlage von 2024 noch nicht abgehakt. Im Interview erklärt der frühere Vizepräsidentschaftskandidat, warum die...

DWN
Finanzen
Finanzen McDonalds-Aktie: Ausverkauf an der Börse – haben die Anleger die Burger satt?
12.10.2026

Die McDonalds-Aktie ist auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen und hat innerhalb von neun Monaten fast ein Drittel ihres...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Handelskompromiss mit China: Was der Deal Deutschland bringt
12.10.2026

Nach wochenlangen Spannungen haben sich die Europäische Union und China auf erste konkrete Schritte zur Entschärfung ihres...

DWN
Politik
Politik Trumps überraschende Entscheidung, russischen Kraftstoff in die USA zu importieren, sorgt weltweit für Aufsehen
12.10.2026

Donald Trumps Vereinbarung mit Russland zeigt den wachsenden Druck, die Kraftstoffpreise zu senken, und markiert einen deutlichen...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldreserven wachsen rasant: China kauft so viel Gold wie seit drei Jahren nicht
12.10.2026

Die chinesische Zentralbank ist auf dem besten Weg, bei den Goldreserven an den Zentralbanken Frankreichs und Italiens vorbeizuziehen. Nach...