Finanzen

In sieben Schritten zur finanziellen Freiheit

Lesezeit: 4 min
31.12.2023 10:12  Aktualisiert: 31.12.2023 10:12
Nicht mehr abhängig vom Arbeitgeber oder von den eigenen Auftragsbüchern? Was für viele Menschen wie ein Traum klingt, ist für andere längst Realität. Doch was ist dran am Wunschbild der finanziellen Freiheit? Wie kann man sie erreichen? Und welche Fallstricke gibt es auf dem Weg dorthin?
In sieben Schritten zur finanziellen Freiheit
Jeder hat die Möglichkeit finanzielle Freiheit zu erreichen und dies relativ unabhängig vom eigenen Verdienst. (Foto: istockphoto.com/Jinda Noipho)
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Finanziell frei zu sein, wünschen sich die meisten Menschen. Der Traum davon den Tag lang zu machen, was man will, womöglich keiner Arbeit mehr nachgehen zu müssen oder einfach seinen Leidenschaften zu folgen, ist fest implementiert im Kopf eines Jeden. Allerdings braucht es dazu keinen hohen Lotteriegewinn oder ein großes Erbe, sondern einfach Disziplin, Sparsamkeit und eine gute Strategie.

Was ist die finanzielle Freiheit?

So kann eigentlich jeder die finanzielle Freiheit erreichen und dies relativ unabhängig vom eigenen Verdienst. Denn sobald man in der Lage ist Teile seiner Einnahmen zu sparen, also über einem gewissen Existenzminimum verdient, kann man sich Gedanken über dieses Thema machen. Doch bevor es nach der Frage der Erreichbarkeit der finanziellen Freiheit geht, sollte zuerst klar sein, was dies eigentlich ist. Immerhin ist dieser Begriff in den vergangenen Jahren häufig in Marketingkampagnen teilweise unseriöser Coaching- und Trading-Anbieter massiv missbraucht worden.

Konkret bezeichnet die finanzielle Freiheit einen Zustand in dem man die eigenen regelmäßigen Ausgaben (Essen, Wohnen, Versicherungen etc.) nicht mehr durch sein Gehalt, sondern die Erträge seiner Kapitalanlagen stemmen kann. Experten gehen davon aus, dass man dazu mindestens das 25-fache seiner eigenen jährlichen Aushaben an Vermögen besitzen muss, um regelmäßig gefahrlos Kapital entnehmen zu können (Vier Prozent Regel).

Dabei hängt demnach viel von dem persönlichen Lebensstil ab, denn dieser bestimmt den Zeitpunkt der finanziellen Freiheit und den Aufwand den man zum Erreichen dieser betreiben muss. Es ist also von vornherein klar: Wer sparsam und ohne größere Ausgaben lebt, hat es zumeist leichter, das Ziel der Unabhängigkeit zu erreichen als viele andere. Dies zeigt auch auf, dass die Assoziation der finanziellen Freiheit mit dem Liegen unter Palmen am Strand von Mauritius nicht unbedingt der Realität entspricht. Tatsächlich erreichen die meisten Menschen diese Stufe eher aus einem Sicherheitsbedürfnis wegen der Angst vor einem potenziellen Jobverlust oder dem Zusammenbruch des Rentensystems, so zumindest gängige Umfragen und Millionärsstudien.

Aber wie erreicht man eigentlich die finanzielle Freiheit und sorgt dafür, dass dieser Plan mehr als ein Traum bleibt? Dazu gibt es mehrere voneinander leicht divergierende Pläne aus Büchern und Blogs wie “Mr Money Mustache” oder “The Road to Financial Freedom: Earn Your First Million” die sich allerdings gesamtheitlich in diesen sieben Schritten zusammenfassen lassen:

Vorab: Um diese oder überhaupt nur einen dieser Schritte erreichen zu können, gibt es einige Grundvoraussetzungen.

  • Die Erste ist ein sparsames Leben und die Bereitschaft auch Entbehrungen hinzunehmen.
  • Die Zweite ist das Investieren in produktive Vermögensgegenstände wie Aktien oder Immobilien, die natürlich auch das Risiko eines Totalverlustes tragen.
  • Dir Dritte ist ein entsprechender Anlagehorizont. Denn nur durch lange Jahre im Markt kann der Zinseszinseffekt auch entsprechend für Sie arbeiten

Sollten Sie in der Lage sein alle diese Kriterien zu erfüllen, dann können Sie mit diesen sieben Schritten die finanzielle Freiheit erreichen:

Schritt 1: Um den ersten Schritt der finanziellen Freiheit zu erreichen, sollten Sie einen Notgroschen in Höhe von genau einem Monatsgehalt (netto) ansparen. Dieser soll Ihnen dabei helfen in unvorhergesehenen Krisensituationen nicht in die Schuldenfalle zu geraten.

Schritt 2: Im zweiten Schritt sollten Sie alle Schulden bis auf einen eventuellen Immobilienkredit getilgt haben. Gerade Konsumschulden mit hoher Verzinsung sind der Feind auf dem Weg für ein Leben in Unabhängigkeit und sollten in Zukunft von Ihnen vermieden werden.

Schritt 3: Ist man endlich Schuldenfrei, dann sollte man anschließend seinen Notgroschen weiter aufpolstern. Im Idealfall sollten Sie daher auf einem Tagesgeld-Konto drei bis sechs Monatsgehälter (netto) gelagert haben, um vor unvorhergesehenen Ausgaben sicher zu sein und den dritten Schritt zu finanziellen Freiheit zu erreichen.

Schritt 4: Ab dem vierten Schritt geht es dann an das Investieren. Dieses Niveau hat derjenige erreicht, der seine Lebenshaltungskosten für ein ganzes Jahr als Vermögen hat. Dazu zählen sowohl der Notgroschen als auch Investments in Aktien, Immobilien & Co.

Schritt 5: Sollten Sie so weit in Ihrem Plan fortgeschritten sein, dann heißt es einfach konsequent weiter zu investieren und vor allem auch die Erträge über einen längeren Zeitraum nicht zu verkonsumieren. Gehen Sie so vor Erreichen Sie fünfmal die jährlichen Kosten als Vermögen, womit Sie Schritt fünf zur finanziellen Freiheit abgeschlossen haben.

Schritt 6: Wer danach immer noch weiter macht, der muss sehr viel Disziplin mitbringen und spätestens ab Schritt sechs tendieren viele Menschen dazu “es gutsein” zu lassen, da man bereits ein stattliches Vermögen anhäufen konnte. So schließt derjenige Schritt sechs ab, der seine zehnfachen Kosten pro Jahr an Vermögen angehäuft hat, wobei bereits jetzt ein großer Teil durch Wertsteigerungen der Anlagen erreicht sein dürfte.

Schritt 7: Doch wenn Sie es sich tatsächlich zum Ziel gemacht haben, eines Tages von Ihren Kapitalerträgen zu leben, dann braucht es noch mehr. Anlageexperten empfehlen dazu mindestens das 25-fache, besser das mehr als 30-fache der jährlichen Kosten, um alle Ausgaben decken und diese auch langfristig an die Inflation anpassen zu können.

Es ist also tatsächlich möglich die finanzielle Freiheit zu erreichen, auch wenn man dazu freilich einige Stellschrauben im Leben drehen muss. So sind die eigenen Kosten und das Einkommen die beiden größten Faktoren, die sich auf das Erreichen dieses Ziels auswirken. Wer also sparsam lebt und hart arbeitet hat eine freilich bessere Chance den Punkt der Unabhängigkeit zu erreichen als Menschen die dies nicht tun.

Fallstricke auf dem Weg zur finanziellen Freiheit

Allerdings gibt es auch einige Fallstricke auf dem Weg hin zur finanziellen Freiheit. Diese sollten auf jeden Fall beachtet werden, denn gerade junge Menschen sind von der Idee angetan eines Tages nur nach Lust und Laune statt nach einer Stechuhr zu arbeiten.

So besteht primär das Risiko, dass das Leben auf dem Weg zur finanziellen Freiheit auf der Strecke bleibt. Denn viele Menschen rutschen von der Sparsamkeit schnell in den Geiz ab, entfernen sich von ihrem Umfeld und haben auch keinerlei Erlebnisse. Das Leben kann aber auch wegen der Arbeit zu stark zurückgefahren werden, da Anhänger der Bewegung zur finanziellen Unabhängigkeit (FIRE) oftmals überdurchschnittlich viel und zumeist nur für das Geld arbeiten. Das kann primär aus gesundheitlicher Sicht schnell ins Auge gehen. Aber auch die klassischen positiven und negativen Schicksalsschläge im Leben können den eigenen Finanzplan zunichtemachen. So ist der plötzliche Eintritt ins Familienleben für viele das Ende der Traums finanzielle Freiheit – auch ein Jobverlust oder eine plötzliche Krankheit können ähnliche Auswirkungen haben.

Fazit: Sparen ist wichtig, aber…

Unter dem Strich ist die finanzielle Freiheit also definitiv möglich, wenngleich diese nicht um jeden Preis erreicht werden sollte. Sparen und vor allem der Aufbau von Vermögen sind gute Ziele, doch wer sein ganzes Leben nur darauf ausrichtet möglichst viel Geld anzuhäufen, der verkauft auch jeden Tag ein Stückchen seines Lebens. Wenn Sie also planen eines Tages finanziell frei zu sein, dann kalkulieren Sie nicht zu eng. Lassen Sie sich Spielräume oder es zunächst einfach langsam angehen, denn auch wenn es möglich ist, sie zu erreichen, sollte die finanzielle Freiheit nicht die erste Priorität im Leben sein.


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