Technologie

EU-China-Beziehung: Droht ein Handelskrieg um Elektroautos?

Vor Xi Jinpings Besuch in Paris bekräftigt Deutschland seine Haltung im EU-China-Streit um E-Autos. Doch wie wird die EU reagieren?
05.05.2024 09:52
Aktualisiert: 05.05.2024 11:10
Lesezeit: 1 min

Kurz vor dem Besuch des chinesischen Präsidenten Xi Jinping in Paris hat die Bundesregierung ihre Zurückhaltung gegenüber einem EU-China-Handelskrieg um E-Autos bekräftigt. Bundeskanzler Olaf Scholz habe auch während seiner Chinareise klargemacht, dass es keinen unfairen Wettbewerb geben dürfe, sagte ein Regierungssprecher am Freitag in Berlin. Die Frage von Überkapazität sei ein „zentrales Thema“. Scholz habe aber vorgeschlagen, dies unter dem Dach der Welthandelsorganisation (WTO) zu verhandeln, wo auch Subventionen angezeigt werden müssten.

Die Untersuchung der EU-Kommission zu chinesischen E-Autos und deren Subventionen sei im übrigen bisher nicht abgeschlossen. Die Bundesregierung erwarte eine „gründliche Abwägung“.

Frankreich hatte sich in der Vergangenheit offener für ein härteres Vorgehen der EU gegen chinesische E-Autobauer gezeigt. Der Vorwurf lautet, dass chinesische Autofirmen subventionierte Fahrzeuge auf den Weltmarkt bringen, weil die Binnennachfrage lahmt. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron wird Xi am Montag in Paris empfangen.

EU: China soll Informationen liefern

Die Europäische Kommission warnte nach Angaben von zwei Insidern drei chinesische Elektrofahrzeughersteller, dass sie bisher keine ausreichenden Informationen für die EU-Prüfung geliefert hätten. Sollte die Kommission zu dem Schluss kommen, dass die von den in die Stichprobe einbezogenen Unternehmen BYD, SAIC und Geely vorgelegten Informationen unzureichend sind, könnte dies zur Erhöhung der Zölle für Importe dieser Firmen führen. Geely lehnte es ab, sich zu äußern. BYD und SAIC reagierten nicht auf Anfragen.

Die EU-Kommission, die die Handelspolitik in der Europäischen Union der 27 Länder überwacht, hatte im Oktober eine Untersuchung eingeleitet, ob in China hergestellte batteriebetriebene Elektrofahrzeuge wettbewerbsverzerrende Subventionen erhalten und zusätzliche Zölle gerechtfertigt sind.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Arbeitskosten in Deutschland: So stark unterscheiden sich die Regionen
05.11.2026

Die Kosten einer Arbeitsstunde liegen in Deutschland regional weit auseinander. Besonders deutlich zeigt sich das Gefälle zwischen...

DWN
Technologie
Technologie Roboter im Stromnetz: Eon testet humanoide Helfer gegen Fachkräftemangel
05.11.2026

Humanoide Roboter könnten künftig Fachkräfte im Stromnetz bei Kontrollen und gefährlichen Arbeiten unterstützen. Eon, EnviaM und Neura...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Nike-Aktie in der Krise: Rund 200 Milliarden Dollar vernichtet
05.11.2026

Jahrzehntelang galt Nike als nahezu unantastbar. Doch strategische Fehlentscheidungen, vernachlässigte Innovationen und aufstrebende...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Haushalte in Deutschland schrumpfen bis 2050 – Osten besonders betroffen
05.11.2026

Die Zahl der Privathaushalte in Deutschland könnte bis 2050 erstmals seit der Wiedervereinigung sinken. Nach Berechnungen des...

DWN
Unternehmen
Unternehmen DHL unter Druck: Deutschlandgeschäft bremst Wachstum deutlich
05.11.2026

Das Deutschlandgeschäft entwickelt sich für DHL zunehmend zum Problem. Während der Konzern international kräftig wächst, bricht das...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Investitionen in Deutschland schwächeln: DIHK warnt vor Folgen für Jobs
05.11.2026

Die deutsche Wirtschaft hellt sich etwas auf, doch bei Investitionen bleiben viele Unternehmen vorsichtig. Laut DIHK will nicht einmal...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Klimaneutralität verfehlt: Allianz sieht Deutschland erst 2051 am Ziel
05.11.2026

Deutschland, Europa und die Welt kommen beim Klimaschutz voran, aber nicht schnell genug. Nach Berechnungen der Allianz wird das Ziel der...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Probezeit: Was ist zu beachten?
05.11.2026

Die Stellenausschreibung wurde veröffentlicht, Vorstellungsgespräche geführt und endlich scheint derpassende Kandidat...