Immobilien

Wohnungsnot - Steuerentlastung soll mehr bezahlbare Wohnungen bringen

In Deutschland fehlen Hunderttausende bezahlbare Wohnungen. Ein neues Förder-Instrument soll helfen. Doch Experten bezweifeln, dass es viel bringt.
05.06.2024 09:10
Lesezeit: 1 min
Wohnungsnot - Steuerentlastung soll mehr bezahlbare Wohnungen bringen
Die Wohngemeinnützigkeit soll zurückkehren (Symbolbild): Bundesregierung beschließt Steuererleichterungen (Foto: dpa). Foto: Frank Hoermann/SVEN SIMON

Mit einer Steuerentlastung will die Bundesregierung dafür sorgen, dass es wieder mehr bezahlbare Mietwohnungen gibt. Unternehmen, die dauerhaft günstige Wohnungen anbieten, sollen steuerlich gefördert werden. Eine solche Regelung brachte das Kabinett am Mittwoch auf den Weg. Als Nächstes wird sie nun im Bundestag debattiert.

Die sogenannte Wohngemeinnützigkeit ist kein neues Instrument, im Jahr 1990 wurde sie in Deutschland allerdings abgeschafft. SPD, Grüne und FDP hatten sich im Koalitionsvertrag eine Reaktivierung vorgenommen.

Wer von der Steuererleichterung profitieren will, muss seine Wohnung dauerhaft zu einer Miete unter den marktüblichen Preisen anbieten. Im Unterschied zu Sozialwohnungen fallen diese Wohnungen dann nicht nach ein paar Jahren aus der Preisbindung heraus. Die Bundesregierung geht davon aus, dass rund 100 soziale Unternehmen, Vereine und gemeinnützige Stiftungen die Regelung nutzen könnten. Etwa 105.000 Mieter mit geringen Einkommen könnten davon profitieren.

Mieterbund äußert Zweifel

Der Mieterbund bezweifelt allerdings stark, dass das Konzept tatsächlich zu mehr und dauerhaft bezahlbarem Wohnraum führt. Es fehlten Investitionszulagen, sagte Präsident Lukas Siebenkotten. „Dies wird nach Ansicht von Fachleuten nur den Unternehmen helfen, die bereits gemeinnützig sind.“

Die Wohnungswirtschaft sieht die Steuererleichterungen als sinnvolle Ergänzung im Kampf gegen den Wohnungsmangel – appellierte aber an die Regierung, ein breiter angelegtes Fördersystem auf die Beine zu stellen. Mittlerweile fehlten 800.000 Wohnungen, erklärte der Branchenverband GdW. Angesichts der dauerhaft höheren Zinsen bei gleichzeitig gestiegenen Kosten gehe das nur über ein kurzfristiges Zinsprogramm.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Tagesgeld-Vergleich (09/2026): Diese Banken bieten die besten Tagesgeld-Zinsen

Ein Tagesgeld-Konto gilt als sichere und flexible Geldanlage. Doch hinter manchem Spitzenangebot verbergen sich nicht selten Bedingungen,...

DWN
Politik
Politik Protest gegen den Zwang: Zehntausende Schüler gehen gegen drohende Wehrpflicht auf die Straße
25.09.2026

Die Sorge vor einer Rückkehr der Wehrpflicht treibt die Jugend auf die Straße. Mit einem bundesweiten Aktionstag fordert eine...

DWN
Politik
Politik Neue Sitzordnung und Streit um Ausschüsse: Landtag von Sachsen-Anhalt vor Neuausrichtung
25.09.2026

Im Landtag von Sachsen-Anhalt stehen vor der anstehenden konstituierenden Sitzung spürbare Veränderungen an. Neben optischen Anpassungen...

DWN
Politik
Politik Parteibuch im Notenbank-Vorstand: Ex-Staatssekretär Nimmermann wechselt zur Bundesbank
25.09.2026

Direkt aus dem Ministerium an die Spitze der Währungshüter: Mit dem früheren Staatssekretär Philipp Nimmermann zieht erstmals ein...

DWN
Politik
Politik Entlastung an den Zapfsäulen: Bundestag beschließt erneuten Tankrabatt
25.09.2026

Angesichts der hohen Kraftstoffpreise hat der Bundestag eine temporäre Senkung der Abgaben auf Benzin und Diesel auf den Weg gebracht. Die...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Bürokratieabbau für Familien: Kindergeld soll künftig automatisch fließen
25.09.2026

Die Auszahlung des Kindergeldes wird ab dem Jahr 2027 deutlich unkomplizierter. Nach der Geburt eines Kindes entfällt das Ausfüllen von...

DWN
Politik
Politik Frühe Vorsorge oder Klientelpolitik? Bundestag debattiert über Klingbeils Vorschlag zur Frühstartrente
25.09.2026

Mit zehn Euro im Monat will Bundesfinanzminister Lars Klingbeil bereits Schulkinder an den Vermögensaufbau heranführen. Doch während die...

DWN
Immobilien
Immobilien Dämpfer für die Baubranche: Aufträge brechen im Juli wieder ein
25.09.2026

Trotz staatlicher Milliardeninvestitionen in die Infrastruktur von Straßen und Schienen muss die deutsche Baubranche nach einer kurzen...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Podcast Folge 44: Die Woche im Rückblick – KW 39
25.09.2026

Unser neuer Podcast ist da: Die ganze Woche in wenigen Minuten. Der DWN-Wochenrückblick bringt die Themen, die zählen – eingeordnet,...