Finanzen

Bundesbank-Initiative: Bargeld muss erhalten bleiben

In Deutschland werden Barzahlungen zunehmend erschwert. Auf Initiative der Bundesbank setzt sich nun das Nationale Bargeldforum für den Erhalt der Geldscheine als Zahlungsmittel ein.
04.03.2024 06:30
Lesezeit: 2 min

In Sachen Bargeld wird es für die Deutschen immer schwieriger. Bankfilialen schließen und Geldautomaten werden abgebaut. Auch bei einigen Gastronomen und Händlern wird eine Barzahlung bereits abgelehnt, wie eine Umfrage der Verbraucherzentrale Bund (VZBV) ergab. Ein gutes Viertel der Befragten gab dabei an, dass sich die Wege zum Abheben des Bargeldes verlängert habe. Gleichzeitig seien die Kosten für die Bargeldabhebung gestiegen. Ebenfalls ein gutes Viertel der Befragten bestätigte, dass sie im vergangenen halben Jahr zumindest einmal eine Barzahlung nicht tätigen konnten, weil diese nicht möglich war.

Auf Initiative der Deutschen Bundesbank wurde nun das "Nationale Bargeldforum" gegründet. Dieses will sich dafür einsetzen, dass Verbraucher auch in Zukunft frei wählen können, ob sie digital oder doch lieber mit Bargeld bezahlen wollen. Ziel ist es, das Bargeld als allgemein verbreitetes und effizientes Zahlungsmittel zu erhalten, wie Burkhard Balz als Bundesbankvorstand bekannt gab.

Verbraucher wollen Bargeld behalten

Im Mandat heißt es dazu: „Ziel des Nationalen Bargeldforums ist es, Bargeld als kostengünstiges und effizientes Zahlungsmittel in einem Umfeld des sich wandelnden Zahlungsverhaltens verfügbar zu halten und zu sichern. Um dieses Ziel zu erreichen, erörtert das Gremium alle relevanten Aspekte des Barzahlungsverkehrs, insbesondere aber die Themenschwerpunkte Zugang zu und Akzeptanz von Bargeld, Sicherheit, Wirtschaftlichkeit, Nachhaltigkeit, Digitalisierung, Not- und Krisenvorsorge sowie grenzüberschreitende Zusammenarbeit.“

Generell wird heute immer weniger mit Bargeld an den Kassen bezahlt. Allerdings möchten 93 Prozent der befragten Verbraucher auch in Zukunft selbst entscheiden, ob sie bar oder digital bezahlen. Die ergab eine neulich veröffentlichte Studie der Bundesbank. Bundesbank-Chef Balz, der auch Vorsitzender des Forums ist, möchte mit der Initiative das Bewusstsein fürs Bargeld als einfaches und sicheres Zahlungsmittel stärken und für die freie Wahl der Bürger und Bürgerinnen eintreten.

Initiative aus Bundesbank und Verbänden

Dem Nationalen Bargeldforum gehören neben Mitgliedern der Bundesbank auch diverse Verbände an – aus dem Einzelhandel, den Verbraucherschützern, der Kreditwirtschaft, den Automatenbetreibern und der Geld- und Wertdienstleistungsbranche. Sie alle wollen gemeinsam neue Lösungswege für die Bargeldverfügung erarbeiten. Joachim Schmalzl, Vorstand des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV), bekräftigte angesichts der sich häufenden Geldautomatensprengungen, dass die Sicherung der Geldautomatenstandorte erklärtes Ziel der Bemühungen sei. Die Verfügbarkeit von Bargeld müsse sicher und nachfragegerecht gewährleistet sein.

Das Bargeldform will mindestens einmal im Jahr in einem Plenum zusammenkommen, das nächste Mal im kommenden Herbst. Fachlich werden die Themen in Arbeitsgruppen vorbereitet, die dann die Grundlagen für die Diskussion, Entscheidungen und Handlungsempfehlungen liefern sollen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen XRP-Ledger-Transaktionsvolumen überschreitet die Marke von 1 Million

Analysten erwarten ein Aufwärtspotenzial von 100%. XRP Wie können Inhaber neue passive Einkommensquellen schaffen?

X
DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen US-Märkte im Überblick: Wall Street im Höhenflug nach US-Iran-Abkommen
15.06.2026

Ein diplomatischer Durchbruch sorgt für unerwartete Dynamik an den Finanzmärkten – was Anleger zu den aktuellen Marktentwicklungen...

DWN
Panorama
Panorama Fußball-WM 2026: Milliarden fließen in wenige Taschen
15.06.2026

Die in Nordamerika beginnende Fußball-WM 2026 ist größer als je zuvor. Von den astronomischen Einnahmen dieses Sportfestes profitieren...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Leitzins angehoben: Wer sind die Verlierer und Gewinner?
15.06.2026

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins für die Eurozone am vergangenen Donnerstag angehoben. Für Sparer, Kreditnehmer, Staaten und...

DWN
Politik
Politik Europäische Schlüsselstaaten wollen Kaja Kallas’ Macht beschneiden
15.06.2026

Mehrere Mitgliedstaaten der Europäischen Union, allen voran Deutschland und Frankreich, suchen nach Möglichkeiten, die Macht der Hohen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Investoren verlieren Geduld: Merz-Beauftragter Blessing warnt vor Ernüchterung
15.06.2026

Deutschland gilt international weiterhin als verlässlicher und stabiler Standort. Dennoch wächst bei manchen Investoren die Skepsis...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft USA-Iran-Abkommen: Kommt jetzt die Entlastung bei den Spritpreisen?
15.06.2026

Die Einigung zwischen den USA und dem Iran sorgt weltweit für Aufmerksamkeit – auch an den Energiemärkten. Experten sehen Chancen auf...

DWN
Politik
Politik Ukraine entwickelt kostengünstige Alternative zu US-amerikanischen Patriot-Raketen
15.06.2026

Die Ukraine hat eine neue Luftabwehrrakete getestet, die eine kostengünstigere und für die Serienfertigung geeignete Alternative zum...

DWN
Finanzen
Finanzen Rheinmetall-Aktie kaufen? Der Superzyklus steht erst am Anfang
15.06.2026

Der Wert der Rheinmetall-Aktie hat sich seit 2022 bereits vervielfacht. Russlands Krieg gegen die Ukraine, Europas Aufrüstung und...