Technologie

Frauen in Tech-Berufen: Deutliches Ungleichgewicht trotz wachsender Nachfrage

Der Frauenanteil in Berufen in den Bereichen Bereich Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik ist laut einer Studie niedrig. Berlin führt und das Saarland bleibt weiterhin hinterher.
24.04.2024 08:49
Aktualisiert: 24.04.2024 09:40
Lesezeit: 1 min

Frauen sind in den Berufen der Bereiche Mathematik, Informatik, Naturwissenschaften und Technik (MINT) immer noch stark unterrepräsentiert.

Laut einer aktuellen Auswertung des Instituts der deutschen Wirtschaft (IW) in Köln sind nur 16 Prozent der Beschäftigten in MINT-Berufen weiblich. Besonders niedrig ist der Anteil im Saarland, während Berlin die höchste Frauenquote aufweist.

Die Herausforderungen in technischen und naturwissenschaftlichen Berufsfeldern steigen laut IW – und damit auch der Bedarf an qualifizierten Fachkräften. Doch Frauen sind in diesen männerdominierten Bereichen weiterhin stark unterrepräsentiert.

Starke regionale Unterschiede

Das IW stellt fest, dass trotz eines leichten Anstiegs des Frauenanteils von 13,8 Prozent im Jahr 2012 auf 16,2 Prozent im Jahr 2023 die Zahlen immer noch zu niedrig sind. Besonders auffällig ist die regionale Verteilung: Während in Berlin 22 Prozent der MINT-Fachkräfte weiblich sind, sind es im Saarland lediglich 13,6 Prozent.

„Das starke Interesse der Frauen für den Klimaschutz könnte genutzt werden, um sie für MINT-Berufe zu begeistern“, sagt Axel Plünnecke, Experte des IW. Junge Frauen zeigen ein zunehmendes Bewusstsein für die Auswirkungen des Klimawandels, was laut Plünnecke eine Chance darstellt: „MINT-Fachkräfte spielen für das Innovationspotenzial der deutschen Wirtschaft eine entscheidende Rolle. Hier brauchen wir kluge Frauen, um die Herausforderungen des Klimawandels zu bewältigen.“

Nach Angaben von Eurostat, dem statistischen Amt der Europäischen Union, verzeichneten Dänemark und Litauen im Jahr 2022 die höchsten Zahlen von berufstätigen Wissenschaftlerinnen und Ingenieurinnen unter allen EU-Ländern.

Die aktuellen Zahlen werfen ein Licht auf die noch immer bestehenden Barrieren und möglichen Chancen für Frauen in solchen wichtigen Sektoren der Wirtschaft und Gesellschaft.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Unternehmen
Unternehmen Escort zwischen Plattform und Premiumservice: Wie sich ein diskreter Markt professionalisiert

Wenn über Escort-Services gesprochen wird, kommen dabei oft veraltete Assoziationen auf. Der Markt hat sich aber in den vergangenen Jahren...

avtor1
Farhad Salmanian

Zum Autor:

Farhad Salmanian arbeitet bei den DWN als Online-Redakteur. Er widmet sich den Ressorts Politik und Wirtschaft Deutschlands sowie der EU. Er war bereits unter anderem für die Sender BBC und Radio Free Europe tätig und bringt mehrsprachige Rundfunkexpertise sowie vertiefte Kenntnisse in Analyse, Medienbeobachtung und Recherche mit.

DWN
Technologie
Technologie Silicon Valley im Umbruch: 3 besorgniserregende Dinge, über die jetzt alle sprechen
21.04.2026

Im Silicon Valley verdichten sich die Signale für einen tiefgreifenden Wandel, der die Arbeitswelt unter dem Druck der KI neu ordnen...

DWN
Politik
Politik Wirtschaft Russlands in der Krise: Haushaltsdefizit wächst - auch der Druck auf Putin?
21.04.2026

Hohe Energiepreise und gelockerte Sanktionen verschaffen der russischen Wirtschaft kurzfristig Luft. Doch gleichzeitig mehren sich Hinweise...

DWN
Finanzen
Finanzen Apple-Aktie reagiert auf Führungswechsel: Apple-Chef Cook geht - Hardware-Chef Ternus übernimmt
21.04.2026

Bei Apple steht ein historischer Führungswechsel bevor, der auch die Apple-Aktie bewegt: Nach 15 Jahren übergibt Apple-Chef Tim Cook das...

DWN
Finanzen
Finanzen MSCI World ETF-Vergleich: Die besten ETF Fonds auf den MSCI World-Index im Test
21.04.2026

Mit einem MSCI World-ETF investieren Anleger in die weltweit wichtigsten Unternehmen der Industriestaaten. Wer vor 10 Jahren MSCI...

DWN
Unternehmen
Unternehmen QVC-Insolvenz: Teleshopping-Sender steht vor dem Aus - was das für Kunden heißt
21.04.2026

Die QVC-Insolvenz erschüttert die Teleshopping-Branche und stellt ein jahrzehntelang erfolgreiches Geschäftsmodell infrage. Während der...

DWN
Politik
Politik Heliumknappheit: Chipindustrie vor strukturellen Herausforderungen
21.04.2026

Ein oft übersehener Rohstoff rückt in den Mittelpunkt der globalen Wirtschaft, während geopolitische Spannungen zentrale Lieferketten...

DWN
Finanzen
Finanzen Vor dem SpaceX-IPO: Wie Anleger in SpaceX-Aktien investieren können
21.04.2026

Das SpaceX-IPO rückt näher und lenkt den Blick auf die Frage, wie Anleger schon vor dem Börsengang Zugang zu einem der begehrtesten...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsen: Warum Investoren den Krieg ausblenden und auf Wachstum setzen
21.04.2026

Trotz geopolitischer Spannungen zeigen sich die US-Börsen überraschend robust. Anleger richten ihren Blick zunehmend auf...