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Bahnsanierung Hamburg-Berlin: Deutsche Bahn setzt auf schnellen Fortschritt

Im August 2025 beginnt die Bahnsanierung der Strecke Hamburg-Berlin. Die Deutsche Bahn startet ein Großprojekt, das bis 2026 dauert. Trotz Finanzierungsschwierigkeiten bleibt der Zeitplan erhalten, um die Strecke zu modernisieren und die Schieneninfrastruktur zu verbessern.
19.11.2024 07:29
Lesezeit: 2 min

Die geplante Bahnsanierung der Strecke zwischen Hamburg und Berlin soll im nächsten Jahr wie geplant starten. Die Deutsche Bahn (DB) hat die Bauaufträge für weite Teile des Korridors vergeben und hält trotz Zweifeln am straffen Zeitplan fest. Die Vergabe betrifft die Abschnitte von Berlin-Spandau bis Nauen und von Nauen bis Büchen, so die Mitteilung der DB. "Mit der Generalsanierung des hochbelasteten Schienennetzes setzt die DB ihre Arbeiten im nächsten Jahr wie geplant fort", erklärte das Unternehmen.

Vier Firmen, darunter die DB-eigene Bahngruppe Bau, erhielten den Zuschlag. Für den Abschnitt zwischen Büchen und Hamburg wird die Vergabe im April 2025 erwartet, die Planungen laufen bereits. "Dies hat keine Auswirkungen auf den Zeitplan der Generalsanierung", betonte die Bahn.

Einschränkungen während der Bauphase

Die Arbeiten beginnen im August 2025 und sollen bis April 2026 abgeschlossen sein. Während dieser Zeit wird die Strecke vollständig gesperrt, und der Personen- sowie Güterverkehr wird großräumig umgeleitet. Im Rahmen der Bahnsanierung sollen 181 Kilometer Gleise, über 200 Weichen und rund 70 Kilometer Oberleitung erneuert werden.

Zusätzlich werden die Abschnitte Berlin-Nauen und Hamburg-Büchen mit dem digitalen Zugsicherungssystem ETCS ausgestattet. Der Teil zwischen Büchen und Nauen soll erst ab 2030 mit dieser Technik modernisiert werden.

Täglich nutzen etwa 30.000 Fahrgäste den stark frequentierten Korridor, der Teil eines umfassenden Modernisierungsprogramms der Deutschen Bahn ist. Ziel ist es, die Zuverlässigkeit des Schienenverkehrs durch die Sanierung von mehr als 40 Strecken in den kommenden Jahren deutlich zu erhöhen.

Finanzierung und politische Unterstützung

Jüngst wurden Zweifel laut, ob der Zeitplan eingehalten werden kann, da der Nachtragshaushalt des Bundes noch aussteht. Ohne dessen Verabschiedung fehlen für viele Projekte verbindliche Finanzierungszusagen. Die SPD-Grünen-Minderheitsregierung ist dabei auf Unterstützung der Opposition angewiesen.

Christoph Ploß, Obmann der Union im Verkehrsausschuss, sicherte jedoch finanzielle Unterstützung für das Projekt zu. "Die Sanierung kann auch 2025 stattfinden", erklärte er im "Hamburger Abendblatt". Dirk Flege, Geschäftsführer des Interessenverbands Allianz pro Schiene, begrüßte die parteiübergreifende Zusammenarbeit: "Es ist positiv, dass Regierung und Opposition bei der Generalsanierung der Strecke Berlin-Hamburg an einem Strang ziehen."

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