Wirtschaft

EU hat Ermittlungen gegen chinesische Autobauer eingeleitet

Die EU hat Insidern zufolge Ermittlungen gegen chinesische E-Autobauer aufgenommen - ein riskantes Unterfangen.
12.01.2024 16:49
Aktualisiert: 12.01.2024 16:49
Lesezeit: 1 min

Die EU hat Insidern zufolge Ermittlungen gegen chinesische E-Autobauer wegen möglicher ungerechtfertigter staatlicher Subventionen aufgenommen. Die im Oktober eingeleitete Untersuchung sei auf dreizehn Monate angesetzt, sagten drei mit der Angelegenheit vertraute Personen am Freitag der Nachrichtenagentur Reuters. Mit Besuchen vor Ort sollen die Inspektoren überprüfen, ob E-Autobauer in China unzulässig von staatlichen Subventionen profitieren. Die EU-Wettbewerbshüter ziehen mögliche Strafzölle zum Schutz der europäischen Hersteller in Betracht.

Die Inspektoren nehmen die chinesischen Produzenten BYD, Geely und Saic unter die Lupe, wie zwei der Personen sagten. Einem der Insider zufolge sind in China produzierte Marken ausländischer Autokonzerne wie BMW, Tesla und Renault nicht davon betroffen. Nach Angaben der Europäischen Kommission befinden sich die Ermittlungen in der Einleitungsphase, die Kontrollbesuche sollen bis zum 11. April stattfinden. Als erster chinesischer Autokonzern hat Great Wall Motor im Oktober mitgeteilt, dass er Antworten auf die EU-Überprüfung eingereicht habe.

Der Schritt hat die Spannungen zwischen der EU und China verschärft. Die Staatengemeinschaft will ihre Abhängigkeit von der zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt verringern, insbesondere bei Materialien und Produkten, die sie für ihren wirtschaftlichen Wandel benötigt. Peking bezeichnet die Ermittlungen als protektionistisch. Anfang Januar leitete China eine Antidumping-Untersuchung gegen aus der EU importierten Weinbrand ein. Damit zielt das Land womöglich auf Frankreich ab, das die aktuellen Ermittlungen der EU-Wettbewerbswächter unterstützt. Zudem verschärfte die Volksrepublik Ende Dezember ihre Exportgesetze rund um Seltene Erden.

China hat unter anderem dank Preisnachlässen die PKW-Nachfrage in jüngster Zeit angekurbelt und Japan als weltgrößten Autoexporteur überholt. Rückenwind verliehen dabei chinesische E-Autobauer, die zunehmend auf ausländische Märkte drängten. Zu den bekanntesten nach Europa exportierten Produkten gehören die ursprünglich britische Marke MG von Saic und der zu Geely gehörende schwedische Autobauer Volvo.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Bulthaup: Brauchen wir noch Küchen im Zeitalter künstlicher Intelligenz?
20.03.2026

Der Name Bulthaup steht seit Jahrzehnten für Luxus-Küchen aus Deutschland. In Zeiten der Digitalisierung und künstlichen Intelligenz...

DWN
Politik
Politik Krieg gegen Iran: Wie erfolgreich ist Israels Strategie? Und was ist das Ziel?
20.03.2026

Der Konflikt zwischen Israel, Iran und der Hisbollah erreicht eine neue Eskalationsstufe. Militärische Erfolge stehen wachsenden...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis aktuell: Gilt Gold noch als sicherer Hafen?
20.03.2026

Am Freitag ist der Goldpreis erneut in die Verlustzone gerutscht. Bei Anlegern sollten nun die Alarmglocken schrillen: Wenn der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg treibt Kosten in die Höhe: Fluggesellschaften erhöhen Ticketpreise
20.03.2026

Steigende Treibstoffkosten und ein spürbarer Rückgang im Tourismus infolge des Iran-Kriegs setzen die Flugbranche unter erheblichen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neue Ifo-Studie: Paare im Homeoffice bekommen mehr Kinder – was wirklich dahintersteckt
20.03.2026

Wer regelmäßig im Heimbüro arbeitet, zeugt mehr Nachwuchs – zu diesem Ergebnis kommt ein internationales Team von Wissenschaftlern....

DWN
Finanzen
Finanzen Unser neues Magazin ist da: Vermögen aufbauen statt verwalten – Strategien für die nächste Dekade
20.03.2026

Über Jahrzehnte galt eine einfache Regel: Wer spart, sorgt vor. Doch in einer Welt aus Inflation, niedrigen Realzinsen und...

DWN
Politik
Politik Nahost-Konflikt: Keine Entspannung im Iran-Krieg in Sicht – Spannungen und wirtschaftliche Risiken nehmen zu
20.03.2026

Auch Wochen nach Beginn der Angriffe ist kein Ende des Iran-Kriegs in Sicht. Militärische Schläge, geopolitische Spannungen und...

DWN
Finanzen
Finanzen Fuchs-Aktie überzeugt trotz Gegenwind: Dividende steigt – was Anleger jetzt wissen müssen
20.03.2026

Anleger blicken gespannt auf die Fuchs-Aktie: Der Schmierstoffhersteller steigert Umsatz und Gewinn leicht und hebt die Dividende an....