Politik

KfW-Studie beweist: Privathaushalte stützen die Energiewende im Lande

Robert Habeck, der grüne Wirtschaftsminister, hat ordentlich Prügel bezogen, in der Öffentlichkeit. Nach einer Studie der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) ist die Mehrheit allerdings grundsätzlich mit der Energiewende einverstanden. Die Bürger erneuern ihre Heizungen, wenn sie können.
12.09.2024 12:50
Aktualisiert: 12.09.2024 13:00
Lesezeit: 2 min
KfW-Studie beweist: Privathaushalte stützen die Energiewende im Lande
Ein Arbeiter fertigt im deutschen Unternehmen Stiebel Eltron im Solling eine Wärmepumpe. Stiebel Eltron hat sich auf die Entwicklung und Produktion von Systemen zur Nutzung erneuerbarer Energien spezialisiert. (Foto: dpa) Foto: Swen Pförtner

Die Energiewende schreitet in deutschen Wohngebäuden voran. Ein knappes Drittel (31 Prozent) der Privathaushalte nutzt bereits mindestens eine der einschlägigen Technologien der Energiewende, wie aus dem „Energiewendebarometer“ der staatlichen KfW-Bank hervorgeht. Das sind 12,9 Millionen Haushalte. Besonders verbreitet sind Photovoltaikanlagen, die bereits 15 Prozent der Haushalte bei sich installiert haben.

Weitere sechs Prozent der Haushalte wollen in den kommenden zwölf Monaten mindestens eine Energiewendetechnologie anschaffen. Grundsätzlich zählt die KfW dazu Wärmepumpen, Photovoltaik, Solarthermie, Batteriespeicher, Kraft-Wärme-Kopplungen, Holzpelletheizungen und Elektroautos. All diese Geräte sollen die Treibhausgasemissionen senken. Laut Zahlen des Umweltbundesamts hat der Gebäudesektor im vergangenen Jahr mit 102 Millionen Tonnen Co2 den Zielwert leicht überschritten.

Für 82 Prozent ist die Energiewende wichtig oder sehr wichtig

Nach den Enttäuschungen rund um das umstrittene Gebäudeenergiegesetz ist allerdings die allgemeine Zustimmung der Befragten zurückgegangen. Noch 82 Prozent der Befragten fanden demnach die Energiewende wichtig oder sehr wichtig. Bei der gleichen Frage hatten im Vorjahr noch 88 Prozent zugestimmt. Die Bereitschaft zur eigenen Mitwirkung sank sogar von 68 Prozent auf 60 Prozent. Studienleiter Daniel Römer sieht in den Ergebnissen eine gewisse Verunsicherung der Bevölkerung. Es gebe aber weiterhin eine überwältigende Mehrheit, welche die Energiewende positiv beurteilt.

Besonders dynamisch ist im vergangenen Jahr die Anschaffung von Batteriespeichern gewachsen, die häufig in Verbindung mit Photovoltaik installiert werden, um den eigenen Sonnenstrom besser nutzen zu können. Derartige Speicher sind in 6,7 Prozent der Haushalte vorhanden, was auch der Quote von Elektroautos entspricht. Wärmepumpen und Pelletheizungen besitzen jeweils 6,4 Prozent der Haushalte und eine Solarthermieanlage für Warmwasser 9,1 Prozent.

Die eigenen wirtschaftlichen Vorteile genauestens im Blick

Bei Investitionsentscheidungen stehen für die Befragten die eigenen wirtschaftlichen Vorteile klar im Vordergrund. Kosteneinsparung ist der meistgenannte Grund für die Anschaffung von Energiewendetechnologien. Der Klimaschutz kommt erst an zweiter Stelle vor dem Wunsch, unabhängiger vom Energieversorger zu werden.

Viele Menschen nennen aber auch Hemmnisse zur Umsetzung einzelner Maßnahmen. Am häufigsten wird mit 41 Prozent fehlende Finanzmittel genannt. 37 Prozent zweifeln an der Rentabilität der jeweiligen Investition. Weitere Gründe sind fehlende Handwerker oder Zeitmangel, sich mit der komplexen Materie auseinandersetzen.

Die Befragung mit mehr als 6.000 Teilnehmern hat auch deutliche regionale Unterschiede aufgezeigt. So gibt es in Süddeutschland (41 Prozent) deutlich mehr Energiewendehaushalte als in Ostdeutschland (24 Prozent). Die Zahlen steigen aber in allen Landesteilen an. In den Großstädten ist der Anteil der Teilnehmer an der Energiewende am geringsten. Hier gibt es viele Mieter und weniger Hauseigentümer als auf dem Land. Die Menschen in der Stadt sind daher häufiger auf die Zustimmung der Vermieter oder Miteigentümer angewiesen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Gold als strategischer Anker: Warum physische Substanz zählt

Wo sich die wirtschaftlichen Gewichte grundlegend verschieben, suchen Unternehmen sowie Privatanlegerinnen und Privatanleger nach...

X

DWN-Wochenrückblick

Weniger E-Mails, mehr Substanz: Der DWN-Wochenrückblick liefert 1x/Woche die wichtigsten Themen kompakt als Podcast. Für alle, deren Postfach überläuft.

E-mail: *

Ich habe die Datenschutzerklärung sowie die AGB gelesen und erkläre mich einverstanden.

DWN
Finanzen
Finanzen Bitcoin-Kurs aktuell: ETF-Abflüsse bremsen die Erholung
02.11.2026

Der Bitcoin-Kurs zeigt sich zum Start in die neue Börsenwoche etwa leichter. Nach einem schwachen Ausklang der vergangenen Handelswoche...

DWN
Finanzen
Finanzen Dieselpreis im November: Oktober deutlich billiger – doch Diesel bleibt teurer als E10
02.11.2026

Der Dieselpreis hat sich im Oktober nach den Rekordwerten des Septembers zwar spürbar entspannt. Laut der am 2. November veröffentlichten...

DWN
Finanzen
Finanzen Technologieaktien versprechen gigantische Renditen und globale Marktmacht – sind aber „nur für Einsteiger geeignet“
02.11.2026

15.288 Prozent Rendite seit dem Börsengang, steigende Gewinne und 64 Kaufempfehlungen von Analysten: Die Alphabet-Aktie gehört zu den...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft GTA 6 legt Amerikas Wirtschaft lahm: Wer vom Milliarden-Geschäft profitiert
02.11.2026

Millionen Fans warten auf GTA 6. Doch der Verkaufsstart könnte für die amerikanische Wirtschaft teuer werden: 1,5 Millionen Beschäftigte...

DWN
Finanzen
Finanzen Micron-Aktie: Eine Warnung aus Korea für meine KI-Investition
02.11.2026

Die Gewinne sind auf Rekordniveau, und für die Chips der kommenden Jahre gibt es größtenteils bereits Käufer. Trotzdem macht mir als...

DWN
Politik
Politik Kampf um die Arktis: Die EU will ein Stück vom Kuchen
02.11.2026

Russland mit Eisbrechern, die USA mit Militär, China mit Handelsschiffen. Und die EU mit einer Strategie, allerdings ohne klare...

DWN
Technologie
Technologie Einem Slowenen gehört die Domain spacex.si: Kann Elon Musk sie ihm einfach wegnehmen?
02.11.2026

Tomaž Gojkošek aus Hajdina besitzt die Domain spacex.si seit 2021, während Musks Unternehmen eine deutlich ältere Marke hält. Wer hat...

DWN
Unternehmen
Unternehmen UniCredit-Chef Orcel wirbt im Übernahmekampf um Commerzbank-Mittelstand
02.11.2026

Im Übernahmeringen um die Commerzbank geht UniCredit in die Offensive: Konzernchef Andrea Orcel verspricht deutschen Firmenkunden mehr...