Wirtschaft

Musk und Meloni: Verhandlungen über milliardenschweres Satellitenprojekt

Italiens Regierung unter Giorgia Meloni führt Gespräche mit Elon Musk über ein milliardenschweres Satelliten-Kommunikationssystem. Das Projekt, das auch von Geheimdiensten unterstützt wird, sorgt für politische Spannungen. Während Musk interessiert ist, fordert die Opposition eine genauere Prüfung.
12.01.2025 07:53
Aktualisiert: 12.01.2025 12:33
Lesezeit: 2 min
Musk und Meloni: Verhandlungen über milliardenschweres Satellitenprojekt
Im Bild überreicht Elon Musk, der Gründer von Tesla und SpaceX, einen der Global Citizen Awards an Giorgia Meloni, Ministerpräsidentin von Italien, in New York. Giorgia Meloni und Elon Musk diskutieren nun ein milliardenschweres Satellitenprojekt für Italien. (Foto: dpa) Foto: Michelle Farsi

Italiens rechte Regierung unter Ministerpräsidentin Giorgia Meloni führt derzeit Gespräche mit dem SpaceX-Konzern des US-Milliardärs Elon Musk über ein Milliardenprojekt – offiziell wurde jedoch noch keine Entscheidung getroffen. Laut einem Bericht von Bloomberg News geht es dabei um ein hochgeschütztes Satelliten-Kommunikationssystem im Wert von 1,5 Milliarden Euro. Die Opposition äußerte ihre Empörung, da Meloni und Musk eine enge Beziehung pflegen.

Musk Meloni: Interesse an Satelliten-Kommunikationssystem

Der nach Schätzungen reichste Mann der Welt zeigte großes Interesse an diesem Geschäft. Über seinen Vertreter in Italien, Andrea Stroppa, erklärte Musk: „Wir sind bereit, Italien die sicherste und fortschrittlichste Verbindung zu bieten!“ Meloni bestätigte über ihr Büro, dass Gespräche mit SpaceX über sichere, verschlüsselte Verbindungen laufen, wie auch mit anderen Unternehmen. Sie wies jedoch darauf hin, dass bislang keine Verträge oder Vereinbarungen unterzeichnet wurden – was auch nicht behauptet worden war.

Verwirrung um Trump-Besuch und Musk

Zugleich bezeichnete ihr Büro Berichte als „völlig absurd“, wonach das Geschäft Thema eines Blitzbesuchs Melonis beim künftigen US-Präsidenten Donald Trump in Florida gewesen sei. Musk wurde nicht gesichtet, da er sich seit Trumps Wahlsieg im November häufig im Anwesen des Republikaners aufhält.

Opposition fordert Aufklärung: „Italien ist nicht zu verkaufen“

Die sozialdemokratische Oppositionsführerin Elly Schlein kritisierte die Stellungnahme Melonis und forderte eine Erklärung vor dem Parlament. „Wenn 1,5 Milliarden Euro der Italiener für die Satelliten eines amerikanischen Milliardärs der Preis für dessen Freundschaft sind, dann sind wir nicht bereit, das zu bezahlen“, erklärte Schlein. „Italien ist nicht zu verkaufen.“

Geheimdienste und Verteidigungsministerium stimmen zu

Laut Bloomberg befinden sich die Verhandlungen über das Projekt bereits in einem fortgeschrittenen Stadium. Italiens Geheimdienste und das Verteidigungsministerium in Rom hätten dem Projekt mit einer Laufzeit von fünf Jahren bereits zugestimmt, berichtete die Agentur unter Berufung auf eine nicht näher genannte Quelle.

Der Rücktritt der italienischen Geheimdienstchefin Elisabetta Belloni am Montag sorgte für zusätzliche Aufmerksamkeit. Es wird spekuliert, dass Meinungsverschiedenheiten zwischen Belloni und Meloni über das SpaceX-Projekt zu ihrem Rücktritt geführt haben könnten. Vom SpaceX-Konzern gab es zunächst keine Stellungnahme.

Satelliten von Musk für die italienische Regierung

Laut dem Bericht soll SpaceX Telefon- und Internetdienste über seine Satelliten bereitstellen, die von der italienischen Regierung und auch der Armee für verschlüsselte Kommunikation genutzt werden können. Zudem seien die Satelliten für Notfälle wie Terroranschläge oder Naturkatastrophen vorgesehen.

Musk ist inzwischen offizieller Berater des ehemaligen US-Präsidenten Trump, der am 20. Januar ins Weiße Haus zurückkehrt. Musk pflegt seit längerem ein freundschaftliches Verhältnis mit Meloni, was das geplante Geschäft besonders heikel macht.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Technologie
Technologie Daimler Truck investiert groß in Wasserstoff-Lkw
10.09.2026

Während viele Hersteller beim Wasserstoff zurückstecken, investiert Daimler Truck weiter kräftig in die Technologie. Der Konzern setzt...

DWN
Politik
Politik Öl gibt es genug. Warum ist Diesel dann rekordteuer?
10.09.2026

Der Ölpreis ist hoch, aber nicht auf Rekordniveau. Trotzdem ist Diesel so teuer wie nie. Der Grund liegt nicht allein beim Rohöl, sondern...

DWN
Politik
Politik Neuer Umfragedämpfer bringt Bundeskanzler Merz weiter unter Druck: CDU stürzt in Mecklenburg-Vorpommern ab
10.09.2026

Nach dem Wahldebakel in Sachsen-Anhalt wächst der Druck auf Friedrich Merz. Schwache Umfragewerte in Mecklenburg-Vorpommern und ein...

DWN
Unternehmen
Unternehmen VW-Aktie im Fokus: Volkswagen drohen bis zu 16 Milliarden Euro Umbaukosten
10.09.2026

Der geplante Sparkurs bei Volkswagen hat einen hohen Preis: Bis zu 16 Milliarden Euro könnten Stellenabbau und mögliche...

DWN
Finanzen
Finanzen EZB-Zinsentscheid: EZB erhöht Zinsen auf 2,5 Prozent
10.09.2026

EZB-Zinsentscheid: Die EZB erhöht den Einlagenzins auf 2,5 Prozent – und rechnet trotzdem noch Jahre mit erhöhter Inflation. Während...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft EZB-Leitzins-Prognose: Lagarde droht der Fehler von 2011
10.09.2026

Die nächste Zinserhöhung der EZB gilt beinahe als ausgemacht. Doch ausgerechnet die Erfahrung von 2011 zeigt, wie riskant ein solcher...

DWN
Technologie
Technologie Warum jeder vierte Deutsche aufs E-Auto umsteigen will
10.09.2026

Deutschland zeigt überraschend viel Interesse am Elektroauto: 27 Prozent der Besitzer von Benzin- oder Dieselautos planen den direkten...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Lidl und die Plastikfrage: So sollen Verpackungen bis 2030 schrumpfen
10.09.2026

Mit der Strategie REset Resources verringert Lidl den Verbrauch primärer Rohstoffe, erhöht den Anteil recycelter Materialien und führt...