Immobilien

Wohnungsbau-Prognose: Deutschland bis 2027 in Europa abgehängt

Der deutsche Wohnungsbau wird laut einer Prognose bis 2027 mit einem Rückgang von 44 Prozent weiter sinken. Deutschland wäre damit im europäischen Vergleich Schlusslicht. Besonders die hohen Baukosten würden laut Experten eine schnelle Erholung des deutschen Marktes verhindern.
13.02.2025 07:15
Lesezeit: 1 min
Wohnungsbau-Prognose: Deutschland bis 2027 in Europa abgehängt
Deutschlands Wohnungsbau wird laut Prognose weiter zurückgehen. (Foto: dpa) Foto: Frank Hoermann/SVEN SIMON

Der deutsche Wohnungsbau steht in den kommenden Jahren vor einer anhaltenden Abwärtsentwicklung. In der neuesten Prognose der europäischen Bauforschungsgruppe Euroconstruct wird für die nächsten Jahre ein kontinuierlicher Rückgang der Fertigstellungen bis 2027 erwartet. Nach geschätzten 250.000 neu gebauten Wohnungen im vergangenen Jahr rechnen die Experten in diesem Jahr noch mit rund 205.000 Fertigstellungen und einem weiteren Rückgang auf 165.000 bis 2027.

Wohnungsbau in Europa: Deutschland auf dem letzten Platz

Mit einem prognostizierten Rückgang des Wohnungsbaus um 44 Prozent von 2023 bis 2027 wird Deutschland das europaweite Schlusslicht bilden – und das mit deutlichem Abstand zum zweitletzten Land, Österreich, dessen Rückgang bei 37,3 Prozent liegt. Für die meisten westeuropäischen Länder prognostizieren die Ökonomen nach einem Tiefpunkt in diesem Jahr ab 2026 eine Stabilisierung und Erholung im Wohnungsbau.

Großbritannien könnte Deutschland überholen

Euroconstruct ist ein Netzwerk von Wirtschaftsexperten aus 19 Ländern, darunter 15 westeuropäische und 4 osteuropäische Staaten. In Deutschland ist das Münchener Ifo-Institut an der Studie beteiligt. Zwar schwächelt der Wohnungsbau in vielen Ländern, aber laut der Prognose wird in keinem der anderen 14 westeuropäischen Länder bis 2027 eine so negative Entwicklung wie in Deutschland erwartet.

„In Deutschland verhindern vor allem die hohen Baukosten eine schnelle Erholung des Marktes“, erklärte Ludwig Dorffmeister, Bauexperte am Ifo-Institut. Laut der Euroconstruct-Prognose könnte Großbritannien mit voraussichtlich 210.000 neuen Wohnungen im Jahr 2027 den deutschen Wohnungsbau überholen, obwohl das Vereinigte Königreich rund 15 Millionen weniger Einwohner hat. Der Zentralverband des Deutschen Baugewerbes bezeichnete die Prognose als besorgniserregend.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
DWN
Panorama
Panorama EY-Umfrage: Jobmarkt verunsichert Deutschlands Studierende
13.06.2026

Wer heute studiert, blickt offenbar weniger sorglos auf den Arbeitsmarkt als frühere Jahrgänge. Eine aktuelle Umfrage von EY zeigt...

DWN
Technologie
Technologie KI-Revolution: In einer Branche ist sie schon angekommen
13.06.2026

In der Softwarebranche ist die KI-Revolution nicht mehr Zukunftsmusik. Sie zeigt, wie schnell ein Beruf kippen kann und welche Fragen sich...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutsche Wirtschaft: Sechs Thesen zur Krisenbewältigung
13.06.2026

Deutschlands Wirtschaft steckt in einer tiefen strukturellen Krise, da das exportgetriebene Wachstumsmodell der letzten Jahrzehnte spürbar...

DWN
Finanzen
Finanzen US-Marktbericht: Billionär Musk sieht SpaceX-Debüt abheben und holt den Titel
12.06.2026

Ein historischer Handelstag an der Wall Street voller Rekorde und geopolitischer Wendepunkte.

DWN
Politik
Politik Ukraine bald EU-Mitglied? EU beginnt Beitrittsverhandlungen trotz Kriegsstatus
12.06.2026

Ein Veto aus Ungarn blockierte lange formelle EU-Gespräche mit der Ukraine. Jetzt kann es endlich losgehen, berichtet die Deutsche...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Deutschlands Mitte ist pleite: Insolvenzen bei Verbrauchern und Firmen steigen stetig
12.06.2026

Die Welle der Insolvenzen in Deutschland endet nicht: Im ersten Quartal des Jahres verzeichneten die Amtsgerichte einen spürbaren Anstieg...

DWN
Unternehmensporträt
Unternehmensporträt Pandora-Aktie: Die neue Chefin gibt ein ungewöhnliches Eingeständnis ab
12.06.2026

Pandora kämpft mit schwächerem Wachstum, steigenden Kosten und enttäuschenden Märkten. Die neue Chefin Berta de Pablos-Barbier sieht...

DWN
Politik
Politik EU-Stabilitätspakt: Irland erhält Flexibilität bei Energieausgaben
12.06.2026

Mehr Spielraum im Budget: Die EU erweitert die Ausnahme für Verteidigungsausgaben auf den Energiesektor. Damit reagiert Brüssel auf die...