Politik

Machtdemonstration: Russlands Kriegsflotte startet Marineübung "Ozean 2024"

Mehr als 400 Kriegsschiffe und 90.000 Angehörige der verschiedenen Flotten nehmen an Russlands großem Marine-Manöver „Ozean-2024“ teil. Die strategische Übung soll auch eine Machtdemonstration an den Westen sein.
11.09.2024 07:56
Lesezeit: 2 min
Machtdemonstration: Russlands Kriegsflotte startet Marineübung "Ozean 2024"
Auf diesem Bild, das aus einem vom Pressedienst des russischen Verteidigungsministeriums zur Verfügung gestellten Video stammt, ist die Fregatte Admiral Golowko der russischen Nordflotte bei der Marineübung Ocean-2024 zu sehen. (Foto: picture alliance/dpa/Russian Defense Ministry Press Service | Uncredited) Foto: Uncredited

Russlands Kriegsmarine hat gestern mit ihren Flottenverbänden das strategische Manöver „Ozean-2024“ in Gewässern des flächenmäßig größten Landes der Erde begonnen. Bis 16. September seien bei den Übungen mehr als 400 Kriegsschiffe, darunter auch U-Boote, und mehr als 90.000 Angehörige verschiedener Flottenverbände im Einsatz, teilte das Verteidigungsministerium in Moskau mit. Die Übungen liefen demnach im Stillen und im Arktischen Ozean, in der Ostsee und im Kaspischen Meer sowie im Mittelmeer, wo Russland in der syrischen Hafenstadt Tartus eine Basis hat.

Kremlchef Wladimir Putin sprach bei einer Videoschalte mit Militärs vom größten Marinemanöver seit drei Jahrzehnten. Die Kriegsflotte werde gestärkt - auch mit Atomwaffen, sagte er. Putin warf einmal mehr den USA vor, auch im asiatisch-pazifischen Raum eine militärische Dominanz anzustreben. Russland müsse daher auf alles vorbereitet sein. Vertreter von 15 befreundeten Staaten waren laut Putin als Beobachter zugelassen.

In der nach Peter dem Großen benannten Bucht am Pazifik trafen auch drei Kriegsschiffe und ein Versorgungsschiff aus China ein, wie Marinechef Alexander Moissejew sagte. Zudem habe China 15 Flugzeuge geschickt. Beide Länder wollen bei der strategischen Führungs- und Stabsübung den Schutz von Kommunikationswegen durchgehen, hieß es.

Marineübung gilt als Machtdemonstration

Das Marinemanöver gilt auch als Machtdemonstration an den Westen angesichts der schweren Spannungen im Zuge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine. Russland sieht vor allem die Nato, deren Mitglieder die Ukraine militärisch unterstützen, als Bedrohung. Ziel des Manövers sei es, die Bereitschaft der Kommandeure bei der Steuerung der unterschiedlichen Kampfverbände zu überprüfen, hieß es.

Neben den Schiffen seien an der Übung mehr als 120 Flugzeuge und Hubschrauber sowie rund 7.000 Einheiten Technik beteiligt, teilte das Ministerium weiter mit. Geübt würden der Einsatz von Hochpräzisionswaffen und Kriegstechnik bei der Zerstörung wichtiger strategischer Ziele und feindlicher Stellungen sowie das Zusammenspiel mit verbündeten Staaten. Beteiligt seien auch andere Sicherheitsstrukturen, darunter das Innenministerium, der Inlandsgeheimdienst FSB und der nationale Wach- und Sicherheitsdienst Russlands.

Die „Оzean“-Manöver haben eine lange Tradition. Sie waren schon zu Sowjetzeiten die größten Übungen zur Überprüfung der Kampfbereitschaft der Kriegsflotte des Riesenreiches mit seinen zahlreichen Zugängen zu den Weltmeeren.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Finanzielle Freiheit braucht einen starken Partner

Vermögen eröffnet Möglichkeiten – und bringt zugleich Entscheidungen mit sich: Wie lässt sich das Erreichte bewahren, gezielt...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Uber-Robotaxis in Deutschland: Erst Stellen streichen, dann Jobs versprechen
10.10.2026

Uber streicht Tausende Stellen und verspricht gleichzeitig neue Arbeitsplätze in Deutschland. Was widersprüchlich klingt, folgt einer...

DWN
Finanzen
Finanzen Revolut-Bank greift an: Dieser Fintech-Riese will Europas Banken überholen
10.10.2026

Die Revolut-Bank wächst in einem Tempo, von dem klassische Geldhäuser nur träumen können: fast 70 Millionen Kunden, Milliardenbewertung...

DWN
Technologie
Technologie KI-Prompts für Marketing und Vertrieb: 7 KI-Vorlagen für KMU und Selbstständige
10.10.2026

Fast jedes zweite kleine Unternehmen sieht noch keinen echten Nutzen in KI – dabei liegt der Unterschied oft nur im richtigen Prompt....

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Dacia Sandero Stepway: Europas Bestseller hat ein Sicherheitsproblem
10.10.2026

Europas meistverkauftes Auto kommt nicht von Volkswagen, Toyota oder Peugeot, sondern von Dacia. Der Sandero Stepway punktet mit enormer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Kingspan Group-Aktie unter Druck: EU greift nach geplatztem Deal durch
10.10.2026

Ein geplatzter Milliardendeal? Nein, ein gescheiterter Firmenkauf mit teuren Folgen. Weil der irische Baustoffkonzern Kingspan die...

DWN
Politik
Politik Marine Le Pen plant finanzpolitischen Kurs mit großen Einsparungen: Auf den Straßen wächst die Wut
10.10.2026

Frankreich steht finanziell mit dem Rücken zur Wand. Während Zehntausende junge Menschen gegen marode Schulen und fehlende Investitionen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Generation Z trifft auf Generation X: Wie ein Eiskaffee zum Karrierekiller werden kann
10.10.2026

Ein Eiskaffee beim Bewerbungsgespräch sollte eigentlich keine große Sache sein. Doch für manche Personalverantwortliche verrät der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzinsen: Die Zinswende kommt anders als erwartet
10.10.2026

Erst schien die nächste Zinserhöhung der EZB fast sicher, jetzt rudern die Finanzmärkte zurück. Trotz hartnäckiger Inflation und...