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Bundestagswahl 2025: Was das Handwerk von der neuen Regierung fordert

Zur Bundestagswahl 2025 legt das Deutsche Handwerk (ZDH) 25 Maßnahmen für bessere Standortbedingungen vor. Dafür fordern sie Parteien und Kandidaten, die ins Handeln kommen und die sich vor allem einigen können. Wo der wirtschaftspolitische Schuh drückt und welche Entscheidungen unverzichtbar sind, damit das deutsche Handwerk eine Zukunft hat.
20.02.2025 17:18
Lesezeit: 3 min
Bundestagswahl 2025: Was das Handwerk von der neuen Regierung fordert
Wahlkampf beim Handwerk: Gemeinsam mit Handwerkspräsident Jörg Dittrich und Schauspieler Ralf Moeller lässt sich der Kanzlerkandidat Merz vor laufenden Kameras erklären, wie modernes Tischlerhandwerk aussieht. (Foto: dpa) Foto: Michael Kappeler

Die vergangenen Monate haben deutlich gezeigt: Wachstum, Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit sind alles andere als selbstverständlich. Dafür muss etwas getan werden. Für einen wirtschaftlichen Aufschwung braucht es mutige und entschlossene Maßnahmen, die im Einklang mit soliden öffentlichen Haushalten stehen. Das Handwerk ist ein zentraler Motor für Deutschlands wirtschaftliche Stärke und Modernisierung. Doch für nachhaltiges Wachstum und Wohlstand benötigt der Standort dringend mutige und entschlossene Reformen.

ZDH-Präsident Dittrich: „Der Standort Deutschland ist nicht mehr wettbewerbsfähig“

Jörg Dittrich, Präsident des Zentralverbands des Deutschen Handwerks (ZDH), vertritt rund 1 Mio. Betriebe und 5,6 Mio. Beschäftigte. Er kritisiert die hohen Sozialabgaben, die hohen Energiekosten, die hohen bürokratischen Lasten, die das personalintensive Handwerk besonders belasten. Die Gefahr: Kunden könnten die Leistungen irgendwann nicht mehr bezahlen. Steuern und Abgaben, die Lohnzusatzkosten – hier muss die Politik ins Handeln kommen und dafür braucht es Parteien, die sich einigen können.

Handwerk legt Wahlcheck 2025 vor – Veränderungsnotstand beenden

Mit dem Wahlcheck bringt das Handwerk ihre zentralen Anliegen konkret in den Wahlkampf der Parteien ein. Die Unternehmen verlangen, dass sich die Politik endlich für die Belange des Handwerks einsetzt. Dazu erklärt ZDH-Präsident Jörg Dittrich: „Der Veränderungsnotstand in Deutschland muss ein Ende haben. Wachstum, Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit sind nicht selbstverständlich. Die Handwerksbetriebe und ihre Beschäftigten brauchen klare Signale der Entlastung, des Aufbruchs und der Stabilität.“

Fünf Handlungsfelder stehen dabei im Fokus

  • Erstens müssen Freiräume geschaffen und die Wettbewerbsfähigkeit gestärkt werden, unter anderem durch eine spürbare Entlastung bei Steuern und Abgaben, generationengerechte Sozialreformen und eine verlässliche Energieversorgung.
  • Zweitens gilt es, Unternehmertum wieder attraktiv zu machen, indem Bürokratie abgebaut und mittelstandsfreundliche Gesetze umgesetzt werden.
  • Drittens müssen die Fachkräftebasis gesichert und vorhandene Potenziale besser genutzt werden, etwa durch eine verpflichtende Berufsorientierung an Schulen oder bessere Unterstützung für Frauen im Handwerk.
  • Viertens braucht die berufliche Bildung eine konsequente Stärkung, mit höheren Investitionen in Bildungsstätten und einer gesetzlichen Gleichstellung von beruflicher und akademischer Bildung.
  • Schließlich muss das Handwerk in Städten und ländlichen Räumen fest verankert bleiben, durch bessere Mobilitätsangebote für Auszubildende, den Schutz von Gewerbeflächen und mittelstandsfreundliche Vergabepraxis.

BTW 2025: 25-Punkte-Plan des Handwerks für die neue Regierung

Der Wahlcheck des Handwerks des ZDH zur Bundestagswahl 2025 stellt klare Forderungen, die es der neuen Regierung ermöglichen, die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen. Dafür hat der Zentralverband des Deutschen Handwerks hat 25 Kernpunkte identifiziert, die sich auf zentrale Themen wie Wettbewerbsfähigkeit, Fachkräftesicherung, Bildungsinfrastruktur und regionale Verankerung fokussieren:

  • Entlastung bei Steuern und Abgaben, um Investitionen und Kaufkraft zu stärken.
  • Reform der Sozialversicherungssysteme für Nachhaltigkeit und Beitragsstabilität.
  • Stärkung der Tarifpartnerschaft und Tarifautonomie durch klare gesetzliche Rahmenbedingungen.
  • Senkung der Energie- und Stromsteuer sowie Förderung einer sicheren Energieversorgung.
  • Bessere steuerliche Bedingungen, um Gewinne im Unternehmen zu halten.
  • Abbau von Bürokratie und Einführung schlanker, digitaler Verwaltungsprozesse.
  • Praxis-Checks bei Gesetzesvorhaben, die kleine und mittlere Betriebe betreffen.
  • EU-Gesetzgebung an KMU-Bedürfnisse orientieren und Umsetzung auf Mindestvorgaben beschränken.
  • Vereinfachung von Normen und Standards durch stärkere Einbindung des Mittelstands.
  • Modernisierung des Arbeitszeitrechts, um flexiblere Arbeitsmodelle zu ermöglichen.
  • Verpflichtende Berufsorientierung an Schulen, insbesondere für handwerkliche Berufe.
  • Absicherung von Unternehmerinnen bei Schwangerschaft und Mutterschaft.
  • Förderung von Vielfalt und Weltoffenheit als Standortvorteil.
  • Unbürokratische Unterstützung bei der Beschäftigung von Fachkräften aus Drittstaaten.
  • Stärkung der Meisterqualifikation als Garantie für Verbraucherschutz und Ausbildungssicherung.
  • Gleichstellung beruflicher und akademischer Bildung durch gesetzliche Verankerung.
  • Erhöhung der Mittel für Lehrlingsunterweisung, um Ausbildungsqualität zu sichern.
  • Modernisierung handwerklicher Bildungsstätten, um Investitionsstaus abzubauen.
  • Fokus auf Innovationen in den Bereichen KI, Robotik und Nachhaltigkeit.
  • Aufstockung von Stipendien sowie Unterstützung für Auszubildende mit Lernbedarf.
  • Förderung der Azubi-Mobilität durch günstige Tickets und bessere Wohnangebote.
  • Erhalt von Handwerksbetrieben in Innenstädten durch vielfältige Nutzungsmodelle.
  • Verbesserung von Park- und Ladezonen für Handwerksbetriebe, besonders in Ballungsräumen.
  • Bessere Einbindung des Handwerks in regionale Förderprogramme.
  • Mittelstandsfreundliche Vergabepraxis bei öffentlichen Ausschreibungen.

Fazit: Das Handwerk ist bereit, die Zukunft Deutschlands aktiv mitzugestalten, ob bei der Energiewende, im Klimaschutz, bei der Digitalisierung oder in der Bildung. Dafür braucht es aber dringend bessere Standortbedingungen. Das Handwerk wird genau prüfen, wer bereit ist, den notwendigen Neustart zu wagen und dabei die Bedürfnisse der Betriebe und ihrer Beschäftigten in den Mittelpunkt stellt. Wirtschaftspolitik muss Chefsache sein. Und es muss ein einigungsfähiges Konzept auf den Tisch, das die Nachteile, die der Standort Deutschland momentan hat, in den Fokus nimmt und sie ausräumt.

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