Unternehmen

Baubranche: Unternehmen müssen ihren Mitarbeitern künftig mehr zahlen

Der Tarifkonflikt im deutschen Bauhauptgewerbe ist gelöst. Ein neuer Tarifvertrag sieht eine dreistufige Lohnerhöhung und die vollständige Angleichung der Ost- an die Westlöhne bis April 2026 vor.
16.06.2024 09:38
Lesezeit: 1 min

Im zweiten Anlauf ist der Tarifkonflikt für die etwa 930 000 Beschäftigten im deutschen Bauhauptgewerbe gelöst. Nach der Gewerkschaft IG BAU stimmten auch die Arbeitgeber dem Ende Mai erzielten Kompromiss „mit deutlicher Mehrheit“ zu. Das teilten der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB) und der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) am Freitag gemeinsam mit.

„Gut, dass wir die Reihen wieder schließen konnten. Jetzt können sich endlich wieder alle auf das Bauen konzentrieren“, kommentierte der Verhandlungsführer der Arbeitgeberseite, ZDB-Vizepräsident Uwe Nostitz. Die Bundestarifkommission der IG Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU) hatte bereits in der vergangenen Woche mit großer Mehrheit zugestimmt.

Dreistufige Lohn- und Gehaltserhöhung: Ost-West-Angleichung bis 2026 vereinbart

Das Vertragswerk, das rückwirkend ab dem 1. April 2024 gilt, sieht eine dreistufige Lohn- und Gehaltserhöhung vor. Am Ende der dreijährigen Laufzeit soll die vollständige Angleichung der Gehälter im Tarifgebiet Ost an den Westen stehen. In einer ersten Stufe werden sämtliche Monatsgehälter pauschal um 230 Euro erhöht sowie um 1,2 Prozent im Westen und 2,2 Prozent im Osten. Die zweite Stufe sieht zum 1. April nächsten Jahres 4,2 Prozent mehr im Westen und 5,0 Prozent im Osten vor. Ein Jahr später steigen dann die Westlöhne um 3,9 Prozent und die im Osten vollständig auf das Westniveau.

Mitte April hatte es bereits einen Schlichtungsvorschlag gegeben. Dem stimmten die Arbeitgeber allerdings nicht zu, weshalb die IG BAU im Mai zweieinhalb Wochen lang Tausende Beschäftigte bundesweit zu Warnstreiks mobilisierte. Der jetzt vereinbarte Abschluss liegt für die ersten beiden Jahre über den Empfehlungen des Schlichters, des früheren Präsidenten des Bundessozialgerichts, Rainer Schlegel. Im dritten Jahr kommt die zunächst erst für Dezember 2026 verabredete vollständige Angleichung der Ostlöhne an Westniveau nun acht Monate früher zum 1. April 2026.

Mehr zum Thema
article:fokus_txt

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt und Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Unternehmenskrise in Deutschland: Großinsolvenzen erreichen neue Höchststände
11.01.2026

Die wirtschaftliche Lage vieler Unternehmen in Deutschland verschärft sich spürbar und reicht inzwischen über einzelne Branchen hinaus....

DWN
Finanzen
Finanzen D-Mark-Schatz: Menschen machen alte Scheine zu Geld
11.01.2026

Handgeschriebene Botschaften auf alten D-Mark-Scheinen: Was die Bundesbank im vergangenen Jahr zum Umtausch erhielt – und warum ein Teil...

DWN
Finanzen
Finanzen So lief das Börsenjahr 2025: Edelmetalle im Höhenflug und Krypto unter Druck
11.01.2026

Die Finanzmärkte haben sich zuletzt deutlich auseinanderentwickelt und Anleger vor neue Bewertungsfragen gestellt. Welche Anlageklassen...

DWN
Finanzen
Finanzen Anlagestrategie: Falsche Prognosen sind besser als keine Prognosen
11.01.2026

Prognosen sind notorisch unzuverlässig – und dennoch unverzichtbar. Ob Wetter, Kapitalmärkte oder Geschichte: Wir wissen, dass...

DWN
Technologie
Technologie Arbeitswelt 50 plus: Wie die KI ältere Arbeitnehmer benachteiligt
11.01.2026

Die KI ist nicht objektiv, sondern lernt aus dem Internet. Dort grassieren Vorurteile - auch gegenüber Arbeitnehmern über 50. Diese...

DWN
Politik
Politik Bundeswehr in Litauen: Litauens Präsident setzt auf deutsche Brigade ab 2027
11.01.2026

Ab Ende 2027 sollen in Litauen fast 5.000 Bundeswehr-Soldaten die Ostflanke schützen. Für Präsident Nauseda ist das gesetzt, trotz neuer...

DWN
Politik
Politik „America first“: USA steigen aus 66 internationalen Organisationen aus
11.01.2026

Die USA ziehen sich aus 66 internationalen Organisationen zurück. Der Austritt wird damit begründet, dass die Organisationen,...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 02: Die wichtigsten Analysen der Woche
11.01.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 02 des neuen Jahres fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...