Finanzen

Kindergrundsicherung: Zwist innerhalb der Koalition verzögert Prestigeprojekt

SPD-Sozialexperte sieht Verzögerung bei Kindergrundsicherung nicht bei FDP, sondern beim Familienministerium. Ziel: Entlastung für Familien ab 2025.
04.04.2024 07:55
Aktualisiert: 04.04.2024 12:25
Lesezeit: 1 min
Kindergrundsicherung: Zwist innerhalb der Koalition verzögert Prestigeprojekt
Christian Lindner (FDP, links), Bundesminister der Finanzen, und Lisa Paus (Bündnis 90/Die Grünen), Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (Archivbild): Sie hatten sich bereits 2023 über die Eckpunkte der Kindergrundsicherung geeinigt (Foto: picture alliance/dpa). Foto: Kay Nietfeld

Trotz der FDP-Bedenken gegen die Gesetzespläne zur Kindergrundsicherung sieht der SPD-Sozialexperte Martin Rosemann die Schuld für eine mögliche Verzögerung nicht beim Koalitionspartner, sondern eher beim grün geführten Familienministerium. „Den Vorwurf, dass die FDP bisher das Verfahren verzögern würde und deswegen jetzt alles länger dauert, teile ich so nicht. Sondern der Gesetzentwurf ist uns relativ spät zugeleitet worden, und er hat leider viele Schwachstellen, die wir im parlamentarischen Verfahren gemeinsam lösen müssen. Und deswegen dauert das so lange“, sagte Rosemann am Donnerstag im Deutschlandfunk.

Der Obmann der SPD-Fraktion für Arbeit und Soziales verteidigte aber das Vorhaben von Familienministerin Lisa Paus (Grüne), für die Kindergrundsicherung 5000 neue Stellen zu schaffen. Gerade Kinder arbeitender Eltern mit niedrigem Einkommen sollten durch die Kindergrundsicherung gestärkt und diese Familien entlastet werden. „Dazu ist eine stärkere Beratungsstruktur erforderlich. Dazu ist es notwendig, dass eben ein Stück weit diese sozialen Leistungen, diese Familienleistungen eben automatischer an die Familien rankommen und die nicht so viele Anträge bei so vielen Behörden stellen müssen. Und dafür gibt es natürlich auch einen gewissen personellen Aufwand“, erklärte er.

Mit der Kindergrundsicherung sollen ab 2025 bisherige Leistungen wie das Kindergeld, Leistungen aus dem Bürgergeld für Kinder oder der Kinderzuschlag gebündelt werden. Sie gilt als das sozialpolitische Prestigeprojekt der Grünen. Das Kabinett verabschiedete im September einen Gesetzentwurf mit dem Ziel, dass die Kindergrundsicherung am 1. Januar 2025 in Kraft tritt. Derzeit befindet sich das Projekt im parlamentarischen Verfahren - und kommt nur schleppend voran.

(dpa)

Mehr zum Thema
article:fokus_txt
DWN
Finanzen
Finanzen Anlagestrategie: Falsche Prognosen sind besser als keine Prognosen
11.01.2026

Prognosen sind notorisch unzuverlässig – und dennoch unverzichtbar. Ob Wetter, Kapitalmärkte oder Geschichte: Wir wissen, dass...

DWN
Technologie
Technologie Arbeitswelt 50 plus: Wie die KI ältere Arbeitnehmer benachteiligt
11.01.2026

Die KI ist nicht objektiv, sondern lernt aus dem Internet. Dort grassieren Vorurteile - auch gegenüber Arbeitnehmern über 50. Diese...

DWN
Politik
Politik Bundeswehr in Litauen: Litauens Präsident setzt auf deutsche Brigade ab 2027
11.01.2026

Ab Ende 2027 sollen in Litauen fast 5.000 Bundeswehr-Soldaten die Ostflanke schützen. Für Präsident Nauseda ist das gesetzt, trotz neuer...

DWN
Politik
Politik „America first“: USA steigen aus 66 internationalen Organisationen aus
11.01.2026

Die USA ziehen sich aus 66 internationalen Organisationen zurück. Der Austritt wird damit begründet, dass die Organisationen,...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 02: Die wichtigsten Analysen der Woche
11.01.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 02 des neuen Jahres fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...

DWN
Politik
Politik Rente neu gedacht: Das Altersvorsorgedepot soll kommen
11.01.2026

Die Koalition will als Alternative zur Rente ein Konzept auf den Weg bringen, um am Aktienmarkt für das Alter vorzusorgen. Der Staat hilft...

DWN
Politik
Politik Trump verdient Milliarden im Amt: Wie das Präsidentenamt zur Geldquelle wird
10.01.2026

Das Weiße Haus ist traditionell mit politischer Macht verbunden, nicht mit privater Vermögensmehrung. Doch in welchem Ausmaß wird das...

DWN
Politik
Politik Emissionshandel: CO2-Zertifikate bringen Deutschland 21,4 Milliarden Euro ein
10.01.2026

Mit CO2-Zertifikaten kaufen Unternehmen die Erlaubnis, Treibhausgase auszustoßen. Damit finanziert werden Klimaschutz und Energiewende....