Politik

Unser neues Magazin ist da: Wie Corona noch immer die Gesellschaft spaltet

Die Corona-Pandemie ist so schnell aus dem öffentlichen Leben verschwunden, wie sie aufgetaucht ist. Doch mit etwas Abstand zeigen sich die tiefen Risse, die dieser kollektive Ausnahmezustand hinterlassen hat. Sind sie überhaupt noch zu kitten?
16.08.2023 10:17
Lesezeit: 2 min

Die Pandemie hat das öffentliche Leben strapaziert, wie wir es uns vorher kaum vorstellen konnten. Fairerweise muss man sagen, dass niemand auf solch eine globale Pandemie vorbereitet war und man anfangs nicht wusste, womit man es zu tun hatte. Wie das Virus sich verbreitet, für wen es gefährlich werden könnte, ob es jemals eine Impfung geben wird.

Im Nachhinein hat sich vieles, nicht alles, als falsch und übertrieben herausgestellt. Meiner Meinung nach ist das nicht das Problem. Wie gesagt, alle waren unvorbereitet. Was mir großes Kopfzerbrechen bereitet, ist, dass auch in Nachhinein keine Fehler zugegeben werden. Es wird immer noch am alten Narrativ festgehalten.

Vieles, was damals als Verschwörungstheorie galt, wurde Realität: Der Lockdown, von dem es hieß, er werde nie kommen. Dass es durchaus Nebenwirkungen bei der Impfung gibt und diese auch nicht so wirksam ist, wie behauptet. Dass es auch keinen Fremdschutz gibt, wie lange behauptet. Zumindest soll die Impfung vor einem schweren Verlauf schützen. Daher war das öffentliche Durchatmen auch deutlich hörbar, als endlich eine Impfung zugelassen wurde. Aber kennen Sie jemanden, der sich heute noch boostern lässt? Ich nicht.

Das wird aber für die Regierungen zum Problem, denn sie haben Milliarden Dosen Impfstoff geordert und Knebelverträge unterschrieben, sie auf Jahre hinweg zur weiteren Abnahme verpflichten. Eine zentrale Rolle in den schmutzigen Deals spielte EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen. Wir schreiben über diese gigantische Vernichtung von Steuergeld.

Zudem berichten wir über eine Studie aus Dänemark, die zeigt, dass es erhebliche Qualitätsmängel bei verschiedenen Impfstoffchargen gibt. Die Autoren haben untersucht, wie sich die offiziell gemeldeten vermuteten Nebenwirkungen über die verschiedenen verwendeten Impfchargen verteilen. Unter normalen Umständen und bei einer funktionierenden Qualitätskontrolle wäre es höchst unwahrscheinlich, dass sich die Impfchargen im Hinblick auf die Inhaltsstoffe, die Wirksamkeit und die Nebenwirkungen unterscheiden. Tun sie aber – und zwar deutlich.

Wir schreiben auch über die Rolle der WHO während der Pandemie. Die Weltgesundheitsorganisation drängte die Staaten dazu, sich auf den Ausbruch von Corona vorzubereiten. Zu gleichen Zeit sprach der Vize-Chef des RKI noch davon, dass Corona einer Grippewelle gleicht. Nicht nur der Beginn, sondern auch der Verlauf der Pandemie ging entscheidend auf die WHO zurück, da sich Staaten, Presse und soziale Medien an ihren Vorgaben orientierten. Künftig will die WHO nicht mehr nur Empfehlungen abgeben, sondern verbindliche Maßnahmen vorschreiben können.

Als absolute Sündenböcke der Pandemie gelten die Ungeimpften, die ab Herbst 2021 mehr und mehr aus dem sozialen Leben ausgeschlossen wurden. Die Erinnerungen an einzelne Maßnahmen verblassen langsam, doch hat die Corona-Pandemie zu einer tiefen Spaltung in unserer Gesellschaft beigetragen, deren Folgen heute noch nicht einmal annähernd absehbar sind.

Die gesamte DWN-Redaktion wünscht Ihnen eine erkenntnisreiche Lektüre.

Jennifer Bendele

Chefredakteurin

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Immobilienmakler für Kitzbühel – Hotel und Gewerbeimmobilien verkaufen mit Experten

Der Verkauf von Hotels und Gewerbeimmobilien in Kitzbühel stellt besondere Anforderungen an Eigentümer und Makler. Ein erfahrener...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Moderna-Aktie explodiert: Melanom-Impfstoff schürt Hoffnung auf Milliardengeschäft
19.08.2026

Die Moderna-Aktie schießt nach einem wegweisenden Studienerfolg in die Höhe. Ein personalisierter Krebsimpfstoff könnte dem...

DWN
Politik
Politik Altersteilzeit vorm Aus? Regierung will beliebtestes Modell für Berufsausstieg streichen
19.08.2026

Mit Altersteilzeit in den wohlverdienten Ruhestand: So haben Millionen Deutsche ihren Renteneinstieg geplant. Doch die Bundesregierung will...

DWN
Finanzen
Finanzen Biontech-Aktie hebt ab: Zulassungshoffnung löst Kursrally bei Biontech-Aktie aus
19.08.2026

Die Biontech-Aktie schießt im US-amerikanischen Börsenhandel am Mittwoch kräftig nach oben und lässt den Gesamtmarkt weit hinter sich....

DWN
Panorama
Panorama KI-Manifest von Mark Zuckerberg zeigt, wie Meta die Zukunft der Menschen verändern will
19.08.2026

Mark Zuckerberg verspricht persönliche Superintelligenz, mehr individuelle Macht und sogar zusätzliche Arbeitsplätze. Doch sein...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Sprengung Nord-Stream: Ukrainer in Kroatien festgenommen
19.08.2026

Vier Jahre nach den Anschlägen auf die Nord-Stream-Pipelines führen Ermittlungen zu den Sprengungen erneut zu einer Festnahme. Es ist...

DWN
Politik
Politik Mietrecht: Justizministerin will Einbau von Klimaanlagen erleichtern
19.08.2026

Wie kann die Rechtspolitik einen Beitrag zum Hitzeschutz leisten? Bundesjustizministerin Hubig hat eine Idee.

DWN
Technologie
Technologie Konkurrenz für SpaceX: China gelingt Raketenlandung auf Beinen
19.08.2026

Erstmals ist in China eine Raketenstufe nach einem Orbitalstart senkrecht auf eigenen Beinen gelandet. Sie gehörte zur privat entwickelten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Apple nimmt nach EU-Strafe Änderungen im App-Store vor
19.08.2026

500 Millionen Euro Strafe brummte die EU-Kommission Apple 2025 auf. Brüssel will den US-Konzern zu mehr Offenheit beim Vertrieb seiner...