Unternehmen

Mittelstand vor Krise: DIHK warnt vor massiven Nachfolgeproblemen

Laut DIHK-Report droht vielen Mittelstandsunternehmen das Aus wegen fehlender Nachfolger. Bürokratie und hohe Kosten verschärfen das Problem.
26.06.2024 12:22
Lesezeit: 1 min

Unternehmer in Deutschland haben nach Einschätzung der Deutschen Industrie- und Handelskammer zunehmend Probleme, einen Betriebsnachfolger zu finden. Die Nachfolge werde ein immer größeres Problem für den Mittelstand, heißt es in einem DIHK-Report.

Die demografische Entwicklung und der Mangel an Fachkräften machten den Firmen zu schaffen. Hinzu kommen Finanzierungsprobleme. Nach DIHK-Einschätzung stehen in den kommenden fünf Jahren mehr als eine Viertelmillion Unternehmen vor dem Aus, weil keine geeigneten Firmennachfolger gefunden werden.

Laut Report, den die Deutsche Presse-Agentur zitiert, ist es zurzeit für 28 Prozent der Unternehmerinnen und Unternehmer, die einen Nachfolger suchen, eine Option, die Türen für immer zu schließen. Im Vorjahr waren es 25 Prozent. DIHK-Präsident Peter Adrian sagte: „Die Rückmeldungen aus den Unternehmen bereiten mir große Sorgen. Viele Unternehmerinnen und Unternehmer fühlen sich von der Politik nicht richtig ernst genommen und empfinden die zunehmenden Detailregelungen und kleinteiligen Pflichten als bürokratisch und oftmals als vollständig unverhältnismäßig“.

Unternehmer wollten etwas schaffen und innovativ sein. „Stattdessen sollen sie Daten sammeln und Formulare bearbeiten, abschicken und abheften“, so Adrian. Dazu kämen hohe Kosten etwa für Energie, inflationsbedingte Kaufzurückhaltung, fehlende Fachkräfte und große Unsicherheit über den Kurs der Wirtschaftspolitik.

Die DIHK fordert, Hürden für die Firmennachfolge zu beseitigen. So sollten Genehmigungen für einen Betrieb auch nach dem Wechsel in der Eigentumsstruktur und der Geschäftsführung weiterhin gelten. Verwaltungsprozesse müssten digitalisiert werden. Zudem sollten die Beteiligten einen beabsichtigten Betriebsübergang nur noch bei einer einzigen staatlichen Stelle anzeigen müssen.

Der DIHK-Report basiert nach DIHK-Angaben auf über 48.000 persönlichen Kontakten im Jahr 2023 von IHK-Expertinnen und -Experten mit Unternehmen auf Nachfolgesuche sowie mit Personen, die an der Übernahme eines Unternehmens interessiert sind.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

 

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Politik
Politik EU-Rohstoffpolitik: Europäischer Rechnungshof sieht strukturelle Schwächen
22.02.2026

Die EU will mit ihrer Rohstoffpolitik die Versorgung mit kritischen Rohstoffen sichern, doch der Europäische Rechnungshof sieht deutliche...

DWN
Politik
Politik World Leaders Ranking: Indiens Premier Modi bleibt beliebtester Staatschef – wo steht Merz?
22.02.2026

Die aktuellen Ranglisten zur Zustimmung für Staats- und Regierungschefs offenbaren spürbare Verschiebungen im globalen Machtgefüge....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Der Ukraine-Krieg und Deutschlands Rohstoff-Dilemma: Abhängigkeit statt Versorgungssicherheit
22.02.2026

Der Ukraine-Krieg hat nicht nur Europas Sicherheitsordnung erschüttert, sondern auch Deutschlands wirtschaftliches Fundament offengelegt....

DWN
Finanzen
Finanzen Amundi verringert Dollar-Exponierung: Europa im Zentrum der Anlagestrategie
22.02.2026

Amundi reduziert gezielt Dollar-Engagements und richtet seine Portfolios stärker auf Europa und Schwellenmärkte aus. Signalisiert dieser...

DWN
Politik
Politik Sanktionslücke bei Düngemitteln: Russlands Rüstungsindustrie profitiert
22.02.2026

Eine Sanktionsausnahme für Düngemittel verschafft Russlands Rüstungsindustrie Zugang zu zentralen Vorprodukten für Munition, obwohl...

DWN
Politik
Politik Washington Post unter Druck: Welche Rolle spielt Jeff Bezos für die Pressefreiheit?
22.02.2026

Die Washington Post steht exemplarisch für den wachsenden Druck auf die Pressefreiheit in den USA. Gerät die publizistische...

DWN
Politik
Politik Das Ländle wählt: Wohin steuert das Autoland Baden-Württemberg?
22.02.2026

Am 8. März entscheidet sich, welche Wirtschaftspolitik im Südwesten künftig gelten soll. Die Konzepte der Parteien reichen von...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Neue Ära im Welthandel: Bain-Chef sieht strukturellen Umbruch
21.02.2026

Geopolitische Spannungen und technologische Umbrüche erzwingen eine strategische Neuausrichtung in der Weltwirtschaft. Wie lässt sich...