Finanzen

Biontech-Aktie: Angepasster Corona-Impfstoff treibt Biontech-Umsatz an

Es tut sich wieder was an der Mainzer Goldgrube: Der Impfstoff-Hersteller darf sich über wieder anziehende Börsenkurse freuen. Der Markt goutiert die angepassten Impfstoffe, die während der Corona-Pandemie das Unternehmen in die Bundesliga der Pharmafirmen katapultiert hätten. Nun kommt es darauf an, dass auch endlich Mittel zur Krebsbehandlung einschlagen.
05.11.2024 07:38
Lesezeit: 1 min
Biontech-Aktie: Angepasster Corona-Impfstoff treibt Biontech-Umsatz an
Comeback bei Biontech: Ugur Sahin, Vorstandsvorsitzender von Biontech, spricht auf der Veranstaltung. Die erste modulare Biontech-Fabrik „BioNTainer“ wird nach zwei Jahren Vorbereitungszeit in Anwesenheit der Bundesaußenministerin eröffnet. (Foto: dpa) Foto: Hannes P Albert

Vergleichsweise frühe Zulassungen für angepasste Corona-Impfstoffe haben die Umsätze des Mainzer Unternehmens Biontech im dritten Quartal nach oben getrieben. Insgesamt beliefen sich die Erlöse auf 1,24 Milliarden Euro, wie Biontech mitteilte. Unter dem Strich stand ein Gewinn von 198,1 Millionen Euro. Im Vorquartal hatten die Mainzer noch einen Verlust von knapp 808 Millionen Euro hinnehmen müssen.

Die Varianten-angepassten Covid-19-Impfstoffe seien aufgrund der behördlichen Zulassungen etwa in der EU, in Großbritannien und den USA früher als im Vorjahr auf den Markt gebracht worden, sagte Finanzvorstand Jens Holstein. Das habe zu den starken Umsätzen im dritten Quartal (bis Ende September) beigetragen. Im dritten Quartal des Vorjahres war der Umsatz mit rund 895 Millionen Euro geringer ausgefallen, der Gewinn hatte seinerzeit bei 160,6 Millionen gelegen.

Weitere Anpassungen bei Kombi-Impfstoff vorgesehen

Für die ersten neun Monate des laufenden Geschäftsjahres steht trotz Umsätzen von etwa 1,56 Milliarden Euro ein Verlust von knapp 925 Millionen zu Buche. Für das Gesamtjahr geht Biontech nunmehr von einem Umsatz am unteren Ende der prognostizierten Spanne zwischen 2,5 Milliarden bis 3,1 Milliarden Euro aus.

Gemeinsam mit dem US-Konzern Pfizer arbeitet Biontech auch an der Entwicklung eines Kombi-Impfstoffs gegen Grippe und Covid-19. Hier würden nach einer erfolgten Studie in der späten Phase 3 derzeit Anpassungen des Impfstoffkandidaten geprüft, anschließend würden weitere Schritte mit den Gesundheitsbehörden besprochen, teilte Biontech mit.

Unternehmenschef Ugur Sahin sieht auch bei der Entwicklung von Krebsmedikamenten Fortschritte. Im Fall von Entwicklungen zur Behandlung von Lungen- und Brustkrebs beispielsweise laufen Studien an, die später bei der Planung der für eine Zulassung relevanten Phase-3-Studien helfen sollen. Eine erste Marktzulassung für ein Krebsmedikament strebt Biontech im Jahr 2026 an, ab dann seien jährliche Marktzulassungen in der Onkologie geplant.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen

Jede Anlage am Kapitalmarkt ist mit Chancen und Risiken behaftet. Der Wert der genannten Aktien, ETFs oder Investmentfonds unterliegt auf dem Markt Schwankungen. Der Kurs der Anlagen kann steigen oder fallen. Im äußersten Fall kann es zu einem vollständigen Verlust des angelegten Betrages kommen. Mehr Informationen finden Sie in den jeweiligen Unterlagen und insbesondere in den Prospekten der Kapitalverwaltungsgesellschaften.

DWN
Politik
Politik Kann Europa Weltmacht werden? Eine Analyse
24.05.2026

Die alte Weltordnung bricht weg, und Europa steht plötzlich allein zwischen den streitenden Machtblöcken. Jetzt entscheidet sich, ob der...

DWN
Technologie
Technologie Rekordabsatz bei Wärmepumpen: Fast jede zweite neue Heizung läuft elektrisch
24.05.2026

Der Markt für neue Heizgeräte erholt sich schneller als erwartet: Im ersten Quartal 2026 stieg der Gesamtabsatz um 16 Prozent....

DWN
Politik
Politik EU-USA-Abkommen: Brüssel bekommt nicht, was es wollte, aber was es braucht
24.05.2026

Bernd Lange, Chef des Ausschusses für den Außenhandel des Europäischen Parlaments, glaubt, dass die EU ein Sicherheitsnetz gegen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Neuer EQT-Vorsitzender Salata: „Mit Geld kommt Verantwortung“
24.05.2026

Der chilenische Milliardär Jean Eric Salata hat nun den Vorsitz bei der schwedischen Private-Equity-Gesellschaft EQT übernommen....

DWN
Politik
Politik Russischer Topökonom: „Putin wird bald begreifen, dass die Zeit nicht auf seiner Seite ist“
24.05.2026

Sergej Guriev, russischer Ökonom im Exil, gilt als einer der weltweit führenden Experten für Russlands Wirtschaft. Im Interview schätzt...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Offshore-Windkraft vor Comeback: Energieriesen setzen wieder auf Europa
23.05.2026

Die Offshore-Windkraft hat schwere Jahre hinter sich. Jetzt wittern Energieriesen in Europa wieder Chancen, doch aus Optimismus wird nur...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft 39 Billionen Dollar Schulden: Amerikas größter Gläubiger heißt Amerika
23.05.2026

Die USA häufen alle drei Monate eine Billion US-Dollar Schulden an und zahlen inzwischen mehr als eine Billion Dollar Zinsen pro Jahr. Wer...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Mythos Fachkräftemangel beendet: Deutschlands Arbeitsmarkt bricht langfristig ein
23.05.2026

Schwache Frühjahrsbelebung, keine Trendumkehr: Der deutsche Arbeitsmarkt kippt langfristig in eine neue Massenarbeitslosigkeit. Warum es...