Politik

Zypern: Türken verletzen drei UN-Soldaten schwer

Drei UN-Soldaten sind bei einem Handgemenge mit türkischen Zyprern verletzt worden.
18.08.2023 17:03
Lesezeit: 1 min

Angehörige der UN-Friedenstruppe in Zypern sind bei einem Zwischenfall auf der geteilten Insel verletzt worden. Es sei zu Handgreiflichkeiten zwischen UN-Friedenstruppen und türkisch-zyprischen Sicherheitskräften wegen nicht genehmigter Bauarbeiten gekommen, teilte die Friedensmission mit. Dabei seien drei UN-Angehörige schwer verletzt worden und hätten im Krankenhaus behandelt werden müssen, sagte UN-Sprecher Aleem Siddique. Einer sei mit Fußtritten zu Boden gebracht worden.

Einem Zeugen zufolge wurden die UN-Friedenstruppen von Menschen in türkisch-zyprischen Polizei- und Militäruniformen angegangen. Türkisch-zyprische Bulldozer verschoben in der von den Vereinten Nationen verwalteten Pufferzone UN-Lastwagen, Zementpoller und Stacheldraht. Der Vorfall ereignete sich in einem als Sektor 4 bekannten Gebiet, das von einem slowakischen Militärkontingent kontrolliert wird. Es wurde durch britische Friedenstruppen verstärkt.

Die USA, Großbritannien und Frankreich verurteilten den Vorfall. "Diese Aktionen sind völlig inakzeptabel und untergraben die Fähigkeit der UN, ihr friedenserhaltendes Mandat zu erfüllen", hieß es in einer gemeinsamen Erklärung der Botschaften.

Die türkisch-zyprischen Behörden wollen eine Straße durch ein Gebiet bauen, das nach Angaben der Friedensmission unter der Kontrolle der Vereinten Nationen steht. Sie soll den Ort Pyla (türkisch: Pile) mit einer Nachbargemeinde in Nordzypern verbinden. Die UN-Friedensmission UNFICYP forderte die türkisch-zyprische Seite auf, "alle Handlungen zu unterlassen, die zu einer weiteren Eskalation der Spannungen führen könnten, und das gesamte Personal und die Maschinen unverzüglich aus der UN-Pufferzone abzuziehen".

Die Mittelmeerinsel ist seit einer türkischen Invasion im Jahr 1974 geteilt. Die Türkei griff die Insel an, nachdem griechische Putschisten den Anschluss an Griechenland erzwingen wollten. Nordzypern wird nur von der Türkei anerkannt. Alle anderen Staaten sehen in Nordzypern einen Teil Zyperns.

UNFICYP ist eine der ältesten aktiven Friedensmissionen der Vereinten Nationen. Sie wurde erstmals in den 1960er Jahren auf die Insel entsandt, um die Gewalt zwischen griechischen und türkischen Zyprern zu beenden.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Lithiumstrategie: EU-Länder treiben industriellen Lithiumabbau voran
01.02.2026

Europa baut eigene Rohstoffkapazitäten aus, um strategische Abhängigkeiten zu reduzieren. Welche Folgen hat dieser Kurs für Industrie,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Wirtschaft im Umbruch: Welche Sektoren sorgen für Wachstum?
01.02.2026

Europa steht wirtschaftlich vor einer Phase zunehmender Ungleichgewichte zwischen etablierten Stärken und strukturellen Schwächen. Welche...

DWN
Finanzen
Finanzen Der heimliche Machtfaktor hinter dem KI-Boom: Sollten Anleger diese Halbleiter-Aktie kaufen?
01.02.2026

KI treibt den Hunger nach Rechenleistung und Speicherchips auf ein neues Niveau. Ein Unternehmen profitiert davon wie kaum ein anderes....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Energie-Aktien: KI-Boom treibt Strompreise und lockt Investoren
01.02.2026

Der Boom der Datenzentren verändert den Energiemarkt rasant. Während KI-Anwendungen den Strombedarf explodieren lassen, geraten Politik...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Globaler Cybersecurity-Ausblick für 2026: Geopolitik und KI prägen neue Cyberrisiken
01.02.2026

Digitale Angriffe betreffen Unternehmen und Staaten an zentralen wirtschaftlichen Schnittstellen. Wie verändern sich Risiken und...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitgeber-Umfrage zeigt: Generation Z ist arbeitsbereiter als gedacht
01.02.2026

Die Generation Z gilt oft als wenig leistungsbereit und stark auf Freizeit fokussiert. Doch eine neue Umfrage aus Norddeutschland zeichnet...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische Startups: Deutschland dominiert den Kampf um die nächsten Einhörner
01.02.2026

Milliarden fließen, aber nicht mehr in schnelle App-Ideen. Europas Startup-Szene verlagert ihren Schwerpunkt auf Deep-Tech,...

DWN
Finanzen
Finanzen Finanzmärkte 2026: Welche Risiken Anleger beachten müssen
31.01.2026

Die Kapitalmärkte treten in eine Phase erhöhter Unsicherheit, geprägt von Technologieumbrüchen, geopolitischen Spannungen und...