Immobilien

Immobilienpreise: Berlin erreicht Talsohle - was jetzt für Immobilienbesitzer wichtig wird

Im Jahr 2023 gab es eine seltene Korrektur auf dem Berliner Immobilienmarkt nach rasant steigenden Preisen. Aktuell stabilisieren sich die Immobilienpreise in Berlin, die Talsohle scheint erreicht. Kann man bereits von einer nachhaltigen Erholung des Berliner Immo-Markts sprechen und wie sind die Aussichten für 2025?
13.11.2024 16:21
Aktualisiert: 13.11.2024 16:21
Lesezeit: 3 min
Immobilienpreise: Berlin erreicht Talsohle - was jetzt für Immobilienbesitzer wichtig wird
Der Berliner Immobilienmarkt pendelt sich auf ein stabileres Niveau ein, die Immobilienpreise Berlin scheinen einen Boden gebildet zu haben (Foto: dpa). Foto: Emmanuele Contini

Seit 2023 war der Berliner Immobilienmarkt von großer Unsicherheit geprägt. Nach rasant steigenden Preisen gab es eine seltene Korrektur der Immobilienpreise in der deutschen Hauptstadt, die bis 2024 andauerte - hauptsächlich wegen stark gestiegener Zinsen, die Kredite für potenzielle Käufer unerschwinglich machten. Doch nun zeigen aktuelle Daten, dass der Boden erreicht ist und die Preise sich stabilisieren. Die Phase der sinkenden Immobilienpreise in Berlin scheint also zu Ende, doch ist das eine anhaltende Erholung des Immobilienmarkts? Wir verraten, was 2025 auf Immobilienbesitzer zukommt und was jetzt wichtig wird.

Immobilienpreise Berlin: Seltene Kaufgelegenheit nach Korrektur

Im Jahr 2023 waren Preise für Wohnimmobilien in Berlin um durchschnittlich 8,5 Prozent gesunken. Das war eine ungewöhnliche Chance für Käufer, günstiger in den Immobilienmarkt einzusteigen. Diese Phase scheint zu Ende zu gehen, denn in Berlin und auch in anderen großen Städten wie Hamburg und München steigen die Immobilienpreise wieder leicht an. Laut BSK-Immobilien, der Immobilienmakler der Berliner Sparkasse, verzeichneten Ein- und Zweifamilienhäuser in Berlin im zweiten Quartal 2024 eine Preissteigerung von 2,3 Prozent gegenüber dem Vorquartal. “Diese Erholung ist ein deutlicher Indikator dafür, dass die Phase der Preissenkungen endet“, so die Immobilienfinanzierungsfirma.

Was sind die Gründe für steigende Immobilienpreise Berlin? Im September 2024 hat die europäische Zentralbank den Leitzins um 0,25 Punkte auf 3,5 Prozent gesenkt. Bauzinsen für zehnjährige Kredite sind damit auf ungefähr 3 bis 3,5 Prozent gesunken. Der Immobilienkauf wird damit deutlich attraktiver. „Im Vergleich zum letzten Jahr, als Zinsen von etwa 4 Prozent fällig wurden, ist dies eine merkliche Entlastung für Kaufinteressierte“, kommentiert BSK-Immobilien. Der Berliner Immobilienspiegel hat positiv auf die Zins-Entwicklungen reagiert, denn nahezu zeitgleich erlebte die Nachfrage nach Immobilien einen deutlichen Aufschwung - ein Plus von 28 Prozent allein in Berlin und im Umland.

Wenn Sie eine Immobilie kaufen wollen, dann können Sie nun diese Kaufgelegenheit noch auszunutzen. Überstürzen Sie aber nichts, ein Gebäudekauf muss wohlüberlegt sein. Es gibt nämlich einige Dinge, die Sie grundsätzlich beachten sollten und im Hinblick auf den Immobilienmarkt 2025 wichtig werden.

Wichtiger Faktor beim Kauf: Gebäude-Energiebilanz

Ein besonders wichtiger Faktor, der den Berliner Immobilienmarkt beeinflusst, ist die Energiebilanz der Gebäude. Häuser mit moderner Energieversorgung und guter Effizienzklasse sind stark gefragt, während Immobilien mit veralteten Öl- oder Gasheizungen weiter an Wert verlieren. „Wer auf den neuesten technischen Stand setzt, sichert sich langfristig nicht nur einen wertstabilen Besitz, sondern auch ein zukunftssicheres Investment“, so BSK-Immobilien. im Umkehrschluss heißt das folglich auch, dass Sie nicht jedes vermeintliche Schnäppchenhaus kaufen sollten. Achten Sie auf den Zustand von Heizungsanlagen, Dämmung und Fenstern.

Das Thema Energieeffizienz ist ein nicht zu unterschätzender Bereich bei der Immobilien-Preisentwickelung, sagte vor Kurzem Till-Fabian Zalewski, CEO von Engel & Völkers. Objekte der Energieeffizienzklassen B bis A+ verzeichneten demnach konstante Preissteigerungen, während bei Immobilien mit einer Energieeffizienzklasse C oder niedriger deutliche Preisrückgänge registriert wurden. Eigentümer standen in der Folge oftmals vor der Entscheidung, entweder kostspielige Sanierungen vornehmen zu müssen, zum Beispiel durch den Austausch des Energieträgers, oder einen Verkauf in Betracht zu ziehen. Laut Immobilien und Investmentmanagementfirma JLL ist bei energetisch schlechteren Immobilien „mit geringeren Mieteinnahmen und einer schlechteren Marktgängigkeit zu rechnen“. Kurz gesagt: Immobilien mit schlechter Energieeffizienz sind günstiger, weil sie sich schlechter verkaufen lassen.

Gerade bei den Immobilien in Berlin spielt dieses Thema eine vergleichsweise große Rolle, da die Bausubstanz bei für den Durchschnittsbürger bezahlbaren Immobilien eher alt ist. Lassen Sie sich also nicht durch einen günstigen Preis zum Kauf einer Wohnimmobilie verleiten. Möglicherweise ist die Entwicklung hin zu höheren Immobilienpreisen noch nicht nachhaltig.

Immobilienpreise Berlin: Steigend, aber Rückschläge noch möglich

Laut dem Verband deutscher Pfandbriefbanken (VDP) verzeichnen Immobilienpreise für Wohnungen und Häuser in Deutschland wieder einen Aufwärtstrend. Parallel dazu legen auch die Mieten spürbar zu. Unter den sieben größten Städten stiegen die Immobilienpreise im dritten Quartal 2024 am stärksten in Frankfurt mit einem Plus von 1,6 Prozent gegenüber dem Vorquartal, gefolgt von München und Düsseldorf (jeweils 1,5 Prozent). Den geringsten Preisanstieg verzeichneten Stuttgart und Berlin (je 0,8 Prozent).

VDP-Hauptgeschäftsführer Jens Tolckmitt betonte jedoch, es ist noch zu früh, von einer nachhaltigen Erholung der Immobilienpreise zu sprechen. Angesichts der schwachen Wirtschaft und globaler Krisen sei nicht ausgeschlossen, dass Rückschläge folgen könnten. Andere Immobilienmarkt-Experten erwarten zwar eine Fortsetzung des aktuellen Aufwärtstrends, sind aber vorsichtig, wenn es darum geht, von einer anhaltenden Erholung zu sprechen. Es sei noch zu früh, von einer Trendumkehr zu reden, sagten sie. Der Markt sei immer noch uneinheitlich - vor allem in den Großstädten.

Daher, in der deutschen Hauptstadt gibt es zwar einen Aufschwung, es ist jedoch noch nicht klar, wie nachhaltig dieser bei den Immobilienpreisen Berlin ist. Das wird sich erst in den nächsten Monaten herausstellen.

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Vera von Lieres

Vera von Lieres gehört seit September 2022 zum DWN-Team und schreibt als Redakteurin über die Themen Immobilien und Wirtschaft. Sie hat langjährige Erfahrung im Finanzjournalismus, unter anderem bei Reuters und führenden Finanzmedien in Südafrika. Außerdem war sie als Kommunikations- und Marketing-Spezialistin bei internationalen Firmen der Investment-Branche tätig.

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