Wirtschaft

Stagnation: DIW senkt Konjunkturprognose für 2024 - und gibt Warnung ab

Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) hat seine Konjunkturprognose für das laufende Jahr nach unten angepasst. Statt eines leichten Wachstums des Bruttoinlandsprodukts von 0,4 Prozent erwarten die Experten nun eine Stagnation von null Prozent.
06.09.2024 12:27
Lesezeit: 1 min
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"Die erhofften Erholungen aus der Industrie, die wir zu Beginn des Jahres hatten, haben sich nicht eingestellt", erklärte DIW-Konjunkturchefin Geraldine Dany-Knedlik.

"Auch der private Konsum ist schwächer ausgefallen als zunächst prognostiziert." Verbraucher sparen weiterhin lieber, statt ihr Geld auszugeben. Die aktuelle Sparquote liegt bei 10,8 Prozent.

Bereits drei führende Wirtschaftsforschungsinstitute hatten ihre Prognosen drastisch gesenkt. Das Münchner Ifo-Institut und das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) erwarten für dieses Jahr ebenfalls eine Stagnation des Wirtschaftswachstums, während das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung in Essen (RWI) von 0,1 Prozent ausgeht.

Der wirtschaftliche Aufschwung sei jedoch nicht gestrichen, sondern nur verschoben, betonte Dany-Knedlik. Für das kommende Jahr prognostiziert das DIW ein Wachstum von 0,9 Prozent und für 2026 ein Plus von 1,4 Prozent.

Konsum als Treiber der verspäteten Erholung

Der Konsum wird voraussichtlich die verspätete wirtschaftliche Erholung ankurbeln. Die Wirtschaftsforscher führen dies insbesondere auf die deutlich gestiegenen Reallöhne, besonders im öffentlichen Dienst sowie in der Metall- und Elektroindustrie, zurück. "Das sollte den privaten Verbrauch stützen", erläuterte das DIW.

Positive Signale gibt es auch von der Zinswende der Europäischen Zentralbank, die im Juni eingeleitet wurde. Diese könnten sich positiv auf den Außenhandel und Investitionen auswirken. "Die deutschen Exporte dürften jedoch künftig eher durch Dienstleistungen wie IT oder Reiseverkehr gestützt werden", so das DIW.

Es bestehen weiterhin weltwirtschaftliche Risiken, etwa eine mögliche Wiederwahl Donald Trumps als US-Präsident oder eine weitere Eskalation der Konflikte in der Ukraine oder im Nahen Osten. "Auch innenpolitische Probleme könnten die Wirtschaft stark belasten", fügte das DIW hinzu. Ein Risikofaktor sei unter anderem das Erstarken der AfD.

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