Politik

Deutsche Staatsschulden steigen auf neues Rekordhoch

Die deutschen Staatsschulden sind im letzten Jahr auf ein neues Rekordhoch gestiegen. Dies ist vor allem auf die hohen Ausgaben des Bundes zurückzuführen. Die Länder waren vergleichsweise sparsam.
28.07.2023 09:04
Aktualisiert: 28.07.2023 09:04
Lesezeit: 2 min

Die hohen Kosten im Kampf gegen Energiekrise und Corona-Pandemie haben die deutschen Staatsschulden auf ein Rekordhoch getrieben. Ende 2022 standen Bund, Länder, Gemeinden und Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte mit 2368 Milliarden Euro in der Kreide, wie das Statistische Bundesamt am Freitag zu seinen endgültigen Ergebnissen mitteilte. Das sind zwei Prozent oder 47,1 Milliarden Euro mehr als Ende 2021.

Die Pro-Kopf-Verschuldung nahm im vergangenen Jahr um 244 Euro auf 28.164 Euro zu. Berücksichtigt werden in dieser Statistik nur Verbindlichkeiten gegenüber dem nicht-öffentlichen Bereich, also etwa Banken sowie private Unternehmen im In- und Ausland.

Der Bund allein war Ende 2022 mit 1620,4 Milliarden Euro verschuldet, ein Anstieg von 4,6 Prozent. Die Verbindlichkeiten der Länder sanken hingegen um fünf Prozent auf 606,9 Milliarden Euro. Trotz Rückgängen waren die Schulden pro Kopf in den Stadtstaaten weiterhin am höchsten, wobei sie in Bremen bei 33.264 Euro (2021: 53.834 Euro), in Hamburg bei 17.731 Euro (2021: 19.106 Euro) und in Berlin bei 16.564 Euro (2021: 16.897 Euro) lagen.

"Zu beachten ist, dass die Stadtstaaten anders als die Flächenländer auch kommunale Aufgaben wahrnehmen", erklärten die Statistiker.

Bei den Flächenländern hatte das Saarland mit 13.651 Euro (2021: 14.811 Euro) erneut die höchste Verschuldung je Einwohnerin und Einwohner, gefolgt von Schleswig-Holstein mit 11.188 Euro (2021: 11.391 Euro). Am niedrigsten war sie wie bereits in den Vorjahren in Sachsen mit 1352 Euro (2021: 1554 Euro) und Bayern mit 1425 Euro (2021: 1512 Euro).

Die Verschuldung der Gemeinden und Gemeindeverbände wuchs um 5,1 Prozent auf 140,8 Milliarden Euro. Die Kommunen in Rheinland-Pfalz wiesen erneut die höchste Pro-Kopf-Verschuldung aus mit 3016 Euro (2021: 3031 Euro) aus. Danach folgten Nordrhein-Westfalen mit 2863 Euro (2021: 2819 Euro) und das Saarland mit 2805 Euro (2021: 2918 Euro) sank. Die geringste Pro-Kopf-Verschuldung verzeichneten die Kommunen in Brandenburg mit 578 Euro (2021: 567 Euro), gefolgt von denen in Sachsen mit 658 Euro (2021: 549 Euro) und in Thüringen mit 880 Euro (2021: 964 Euro).

Die Sozialversicherung baute ihre Verbindlichkeiten deutlich ab. Sie sanken um 51,7 Prozent auf 22 Millionen Euro. (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen XRP-Ledger-Transaktionsvolumen überschreitet die Marke von 1 Million

Analysten erwarten ein Aufwärtspotenzial von 100%. XRP Wie können Inhaber neue passive Einkommensquellen schaffen?

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: SpaceX steigt weiter, Händler zögern vor Zinsentscheidung der Fed
16.06.2026

Ein turbulenter Handelstag birgt Überraschungen – erfahren Sie, warum Investoren gerade jetzt besonders aufmerksam die Entwicklungen...

DWN
Technologie
Technologie Batterie-Boom treibt Deutschland in neue China-Abhängigkeit
16.06.2026

Deutschlands Batterieproduktion erreicht einen Rekordwert – doch mit dem Boom wächst zugleich die Abhängigkeit von China. Die Branche...

DWN
Politik
Politik Der EU-Waffenchef warnt eindringlich: "Wir produzieren die falschen Waffen!"
16.06.2026

Der EU-Verteidigungskommissar warnt vor einem gefährlichen Missverhältnis in Europas Rüstungsstrategie. Während Donald Trumps...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Bund lehnt Unicredit-Angebot für Commerzbank ab
16.06.2026

Der Bund stellt sich offen gegen die Übernahme der Commerzbank durch die Unicredit und verschärft damit den Machtkampf um Deutschlands...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Tankrabatt verpufft: Millionen bleiben bei den Konzernen
16.06.2026

Der Tankrabatt sollte Autofahrer entlasten – doch nach Einschätzung von Experten kam ein Teil der Milliarden gar nicht bei ihnen an.

DWN
Politik
Politik EU stimmt US-Zolldeal zu – und droht mit Gegenzöllen
16.06.2026

Die EU macht den Weg für das Zollabkommen mit den USA frei, baut aber ein Sicherheitsnetz gegen neue Alleingänge aus Washington ein....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Kostenfalle Deutschland: Was Betriebe heute wirklich zahlen
16.06.2026

Energie doppelt so teuer wie in den USA, Lohnstückkosten 22 Prozent über globalem Schnitt, Bürokratie bindet 7 Prozent der Arbeitszeit,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Autokrise in China setzt VW und Mercedes unter Druck
16.06.2026

China galt jahrelang als Wachstumsmotor der Autoindustrie – doch nun brechen die Verkäufe massiv ein und setzen auch deutsche Hersteller...