Technologie

Studie: E-Autos drücken auf die Gewinne der Autohersteller

Die globale Autoindustrie kämpft weiterhin mit der Umstellung auf den Elektro-Antrieb. Am besten kommen noch zwei deutsche Hersteller mit der schwierigen Marktphase klar. Das ist das Ergebnis einer Studie des Forschungsinstituts Center of Automotive Management.
14.05.2024 10:32
Lesezeit: 1 min

Der schwache Absatz von Elektrofahrzeugen hat zum Jahresauftakt einer Studie zufolge auf die Gewinne der internationalen Autokonzerne gedrückt. Bei zehn ausgewählten Unternehmen fiel der Quartalsgewinn vor Zinsen und Steuern (Ebit) im Schnitt auf 7,1 Prozent des Umsatzes, wie das Forschungsinstitut Center of Automotive Management (CAM) in einer Studie zusammengetragen hat. In den drei Jahren zuvor hatte diese operative Marge durchschnittlich 8,3 bis 8,4 Prozent betragen. Pro Auto sank der durchschnittliche Gewinn (Ebit) um 19 Prozent auf 2253 Euro.

Neben dem schwierigen Markthochlauf für Elektro-Fahrzeuge machten auch hohe Zinsen und geopolitische Unsicherheiten das Geschäft schwerer. Ein Jahr zuvor hatten es sich die Hersteller noch leisten können, vor allem höherpreisige und margenträchtige Fahrzeuge zu produzieren, während sich 2024 die Nachfrage zunehmend normalisiert habe.

Am profitabelsten seien weiterhin die deutschen Premium-Hersteller BMW und Mercedes-Benz unterwegs mit Margen von 11,1 Prozent und 10,8 Prozent. Bester Volumenhersteller war Toyota mit einer operativen Marge von 10,0 Prozent. Volkswagen kam lediglich auf 6,1 Prozent und lag damit knapp vor Hyundai (5,8 Prozent) und Honda (5,6 Prozent). Die Elektro-Spezialisten Tesla (5,5 Prozent) und BYD (4,6 Prozent) verdienten wegen des harten Preiskampfs in ihrem Sektor unterdurchschnittlich. Der hochprofitable Stellantis-Konzern hat keine Quartalszahlen berichtet.

Für Hersteller kein Weg zurück zum Verbrenner

Es gebe für die etablierten Hersteller keinen Weg zurück zum Verbrenner, warnte Studienleiter Stefan Bratzel. Es gelte, die Produktionskosten für E-Fahrzeuge weiter zu reduzieren. „Die Endkundenpreise zwischen Verbrennern und Elektrofahrzeugen müssen für den weiteren Markthochlauf angeglichen werden." Im Wettbewerb mit chinesischen Autobauern müsse zudem die Innovationskraft steigen. „Gerade deutsche Autobauer müssen mindestens so viel innovativer und besser sein, wie sie teurer sind", betonte der Auto-Experte.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Wie Verbraucher mit Risiko umgehen – zwischen Finanzentscheidungen und digitaler Unterhaltung

Risiko ist ein Begleiter fast jeder wirtschaftlichen Entscheidung. Mal ist es größer, mal kleiner. Mal offensichtlich, mal schwer...

DWN
Politik
Politik EU plant Reform der DSGVO: Weniger Bürokratie für Unternehmen
25.04.2026

Die EU will zentrale Digitalregeln wie DSGVO und Cookie-Vorgaben vereinfachen und stärker aufeinander abstimmen. Führt der geplante Umbau...

DWN
Politik
Politik Großzügig, teuer, umstritten: Wie tragfähig ist unser Sozialstaat noch?
25.04.2026

Arbeit soll sich lohnen. So lautet das Versprechen. Doch zwischen Grundsicherung, Arbeitsanreizen und Fachkräftemangel werden die Zweifel...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Neues E-Auto von Volkswagen: Cupra Raval im Test
25.04.2026

Der Cupra Raval rückt als günstiges Elektroauto in den Fokus der europäischen Herstellerstrategie. Kann das Modell eine neue...

DWN
Panorama
Panorama 40 Jahre nach Tschernobyl: Die langfristigen Folgen für Deutschland
25.04.2026

Die Nuklearkatastrophe von 1986 wirkt bis heute nach – auch in Deutschland. Doch wie stark ist die Strahlenbelastung 40 Jahre nach...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Open-XDR gegen Cyberangriffe: Wie Unternehmen den Überblick behalten
25.04.2026

Unternehmen stehen angesichts wachsender Cyberangriffe und komplexer IT-Strukturen vor der Herausforderung, Sicherheitsrisiken schneller...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europas Wettbewerbsfähigkeit: Draghi-Bericht setzt neue Maßstäbe in der EU-Politik
25.04.2026

Draghis Bericht zu Europas Wettbewerbsfähigkeit gewinnt in Brüssel spürbar an Einfluss und prägt zentrale wirtschaftspolitische...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: S&P 500 steigt dank Tech-Gewinnen, obwohl die meisten Aktien an der Wall Street fallen
24.04.2026

Entdecken Sie, welche überraschenden Dynamiken die Märkte in dieser volatilen Phase antreiben und warum nicht alles so ist, wie es auf...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Viega: Wie ein Sauerländer Mittelständler den Weltmarkt für Pressverbindungstechnik dominiert
24.04.2026

Was niemand sieht, hält alles am Laufen. Ein Porträt über den Sauerländer Mittelständler Viega, der mit Pressverbindungstechnik...