Wirtschaft

Diesel-Spritkosten schnellen nach oben - und könnten wegen Ölpreis weiter steigen

In Deutschland steigen die Spritkosten. Vor allem der Liter Diesel hat sich in den letzten fünf Wochen stark verteuert. Als Ursachen macht der ADAC den anziehenden Ölpreis aus, den schwachen Euro und die CO2-Bepreisung.
15.01.2025 14:25
Aktualisiert: 15.01.2025 14:25
Lesezeit: 2 min
Diesel-Spritkosten schnellen nach oben - und könnten wegen Ölpreis weiter steigen
Vor allem die Diesel-Spritpreise haben in den letzten Wochen stark angezogen. (Foto: dpa) Foto: Christophe Gateau

Die Fahrt zur Tankstelle hat sich erneut verteuert. Vor allem der Dieselpreis hat zugelegt, wie der ADAC mitteilt. Im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Dienstags kostete ein Liter 1,690 Euro. Das waren 2,7 Cent mehr als vor einer Woche. Im Vergleich zu vor fünf Wochen liegt der Anstieg sogar bei 10,4 Cent pro Liter, wie die jüngste ADAC-Auswertung der Spritpreise ergab.

Auch der Benzin-Kraftstoff E10 verteuerte sich auf Wochensicht um 1 Cent auf 1,741 Euro pro Liter. Vor fünf Wochen war er noch 8,6 Cent billiger. Als Hauptursache für den Anstieg macht der Automobilclub den anziehenden Ölpreis auf dem Weltmarkt fest. Zudem verteuert auch der zum Jahreswechsel angehobene CO2-Preis den Sprit um rund 3 Cent pro Liter.

ADAC: Rohöl-Preise und schwacher Euro verteuern Spritkosten

Geopolitische Krisen wirken sich auf den Handel aus, so weit bekannt. Verbraucher merken die aktuellen politischen Entwicklungen seit einigen Wochen unter anderem bei der Zapfsäule. Der Hintergrund: Die Rohöl-Preise sind am Mittwoch erneut leicht gestiegen. Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im März kostete 80,20 US-Dollar. Das sind 28 Cent mehr als am Vortag.

Auch den schwachen Euro sieht der ADAC als eine der zentralen Ursachen der derzeit hohen Spritpreise in Deutschland. Aktuell liegt ein Euro bei rund 1,03 US-Dollar. Der Kauf von Rohöl im Euro-Raum wirkt sich so teurer für die Endverbraucher aus.

Spritpreise könnten wegen hoher Nachfrage nach Öl weiter steigen

Die Preise auf dem Weltmarkt für Rohöl spiegeln die Preise an der Zapfsäule wieder. So ist der Preis für ein Barrel der US-Sorte WTI zur Lieferung im Februar um 35 Cent auf 77,85 Dollar gestiegen. Die Internationale Energieagentur (IEA) erwartet 2025 zudem einen Anstieg der globalen Rohöl-Nachfrage um durchschnittlich 1,05 Millionen Barrel pro Tag. Zuvor hatte die IEA noch ein etwas stärkeres Wachstum um täglich 1,08 Millionen Barrel erwartet.

Steigende Spritpreise: Neue US-Sanktionen gegen russische Energiewirtschaft verknappen Angebot

Allerdings gehen die Experten der IEA auch davon aus, dass der Überschuss an Rohöl in diesem Jahr geringer als bisher gedacht ausfallen dürfte. Der Verband begründete dies mit neuen Sanktionen der scheidenden US-Regierung gegen die russische Energiewirtschaft. Diese könnten die russischen Öllieferungen "erheblich stören", hieß es. Zudem könnten auch die Exporte aus dem wichtigen Förderland Iran eingeschränkt werden, wenn die neue US-Regierung unter dem designierten Präsidenten Donald Trump ihre Versprechen einer härteren Haltung umsetze, heißt es im Monatsbericht der IEA.

Generell haben sich die Anleger am Ölmarkt vor wichtigen Konjunkturdaten eher zurückgehalten. Am Nachmittag werden die US-Inflationsdaten für Dezember erwartet. Diese könnten Hinweise auf die weitere Geldpolitik der US-Notenbank liefern und werden an den Finanzmärkten stark beachtet.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Finanzen
Finanzen Greg Abel vor Bewährungsprobe: Anleger prüfen Berkshire Hathaway-Aktie
17.05.2026

Die Berkshire Hathaway-Aktie steht nach dem Machtwechsel von Warren Buffett zu Greg Abel vor einer neuen Vertrauensprobe. Kann der Konzern...

DWN
Politik
Politik Landtagswahl Sachsen-Anhalt: Kommission pocht auf Reformen bei ARD und ZDF
17.05.2026

Gehälterdeckel, Beitragsbremse, mehr Sparsamkeit: Eine Enquete-Kommission in Sachsen-Anhalt hat vor der Landtagswahl ehrgeizige Pläne...

DWN
Finanzen
Finanzen Trauringe aus Gold: Nachhaltig und fair Gold kaufen
17.05.2026

Viele Paare wünschen sich Trauringe aus Gold - möglichst hochwertig und langlebig. Doch die Herkunft des Edelmetalls spielt eine...

DWN
Panorama
Panorama Deutsche Bahn startet günstiges Familienticket für Sommerreisen
17.05.2026

Mit einem neuen Familienticket will die Deutsche Bahn Familien in den Sommerferien entlasten. Für unter 100 Euro sind Hin- und...

DWN
Immobilien
Immobilien Marode Gebäude und Brücken: Sanierungsstau in Berlin erreicht neue Dimensionen
17.05.2026

Von der Technischen Universität bis zum Schloss Bellevue: In Berlin häufen sich gravierende Baumängel und kostspielige...

DWN
Technologie
Technologie KI-Arbeitswelt: Wie Algorithmen den Menschen zur Restgröße machen
17.05.2026

Künstliche Intelligenz verspricht Entlastung, Effizienz und neue Chancen. Doch in der KI-Arbeitswelt zeigt sich eine andere Realität:...

DWN
Finanzen
Finanzen Eurokurs schwächelt weiter: Warum Währungsschwankungen für Unternehmen teuer werden
17.05.2026

Der Eurokurs steht seit vielen Monaten unter Druck – und für Unternehmen kann das langsam zum Problem werden. Zwischen geopolitischen...

DWN
Panorama
Panorama Trügerische Sicherheit: Warum Ihr Lieblingspasswort eine Gefahr ist
16.05.2026

Die meisten Internetnutzer wiegen sich in Sicherheit, während sie Hackern die Tür sperrangelweit offen stehen lassen. Obwohl die...