Wirtschaft

Fast 75 Millionen Euro aus Erbe von Fiat-Chef Agnelli beschlagnahmt

Die Agnellis gehören seit Jahrzehnten zu den reichsten Familien Italiens. Nach dem Tod des Patriarchen gibt es einen erbitterten Erbstreit. Jetzt greift die Staatsanwaltschaft hart durch.
20.09.2024 20:30
Aktualisiert: 20.09.2024 20:30
Lesezeit: 1 min

Im Streit um das Erbe des langjährigen Fiat-Chefs Gianni Agnelli (1921-2003) haben italienische Behörden annähernd 75 Millionen Euro beschlagnahmt. Betroffen sind drei Enkel des legendären Auto-Patriarchen - darunter der Verwaltungsratsvorsitzende des Nachfolgekonzerns Stellantis, John Elkann - sowie ein Buchhalter und ein Notar. Die zuständige Staatsanwaltschaft in Agnellis Heimatort Turin ermittelt seit längerer Zeit wegen Steuerhinterziehung zulasten des italienischen Staates. Der Streit um das Erbe des einst bekanntesten italienischen Unternehmers zieht sich schon seit Jahren hin.

Insgesamt ließ die Staatsanwaltschaft Werte in einer Summe von 74,8 Millionen Euro konfiszieren. Die Maßnahme richtet sich auch gegen die Geschwister von John Elkann (48), Lapo und Ginevra, sowie gegen den Buchhalter Gianluca Ferrero und den Schweizer Notar Urs von Grünigen. In einer Mitteilung dazu heißt es, dies geschehe "ungeachtet der Unschuldsvermutung", die trotz der laufenden Ermittlungen weiterhin Bestand habe.

Vor einem Zivilgericht in Turin läuft ein Verfahren, das von Agnellis Tochter Margherita Agnelli de Pahlen (68) gegen ihre eigenen drei Kinder eingeleitet wurde. Die 68-Jährige ist das einzige noch lebende Kind aus der Ehe zwischen Agnelli und seiner inzwischen ebenfalls verstorbenen Ehefrau Marella. Fiat ist heute zusammen mit der US-Marke Chrysler und dem französischen Peugeot-Konzern PSA Teil des internationalen Konzerns Stellantis. Die Familie Agnelli gehört mit einem Milliardenvermögen zu den reichsten Familien Italiens.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen ASML-Aktie überrascht mit starken Quartalszahlen
15.07.2026

Die ASML-Aktie setzt ihren Höhenflug fort: Der Chipausrüster hebt nach überraschend starken Quartalszahlen erneut seine Prognose an und...

DWN
Finanzen
Finanzen Aktienrenditen: Warum die Rekordbörsen zur Gefahr werden
15.07.2026

Die Börsen steigen, die Rekorde fallen und künstliche Intelligenz treibt die Kurse weiter nach oben. Doch je höher die Bewertungen...

DWN
Finanzen
Finanzen Paypal-Aktie: Stripe und Advent wollen Bezahldienst kaufen
15.07.2026

Die angeschlagene Paypal-Aktie rückt plötzlich wieder ins Rampenlicht: Ein milliardenschweres Übernahmeangebot von Stripe und Advent...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Russische Wirtschaft: China legt den Kreml an die technologische Leine
15.07.2026

Russland pumpt Milliarden in seine Rüstungsindustrie, doch die Wirtschaft schrumpft, die Inflation steigt und die Devisenreserven...

DWN
Panorama
Panorama EU schrumpft: Europa verliert Millionen Einwohner
15.07.2026

Europa steuert auf einen historischen Bevölkerungsrückgang zu, gleichzeitig steigt die Lebenserwartung auf ein Rekordniveau. Warum diese...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Fahrermangel: Europas Lieferketten droht der Kollaps
15.07.2026

Eine halbe Million Lkw-Fahrer fehlen in Europa, allein in Deutschland sind rund 120.000 Stellen unbesetzt. Besonders kleine Speditionen...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Börsenbericht: Goldman Sachs legt nach Bankenbilanzen kräftig zu; sinkende Inflation sorgt für Optimismus
14.07.2026

Spannende Entwicklungen an der Wall Street: Erfahren Sie, welche Faktoren die Märkte heute bewegten und warum Anleger wieder Hoffnung...

DWN
Technologie
Technologie Deutschland fördert Chipfabriken mit 659 Millionen Euro
14.07.2026

Die EU genehmigt Deutschland milliardenschwere Hilfen für den Ausbau der Halbleiterindustrie. Vier Unternehmen erhalten insgesamt 659...