Politik

Natürlicher Klimaschutz: 1,2 Milliarden Euro für Wälder und Moore vom Bund investiert

Die Bundesregierung hat bereits rund 1,2 Milliarden Euro in Förderprojekte für Natürlichen Klimaschutz investiert. Mit einem Gesamtbudget von 3,5 Milliarden Euro sollen klimarelevante Ökosysteme wie Moore und Wälder geschützt und wiederhergestellt werden. Das Programm wird auch in Zukunft eine Schlüsselrolle im Klimaschutz spielen.
31.12.2024 07:35
Lesezeit: 2 min

Die Bundesregierung hat bislang etwa 1,2 Milliarden Euro in Förderprojekte aus dem Aktionsprogramm für Natürlichen Klimaschutz investiert. Das teilte das Bundesumweltministerium der Deutschen Presse-Agentur auf Anfrage mit. Insgesamt stellt das Programm 3,5 Milliarden Euro zur Verfügung, um die Wiederherstellung und den Schutz klimarelevanter Ökosysteme wie Wälder und Moore zu fördern. Das Programm wurde im März 2023 von der Bundesregierung ins Leben gerufen.

Förderung von Projekten für Moore und Wälder

Seit dem Start sind bereits mehr als ein Drittel der Mittel in rund 9.000 Projekte gebunden. Mit diesen Mitteln werden in ganz Deutschland Moore wiedervernässt, Gewässer naturnah gestaltet und Flächen wie Parks sowie Alleen begrünt. Das Programm spielt auch eine zentrale Rolle bei der klimagerechten Umgestaltung von Wäldern. So wurde zahlreichen kommunalen und privaten Waldbesitzern geholfen, ihre Waldbewirtschaftung auf etwa 1,6 Millionen Hektar nachhaltig zu gestalten und so die Wälder besser gegen die Folgen des Klimawandels zu schützen.

Moore und Wälder als zentrale Klimafaktoren

Moore und Wälder sind für den Klimaschutz in Deutschland von großer Bedeutung, da sie im intakten Zustand erhebliche Mengen an klimaschädlichem Kohlendioxid (CO2) binden. Besonders Moore sind von Bedeutung, da sie bei Trockenlegung CO2 freisetzen. In Deutschland sind über 90 Prozent der Moorflächen nicht intakt und stellen somit eine der größten Quellen für Treibhausgase dar. Ein großer Teil der Moore wurde einst trockengelegt, um sie als Weide- und Ackerflächen zu nutzen. Das Ziel des Programms ist es, diese Moore schrittweise wiedervernässen. Für entsprechende Projekte erhielt unter anderem das Land Mecklenburg-Vorpommern mehrere Millionen Euro.

Zukunft des Programms noch ungewiss

Umweltministerin Steffi Lemke (Grüne) bezeichnet das Aktionsprogramm als "das größte Programm für den Schutz von Natur und Klima, das es jemals in Deutschland gab". Die hohe bundesweite Nachfrage nach der Förderung zeigt, dass viele Menschen einen Beitrag leisten möchten, um ihr Lebensumfeld zu verbessern und unsere natürlichen Lebensgrundlagen zu bewahren, sagte Lemke der dpa.

Mit Blick auf die Fortsetzung des Programms nach der Bundestagswahl 2025 äußerte sich ihr Ministerium zuversichtlich. "Wir gehen fest davon aus, dass das Aktionsprogramm Natürlicher Klimaschutz auch in der kommenden Legislaturperiode weitergeführt wird", sagte ein Sprecher der dpa. Dies sei vor allem auf die parteiübergreifende Unterstützung aller Umweltminister und -ministerinnen der Länder zurückzuführen. Die endgültige Entscheidung über die Fortsetzung des Programms wird jedoch von der künftigen Bundesregierung getroffen.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Brady TwinLead: Wenn das Etikett plötzlich mitdenkt

Ein Etikett bleibt am Produkt, doch die Informationen dahinter können sich verändern. Mit TwinLead verbindet Brady physische...

DWN
Finanzen
Finanzen McDonalds-Aktie: Ausverkauf an der Börse – haben die Anleger die Burger satt?
12.10.2026

Die McDonalds-Aktie ist auf den niedrigsten Stand seit vier Jahren gefallen und hat innerhalb von neun Monaten fast ein Drittel ihres...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EU-Handelskompromiss mit China: Was der Deal Deutschland bringt
12.10.2026

Nach wochenlangen Spannungen haben sich die Europäische Union und China auf erste konkrete Schritte zur Entschärfung ihres...

DWN
Politik
Politik Trumps überraschende Entscheidung, russischen Kraftstoff in die USA zu importieren, sorgt weltweit für Aufsehen
12.10.2026

Donald Trumps Vereinbarung mit Russland zeigt den wachsenden Druck, die Kraftstoffpreise zu senken, und markiert einen deutlichen...

DWN
Finanzen
Finanzen Goldreserven wachsen rasant: China kauft so viel Gold wie seit drei Jahren nicht
12.10.2026

Die chinesische Zentralbank ist auf dem besten Weg, bei den Goldreserven an den Zentralbanken Frankreichs und Italiens vorbeizuziehen. Nach...

DWN
Panorama
Panorama Klimaschutz bis 2045: Welche Kosten auf Deutschland zukommen
12.10.2026

Elektroautos, erneuerbare Energien und ein angepasstes Stromnetz: Deutschlands Weg zur Klimaneutralität verlangt hohe Investitionen. Eine...

DWN
Technologie
Technologie Handy-Sicherheit im Unternehmen: Ein verlorenes Smartphone kann alles lahmlegen
12.10.2026

Ein verlorenes Smartphone wirkt zunächst wie ein überschaubares Problem. Doch auf dem Gerät liegen längst E-Mails, Zugänge,...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Ryanair-Aktie: Airline ändert Check-in-Regeln und verkürzt Zeit für die Gepäckaufgabe
12.10.2026

Ryanair-Passagiere müssen aufgegebenes Gepäck am Flughafen künftig früher abgeben. Die Fluggesellschaft verkürzt die Öffnungszeiten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Plus 20 Prozent: Briefporto könnte stärker steigen als jemals zuvor
12.10.2026

Das Briefporto könnte in Deutschland so stark steigen wie noch nie. Die Bundesnetzagentur hat einen neuen Preisspielraum vorgeschlagen,...