Unternehmen

ifo: Beschäftigungsbarometer im August wieder rückläufig – Jobs in Gefahr

Die Industrie in Deutschland steht unter Druck. Auch der Arbeitsmarkt kann sich nicht länger von der trüben Konjunkturentwicklung abkoppeln. Die Unternehmen in Deutschland korrigieren ihre Personalplanung - aufgrund fehlender Kunden und Aufträge. Der ifo-Frühindikator registriert einen dritten Rückgang in Folge. Ist der Boom nach Fachkräften vorbei?
29.08.2024 12:41
Aktualisiert: 01.01.2030 09:00
Lesezeit: 2 min
 ifo: Beschäftigungsbarometer im August wieder rückläufig – Jobs in Gefahr
Stellenabbau im VW-Werk in Zwickau (Sachsen): Befristete Verträge für 1200 Mitarbeiter laufen aus, da die Nachfrage nach Elektroautos nachlässt. (Foto: dpa) Foto: Christophe Gateau

Die deutsche Wirtschaft befindet sich auf einer Talfahrt: Die Konjunkturkrise ist jetzt auch sichtbar auf dem Arbeitsmarkt angekommen, denn die Nachfrage nach Arbeitskräften sinkt. Die Unternehmen in Deutschland zeigen sich bei ihrer Personalplanung und bei Neueinstellungen wieder zurückhaltend.

Abwärtstrend: dritter Rückgang in Folge

In der Industrie und im Handel planen laut ifo-Institut deutlich mehr Firmen einen Stellenabbau als Neueinstellungen. Das Ifo-Beschäftigungsbarometer sank im August zum dritten Mal in Folge. Es steht nun bei 94,8 Punkten, nach 95,3 Punkten im Juli.

„Die schwache Wirtschaftsentwicklung schlägt sich auch in einer schwachen Beschäftigungsentwicklung nieder“, sagt Ifo-Umfragenleiter Klaus Wohlrabe. „Der Auftragsmangel bremst die Unternehmen bei Neueinstellungen.“

Nach einer langen Phase, in der die Beschäftigung weder wuchs noch sank, könnte sich mit dem dritten Rückgang in Folge jetzt ein Abwärtstrend entwickeln. Zur vor hatte auch der Ifo-Geschäftsklimaindex, der die Stimmung unter den Führungskräften der Wirtschaft misst, zum dritten Mal in Folge nachgegeben. Sowohl die aktuelle Lage als auch die Aussichten werden von den Führungskräften schlechter beurteilt als einen Monat zuvor. In einer wichtigen Branche sind bereits 150.000 Beschäftigte in Kurzarbeit.

Industrie in Deutschland in der Krise

Das ifo-Institut befragt jeden Monat rund 9.500 Unternehmen, ob die Zahl ihrer Beschäftigten in den nächsten drei Monaten voraussichtlich zunehmen, abnehmen oder in etwa gleich bleiben wird. Das Beschäftigungsbarometer gilt als ist ein wichtiger Frühindikator für den deutschen Arbeitsmarkt.

Industrie: Abbau von Stellen

In der Industrie ist das Barometer merklich gesunken. „Immer mehr Unternehmen denken über einen Abbau von Arbeitsplätzen nach“, schreiben die Wirtschaftsforscher. Ähnliches gilt für den Handel, wo Kunden in den Geschäften fehlen.

Im Baugewerbe sollen trotz der schweren Krise die Mitarbeiter gehalten werden. Eine leicht positive Einstellungstendenz gibt es nur bei den Dienstleistern, vor allem in der IT-Branche und im Tourismus.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gestiegene Betriebskosten: Wachsender Druck auf Produktionsbetriebe

Die deutsche Wirtschaft steht im Jahr 2026 vor enormen Herausforderungen, welche die Gewinnspannen der Betriebe spürbar verringern. Laut...

 

Mirell Bellmann

Mirell Bellmann schreibt als Redakteurin bei den DWN über Politik, Wirtschaft und Gesellschaft. Zuvor arbeitete sie für Servus TV und den Deutschen Bundestag.

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Audi China-Modelle: Diese Elektroautos will Audi in Deutschland stoppen
24.09.2026

Audi entwickelt Elektroautos eigens für China, doch plötzlich stehen sie bei Händlern in Deutschland. Was wie ein Erfolg der eigenen...

DWN
Politik
Politik EuGH-Urteil zu Energiepreisen: Grundsatzentscheidung stärkt Rechte der Verbraucher und widerspricht dem BGH
24.09.2026

Jahrelang zu hohe Beträge für Wärme gezahlt? Nach einer Grundsatzentscheidung des Europäischen Gerichtshofs verjähren...

DWN
Technologie
Technologie Rückgang bei Industrierobotern: Deutschland droht im weltweiten Wettlauf den Anschluss zu verlieren
24.09.2026

Trotz seiner führenden Rolle bei der industriellen Automatisierung in Europa gerät der Standort Deutschland im globalen Vergleich ins...

DWN
Politik
Politik Atempause beim Tanken vorbei? Spritpreise steigen wieder an
24.09.2026

Autofahrer müssen nach einer kurzen Verschnaufpause an den Zapfsäulen wieder mit höheren Ausgaben rechnen. Obwohl Benzin und Diesel im...

DWN
Technologie
Technologie Experten schlagen Alarm: Forderungen nach grundlegendem Umdenken bei KI-Konzernen
24.09.2026

Angesichts potenziell unkontrollierbarer Gefahren durch Künstliche Intelligenz dringen Fachleute auf neue Regeln für die führenden...

DWN
Politik
Politik Subventionen für Europas Industrie: Deutschland und Frankreich uneins bei EU-Förderregeln
24.09.2026

Um der teuren Energie sowie dem Druck aus China und den USA zu trotzen, fordert die europäische Industrie staatliche Hilfen. Während...

DWN
Finanzen
Finanzen Gute Noten mit Schwachstellen: Deutsche Banken bestehen Krisencheck
24.09.2026

Ein umfassender Belastungstest der Aufsichtsbehörden bescheinigt den kleineren und mittleren Finanzinstituten in Deutschland eine...

DWN
Politik
Politik Grundrechte in Gefahr? BND-Reform sieht weitgehende Befugnisse vor und sorgt für Streit
24.09.2026

Eine geplante Gesetzreform zur Stärkung von BND und Verfassungsschutz heizt die politische Debatte in Berlin an. Während Koalition und...