Politik

Nach Tötung eines iranischen Terror-Generals: Neue Spannungen mit Israel

Der Tod eines iranischen Generals bei einem mutmaßlich israelischen Luftangriff in Syrien hat die ohnehin schon schweren Spannungen im Nahen Osten noch einmal erhöht. Der Sprecher des iranischen Verteidigungsministerium, Resa Talaei-Nik, drohte Israel laut Nachrichtenagentur Tasnim am Dienstag: „Die Zionisten müssen sich auf die Konsequenzen ihres Verbrechens gefasst machen - und die werden schmerzhaft sein."
26.12.2023 17:37
Lesezeit: 2 min
Nach Tötung eines iranischen Terror-Generals: Neue Spannungen mit Israel
Der iranische General Mussawi. Der Verbindungsmann zur Terrorgruppe Hisbollah starb bei einem Präzisionsangriff. (Foto: dpa) Foto: Tasnim News Agency

Das ranghohe Mitglied der iranischen Revolutionsgarden (IRGC), General Sejed-Rasi Mussawi, war am Montag bei einer Explosion in einem Vorort der syrischen Hauptstadt Damaskus getötet worden.

Laut Informationen der New York Times soll Mussawi nach Damaskus entsandt worden sein, um als Verbindungsmann zur libanesischen Terrormiliz Hisbollah die Lieferung von Raketen und anderen Waffen zu überwachen.

Vom israelischen Militär hieß es zum Tod des Generals nur, man kommentiere keine ausländischen Medienberichte. Die New York Times schrieb, israelische Beamte hätten eingeräumt, dass sie sich auf mögliche iranische Vergeltungsmaßnahmen vorbereiteten.

Die iranischen Revolutionsgarden schworen Israel Rache. „Das zionistische Regime (Israel) wird definitiv für den Märtyrertod unseres langjährigen Militärberaters bezahlen", hieß es auf dem IRGC-Webportal.

Warnung an Israel

Israel richtete eine scharfe Warnung an die mit dem Iran verbündete Hisbollah im Libanon. „Wir treffen die Hisbollah sehr hart - sie hat rund 150 Kämpfer verloren, ihre Infrastruktur ist beschädigt, sie wurde weit von der Grenze zurückgedrängt und die Luftwaffe fliegt ungehindert über dem Libanon", sagte Israels Verteidigungsminister Joav Gallant.

Israel attackiert Ziele in Syrien, um zu verhindern, dass der Iran dort seinen militärischen Einfluss mit Hilfe von Milizen ausbaut. Sowohl der Libanon als auch Syrien sind Nachbarländer Israels. Israel fühlt sich durch die Raketenarsenale der Hisbollah und anderer Milizen bedroht.

Das Arsenal der Hisbollah

Die Hisbollah-Miliz gilt für Israel als der ungleich gefährlichere Gegner als die Hamas. Die Hisbollah verfügt nach Einschätzung von Militärbeobachtern über rund 25.000 einsatzfähige Kämpfer, hinzu kämen weitere 30.000 Reservisten die rasch mobilisiert werden können. Noch mehr Sorge als die große Zahl einsatzbereiter Kämpfer aber mach Israel das Waffenarsenal. Die Hisbollah verfügt über etwa 140.000 Raketen, von denen viele jeden Winkel Israels erreichen können. Selbst das hochentwickelte Raketenabwehrsystem, über das Israel verfügt, wäre angesichts der schieren Masse überfordert. Syrien zählt für Teheran neben der Schiitenorganisation Hisbollah im Libanon sowie der islamistischen Hamas zur sogenannten „Achse des Widerstands" im Kampf gegen Israel. Nach US-Geheimdienstangaben unterstützt der Iran auch die Huthi-Rebellen im Jemen sowie Milizen im Irak.

Seit Beginn des Gaza-Krieges nach dem Hamas-Massaker in Israel am 7. Oktober kommt es fast täglich zu gegenseitigem Beschuss zwischen Israels Armee und der Hisbollah in der israelisch-libanesischen Grenzregion. Es ist die schwerste Eskalation seit dem zweiten Libanon-Krieg.Unterdessen haben auch die Spannungen zwischen den USA und dem Iran zugenommen. Nachdem proiranische Milizen der Kataeb Hisbollah einen amerikanischen Stützpunkt im Irak angegriffen haben, bei dem drei US-Soldaten verletzt wurden, haben nun die USA mit Gegenschlägen im Norden Irak geantwortet. Dabei soll mindestens ein Mitglied der Miliz getötet worden sein. Iran und die USA standen immer wieder am Rande eines Krieges. Im Januar 2020 töteten die USA den mächtigen iranischen General Qasem Soleimani sowie den Anführer von Kataeb Hisbollah, Abu Mahdi al-Muhandis, bei einem Drohnenangriff in Bagdad. Es folgten wochenlange militärische Spannungen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Ökonomen halten KI-Crash für wahrscheinlich: Wo Anleger am Markt Schutz suchen können
26.08.2026

Es wird immer schwieriger, ein Portfolio gegen KI zu diversifizieren, sagen Experten. Sie erklären, wie man sich am besten gegen...

DWN
Politik
Politik „Europa ist schwach“: Patrick Collison und Mario Draghi schließen sich mit neuem Think Tank zusammen – Polen ist nicht dabei
26.08.2026

Stripe-Mitgründer Patrick Collison und der frühere EZB-Präsident Mario Draghi wollen Europas wirtschaftliche Schwäche bekämpfen. Mit...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Exklusiv-Interview zu Freyja: Fire-Point-Chefin erklärt die Patriot-Alternative aus der Ukraine
26.08.2026

Nach dem ersten DWN-Bericht über Freyja spricht Fire-Point-Chefin Iryna Terekh nun exklusiv über das ukrainische Rüstungsprojekt. Mit...

DWN
Politik
Politik Sozialhilfe-Ausgaben explodieren: Pflegekosten wachsen stärker als Grundsicherung
26.08.2026

Die Ausgaben für Sozialhilfe sind 2025 in Deutschland um 6,1 Prozent gestiegen. Besonders stark legten die Kosten für die Hilfe zur...

DWN
Finanzen
Finanzen 21,4 Milliarden Euro: Neuer Höchstwert bei Erbschaft- und Schenkungsteuer
26.08.2026

Die festgesetzte Erbschaft- und Schenkungsteuer in Deutschland erreicht einen Rekordwert. Was steckt hinter dem starken Anstieg im...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktien 2026: Nvidia, SAP und Co. sind laut Experten noch zu günstig
26.08.2026

Der KI-Boom hat viele Technologieaktien teuer gemacht. Doch ausgerechnet jetzt sieht Morningstar bei zwölf bekannten Unternehmen noch...

DWN
Finanzen
Finanzen Droneshield-Aktie bricht zweistellig ein: Hohe Verluste überschatten starkes Umsatzwachstum
26.08.2026

DroneShield wächst kräftig, schreibt jedoch hohe Verluste und gerät zugleich ins Visier der australischen Finanzaufsicht. Der...

DWN
Politik
Politik Neue Zuckersteuer: Aufpreis war auch für Zero-Getränke und Hafermilch angedacht
26.08.2026

Die geplante Zuckersteuer soll Verbraucher offiziell von stark zuckerhaltigen Getränken abhalten. Doch künftig sollten auch Hafermilch...