Finanzen

Bitcoin-Kurs: Trump erlässt Dekret für US-Kryptoreserve - Anleger zeigen sich verunsichert

Trump hat die Einrichtung einer US-Reserve für digitale Währungen angeordnet - auch der Bitcoin soll gelagert werden. Doch wer einen neuen Krypto-Boom erwartet hatte, wurde enttäuscht. Die Ankündigung des US-Präsidenten führte zu kurzfristigen Schwankungen beim Bitcoin-Kurs. Was die Gründe sind und warum Anleger verhalten auf Trumps Ankündigung reagieren.
07.03.2025 08:51
Aktualisiert: 07.03.2025 08:51
Lesezeit: 2 min
Bitcoin-Kurs: Trump erlässt Dekret für US-Kryptoreserve - Anleger zeigen sich verunsichert
Bitcoin-Kurs im Aufwind? Anleger reagieren bisher verhalten auf Trumps Krypto-Dekret. (Foto: dpa) Foto: Fernando Gutierrez-Juarez

Bitcoin-Kurs reagiert mit Schwankungen nach Trumps Krypto-Dekret

Donald Trump hat ein zentrales Versprechen aus seinem Wahlkampf eingelöst und die Einrichtung einer US-Reserve für digitale Währungen veranlasst. In dieser strategischen Reserve sollen Bitcoin-Bestände verwahrt werden, die sich bereits durch behördliche Beschlagnahmungen im Besitz der US-Regierung befinden.

Laut dem US-Beauftragten für digitale Währungen, David Sacks, werden das Handels- und das Finanzministerium befugt sein, weitere Bitcoin für diese Reserve zu sichern – ohne finanzielle Belastung für die Steuerzahler. Zusätzlich sollen auch andere digitale Währungen wie Ethereum und Solana in einem separaten Bestand aufbewahrt werden. Die US-Regierung plant jedoch nicht aktiv, diesen Bestand systematisch auszubauen. Doch Anleger zeigten sich verhalten gegenüber Trumps eingelöstem Wahlversprechen. Der Bitcoin-Kurs reagierte mit starken Schwankungen.

Bitcoin-Kurs rutscht erneut unter Marke von 90.000 US-Dollar

Die ersten Informationen zur geplanten US-Reserve für digitale Währungen haben zunächst für eine gewisse Ernüchterung an den Kryptomärkten gesorgt. Der Bitcoin-Kurs sank auf der Handelsplattform Bitstamp unter die Marke von 90.000 US-Dollar und wurde zuletzt bei 88.102 Dollar notiert.

Allerdings konnte sich der Bitcoin-Kurs bereits wieder leicht vom Tagestief erholen. In der Nacht war er in einer ersten Reaktion auf die Nachricht über die US-Digitalwährungsreserve kurzzeitig unter 85.000 Dollar gefallen.

US-Bitcoin-Bestand bei rund 200.000 Einheiten

Durch behördliche Maßnahmen gegen kriminelle Akteure sind in den Besitz der US-Regierung bereits Zehntausende Bitcoin gelangt. Sacks zufolge beläuft sich der aktuelle Bestand auf etwa 200.000 Bitcoin. Bei einem Bitcoin-Kurs von rund 88.000 Dollar entspräche dies einem Gesamtwert von mehr als 17 Milliarden Dollar.

US-Präsident Trump hatte sich im Wahlkampf ausgesprochen offen gegenüber digitalen Währungen gezeigt und dadurch Unterstützung aus der Kryptobranche erhalten. Die vorherige Regierung unter Joe Biden verfolgte hingegen eine deutlich restriktivere Politik gegenüber digitalen Währungen und warnte wiederholt vor Risiken wie Geldwäsche und potenziellen Finanzmarktturbulenzen. Nach Trumps Wahlsieg konnte der Bitcoin-Kurs stark zulegen.

US-Handelskonflikte belasten den Bitcoin-Kurs

Der Bitcoin-Kurs war in der vergangenen Woche erheblich unter Druck geraten und fiel zwischenzeitlich von mehr als 96.000 Dollar auf unter 80.000 Dollar. Verantwortlich dafür waren die anhaltenden internationalen Handelskonflikte, die von den USA ausgingen und zu einer negativen Stimmung an den Finanzmärkten führten. Dies sorgte für eine erhöhte Zurückhaltung bei risikobehafteten Anlageklassen.

In den letzten Tagen richtete sich das Interesse der Investoren jedoch wieder verstärkt auf die erwartete Bekanntgabe der US-Digitalwährungsreserve. Anleger hatten gehofft, dass Trump nicht nur erneut als Förderer von Bitcoin und anderen digitalen Währungen auftreten werde, "sondern dass eine Grundlage für eine enge Zusammenarbeit zwischen der US-Regierung und der Kryptobranche geschaffen wird", erklärte Marktexperte Timo Emden von Emden Research.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Finanzen
Finanzen Staatliche Datenkontrolle treibt Verbraucher in die digitale Schattenwirtschaft

Deutschland befindet sich im Jahr 2026 in einer paradoxen wirtschaftspolitischen Situation. Während die Bundesregierung versucht, durch...

DWN
Panorama
Panorama DWN-Wochenrückblick KW 11: Die wichtigsten Analysen der Woche
13.03.2026

Im DWN Wochenrückblick KW 11 aus dem Jahr 2026 fassen wir die zentralen wirtschaftlichen und politischen Entwicklungen der vergangenen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Insolvenzwelle in Deutschland: Höchststand seit über einem Jahrzehnt
13.03.2026

Die wirtschaftliche Anspannung in Deutschland erreicht einen neuen Peak: Im Jahr 2025 stieg die Zahl der Unternehmensinsolvenzen auf den...

DWN
Technologie
Technologie Biometrische Daten: BKA und Bundespolizei erhalten neue Befugnisse
13.03.2026

Das BKA und die Bundespolizei sollen künftig biometrische Daten aus dem Internet nutzen dürfen. Kritiker warnen vor Bürgerrechtsrisiken,...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Iran-Krieg treibt Ölpreise nach oben: EZB wägt Zinsentscheidung neu ab
13.03.2026

Der Iran-Krieg sorgt für neue Unsicherheit an den Energiemärkten und verändert die Erwartungen an die Zinspolitik der Europäischen...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Europäische Verteidigungstechnik: Deutsches Drohnenunternehmen steigt bei HEVI Optronics ein
12.03.2026

Ein deutsches Drohnenunternehmen steigt beim estnischen Sensorhersteller HEVI Optronics ein und übernimmt eine Mehrheitsbeteiligung....

DWN
Politik
Politik Konflikt im Persischen Golf: Trump ruft zur Nutzung der Straße von Hormus auf
12.03.2026

US-Präsident Donald Trump sieht die USA im Konflikt mit dem Iran militärisch im Vorteil und fordert Ölfirmen auf, die Straße von Hormus...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Autoindustrie in der Krise: Warum 2026 wieder besser werden könnte
12.03.2026

Die Gewinne brechen ein, die Unsicherheit wächst – doch die deutsche Autoindustrie setzt auf eine Wende. Warum Experten ausgerechnet...

DWN
Unternehmen
Unternehmen Zalando: Schließung in Erfurt überschattet starkes Wachstum
12.03.2026

Zalando meldet starkes Wachstum, steigende Umsätze und Fortschritte bei KI. Doch die Schließung des großen Logistikstandorts in Erfurt...