Wirtschaft

US-Finanzministerin: Chinas Überproduktion bedroht globale Wirtschaft

US-Finanzministerin Yellen auf China-Reise warnt vor Überproduktion, die weltweite Wirtschaftszweige untergräbt und Lieferketten-Risiken erhöht.
05.04.2024 22:49
Aktualisiert: 06.04.2024 03:21
Lesezeit: 1 min

US-Finanzministerin Janet Yellen hat vor einer Gefahr durch Chinas Überkapazitäten für die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft gewarnt. «Besonders direkte und indirekte Unterstützung durch die Regierung führt zu einer Produktionskapazität, die deutlich die heimische Nachfrage in China und das, was der Weltmarkt vertragen kann, übersteigt», sagte die 77-Jährige am Freitag vor Vertretern der US-Handelskammer im südchinesischen Guangzhou. China überschwemmt mit Produkten wie Solarpaneelen oder Batterien den Weltmarkt. Auch in Deutschland bereitet das manchen Wirtschaftszweigen Sorgen, da die Firmen mit den billigen Produkten aus Fernost nicht konkurrieren können.

Auch wenn Yellen zufolge hinter dieser Politik die Entwicklungsziele Chinas stehen mögen, kann Überkapazität jedoch zu hohen Exporten und gedrückten Preisen führen, was das Geschäft von Firmen in den USA und weltweit unterwandere. «Und das kann zu einer übermäßigen Konzentration der Lieferkette führen, was ein Risiko für die Widerstandsfähigkeit der Weltwirtschaft darstellt», sagte sie.

Bedingungen für ausländische Firmen in China schwierig

Die US-Ministerin ist noch bis kommenden Dienstag in China für Gespräche mit hohen Regierungsvertretern. Vor dem Abflug hatte Yellen dem «Wall Street Journal» gesagt, die USA wollten sich nicht allzu abhängig machen, und China wolle den Markt dominieren. «Das werden wir nicht zulassen», sagte sie. In Guangzhou und ab Samstag in Peking will sie sich nach eigenen Angaben für eine gesunde Beziehung zwischen der größten und zweitgrößten Volkswirtschaft der Welt einsetzen und die Bedenken Washingtons vorbringen.

US-Unternehmen klagen wie europäische und deutsche Firmen seit Jahren über ähnliche Probleme in China. Ein Problem ist in den Augen der Unternehmen der erschwerte Marktzugang in der Volksrepublik und eine verglichen mit heimischen und staatseigenen Firmen ungerechte Behandlung - etwa bei öffentlichen Ausschreibungen. Beobachter vermuten, dass Yellen China mahnen dürfte, nicht durch Exporte seine schwächelnde Wirtschaft zu stützen, sondern stattdessen den heimischen Verbrauchermarkt zu stärken.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Edelmetalle in einer neuen Marktphase

Gold über 5.500 US-Dollar, Silber über 100 US-Dollar pro Unze

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Apple übertrifft Prognosen: iPhone-Umsatz erzielt Allzeitrekord
29.01.2026

Apple gab am Donnerstag seine Ergebnisse für das erste Quartal bekannt und übertraf dank starker iPhone-Verkäufe die Erwartungen der...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Microsofts freier Fall zog US-Börsen ins Minus
29.01.2026

Der Kurssturz der Microsoft-Aktie um mehr als 10 Prozent löste am Donnerstag einen Börsenabschwung aus.

DWN
Politik
Politik Iran erlässt Notstandsverordnung: Vorsorge angesichts eines möglichen Militärangriffs der USA
29.01.2026

Die iranische Regierung erlässt eine Notstandsverordnung, mit der sie zentrale Befugnisse an die Provinzen überträgt. Damit trifft das...

DWN
Finanzen
Finanzen DAX-Kurs zum Handelsschluss im Minus: SAP-Kurseinbruch belastet
29.01.2026

Der DAX-Kurs ist am Donnerstag unter Druck geraten, nachdem das DAX-Schwergewicht SAP die Anleger enttäuschte. Gleichzeitig verunsichern...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldpreis stoppt Rekordlauf: Edelmetallmärkte drehen plötzlich – Trendwende oder Korrektur?
29.01.2026

Ein Goldpreis-Rekordhoch gab es am Donnerstagmorgen genau wie in den vergangenen Tagen, mal wieder. Jeden Tag ein Goldpreis-Rekordhoch....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Industrieemissions-Richtlinie für Klimaschutz: Neue Schadstoffregeln für Industrie beschlossen
29.01.2026

Das Bundeskabinett verabschiedet einen Gesetzesentwurf, der eine Richtlinie der EU zu Industrieemissionen bis zum 1. Juli in nationales...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Novo Nordisk-Aktie wieder unter Druck: Holt Eli Lilly den Vorsprung endgültig auf?
29.01.2026

Die Novo Nordisk-Aktie steht nach einem kurzen Zwischensprint wieder unter Druck: Im Frankfurter Börsenhandel am Donnerstag verliert die...

DWN
Panorama
Panorama Europäische Investitionsbank (EIB): EU-Förderbank verstärkt Engagement in der Verteidigung
29.01.2026

Europa steht sicherheitspolitisch unter Druck: Russlands Angriffskrieg und globale Machtverschiebungen zwingen die EU zum Handeln. Die...