Unternehmen

Volle Gasspeicher bedeuten keine Sicherheit

Zwar sind die deutschen Gasspeicher vor dem Winter gut gefüllt. Doch die Betreiber geben keine Entwarnung. Bei extrem kalten Temperaturen drohe ein Mangel.
14.10.2023 12:10
Aktualisiert: 14.10.2023 12:10
Lesezeit: 1 min
Volle Gasspeicher bedeuten keine Sicherheit
Die Gasspeicher in Deutschland sind fast voll. Sicherheit bringt dies jedoch nicht. (Foto: dpa) Foto: Jens Büttner

Die Gasspeicher-Betreiber in Deutschland geben trotz hoher Füllstände keine Entwarnung für die Versorgungslage im kommenden Winter. Die Gasspeicher seien zwar zu 97 Prozent gefüllt, die Gefahr einer Gasmangellage im Winter bleibe aber bestehen, teilte die Initiative Energien Speichern (INES) am Donnerstag mit. "Selbst wenn die Gasspeicher erneut vollständig vor dem Winter befüllt werden, könnte die Gasnachfrage bei extrem kalten Temperaturen und aktuellem Verbrauchsverhalten vermutlich nicht mehr vollständig gedeckt werden."

Die Einhaltung der Füllstandsvorgabe in Höhe von 40 Prozent zum 1. Februar 2024 sei bereits bei normalen Temperaturen eine Herausforderung. Im Fall eines extrem kalten Winters könne die gesetzliche Vorgabe aller Voraussicht nach nicht eingehalten werden. INES ist ein Zusammenschluss von Betreibern der deutscher Gas- und Wasserstoffspeicher. Zu den 15 Mitgliedern gehören die Energiekonzerne RWE, Uniper, VNG, Sefe und OMV.

Eine Analyse zeige, dass bei extremer Kälte vor allem Haushalte und Gewerbekunden durch Einsparmaßnahmen einen großen Beitrag zum Erhalt der Industrieproduktion in Deutschland leisten könnten, erklärten die Betreiber. Die Bundesnetzagentur muss im Fall einer Gasmangellage entscheiden, wer noch mit Gas beliefert wird und wer nicht. Im vergangenen Winter konnte dies verhindert werden. Das war neben den milden Temperaturen und der Inbetriebnahme von schwimmenden Flüssiggas(LNG)-Terminals den Einsparungen beim Verbrauch der Industrie und der Haushalte zu verdanken.

"Wenn es uns nicht gelingt, vor dem Winter weitere schwimmende LNG-Terminals in Betrieb zu nehmen, können bei extrem kalten Temperaturen vermutlich nur noch zusätzliche Einsparbemühungen einen Gasmangel vermeiden", sagte INES-Geschäftsführer Sebastian Heinermann auf einer Pressekonferenz. Im Fall eines Gasmangels sei mit erneuten Steigerungen der Gaspreise zu rechnen und einer damit verbundenen Reduzierung der Verbräuche in Bereichen der Industrie und der Stromproduktion. (Reuters)

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Während der Markt panikartig verkauft, setzt das "kluge Geld" fieberhaft Bitcoin-Druckmaschinen ein?

Der Markt hat kürzlich eine scharfe Korrektur durchlaufen, wobei sich Panik wie eine Seuche ausbreitete, als Verkäufer ihre...

 

DWN
Technologie
Technologie HVO-Diesel: Potenzial und Grenzen eines synthetischen Kraftstoffs
10.02.2026

Künstlich hergestellter Dieselkraftstoff kann die CO₂-Bilanz bestehender Dieselautos deutlich verbessern. Wird HVO-Diesel damit zu einer...

DWN
Politik
Politik Drohnenproduktion in der EU: Ukraine startet Fertigung in Deutschland
10.02.2026

Die Ukraine verlagert Teile ihrer Drohnenproduktion nach Deutschland und stärkt damit die europäische Rüstungsindustrie. Welche Folgen...

DWN
Finanzen
Finanzen Teamviewer-Aktie rutscht ab: Teamviewer blickt zurückhaltend aufs neue Jahr – schwieriges Marktumfeld
10.02.2026

Die Teamviewer-Aktie steht nach einem deutlichen Kursrutsch erneut im Fokus der Anleger. Vorsichtige Ziele für 2026, ein schwieriges...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft US-Börsen im Wandel: Neue Bewertungsmaßstäbe an den Finanzmärkten
10.02.2026

Die US-Börsen geraten durch technologische Umbrüche und veränderte globale Kapitalströme in eine Phase der Neubewertung. Welche...

DWN
Finanzen
Finanzen Tui-Aktie: Verhaltene Börsenreaktion nach starken Tui-Zahlen und stabiler Prognose – die Gründe
10.02.2026

Starke Zahlen, sinkender Kurs: Der Reisekonzern Tui startet operativ so erfolgreich wie lange nicht. Hotels und Kreuzfahrten liefern...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs aktuell stabil über 25.000 Punkten – startet der Leitindex Richtung Rekordhoch?
10.02.2026

Der DAX-Kurs hält sich knapp über der psychologisch wichtigen Marke von 25.000 Punkten und sorgt damit für Spannung an den Märkten....

DWN
Unternehmen
Unternehmen Entscheidung im Tchibo-Aldi-Rechtsstreit: Kaffeeröster muss vor Gericht Niederlage hinnehmen
10.02.2026

Der Tchibo-Aldi-Rechtsstreit ist entschieden: Wieder muss der Hamburger Kaffeeröster vor Gericht eine Niederlage hinnehmen. Doch das...

DWN
Finanzen
Finanzen Olympische Winterspiele in Milano Cortina 2026: Diese Olympia-Aktien profitieren
10.02.2026

Die Olympischen Winterspiele 2026 in Mailand Cortina sind in vollem Gange, für das deutsche Olympia-Team gab es bereits mehrere Medaillen,...