Politik

Schwarz-rotes Finanzpaket: AfD will Sondersitzungen mit Gang vors Verfassungsgericht sprengen - auch Linke erwägt Klage

Die AfD fordert die Absage der geplanten Sondersitzungen des alten Bundestags zur Lockerung der Schuldenbremse und droht mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Aus Sicht der Partei sei dafür der neue Bundestag zuständig. Auch die Linke sowie die parteilose Abgeordnete Joana Cotar erwägen juristische Schritte gegen die Einberufung des alten Parlaments.
07.03.2025 14:59
Aktualisiert: 07.03.2025 14:59
Lesezeit: 1 min

Die AfD fordert die Absage der geplanten Sondersitzungen des alten Bundestags zur Lockerung der Schuldenbremse und droht im Falle einer Durchführung mit einer Klage vor dem Bundesverfassungsgericht. Der stellvertretende Parteivorsitzende Stephan Brandner bestätigte gegenüber der Rheinischen Post entsprechende Pläne. Die Sondersitzungen sind für die kommenden zwei Wochen angesetzt.

Nach Ansicht der AfD ist Bundestagspräsidentin Bärbel Bas (SPD) verpflichtet, den neu gewählten Bundestag einzuberufen, statt den alten tagen zu lassen. „Mit dem amtlichen Endergebnis der Bundestagswahl sind die Voraussetzungen dafür in der kommenden Woche gegeben“, erklärte Brandner. Der alte Bundestag dürfe nur in Notfällen aktiv werden, aber nicht über richtungsweisende Entscheidungen für die Zukunft befinden.

AfD: Alter Bundestag darf nicht über richtungsweisende Entscheidungen für die Zukunft befinden

Brandner kündigte ein Schreiben an Bas an, in dem sie aufgefordert wird, die Sitzungen abzusagen. Sollte sie dem nicht nachkommen, werde die AfD zu Beginn der kommenden Woche ein Verfahren in Karlsruhe einleiten, um die Einberufung des alten Bundestags zu verhindern. „Wir Abgeordnete haben nicht genügend Zeit zur Einarbeitung und zur politischen Willensbildung, um über Grundgesetzänderungen zu entscheiden“, betonte er.

Auch die Linke erwägt juristische Schritte. Der Parlamentarische Geschäftsführer der Fraktion, Christian Görke, erklärte gegenüber der dpa, dass derzeit verschiedene rechtliche Möglichkeiten geprüft würden, um vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen.

Die parteilose Abgeordnete Joana Cotar (ehemals AfD) hat bereits angekündigt, selbst vor das Bundesverfassungsgericht zu ziehen. Sie bestätigte einen entsprechenden Bericht der Bild-Zeitung und kritisierte, dass das alte Parlament „völlig ohne Not“ erneut zusammentreten solle, obwohl der neue Bundestag bereits bereitstehe. Dieses Vorgehen verletze die Rechte der Abgeordneten, da eine angemessene Beratung der Vorschläge nicht gewährleistet sei.

Mehr zum Thema
Bleiben Sie über das Thema dieses Artikels auf dem Laufenden Klicken Sie auf [+], um eine E-Mail zu erhalten, sobald wir einen neuen Artikel mit diesem Tag veröffentlichen
Anzeige
DWN
Technologie
Technologie Verbessern Sie die Lieferketten-Transparenz

Identifizieren, scannen und übermitteln von eindeutigen Komponentendaten

DWN
Politik
Politik Nahost-Krieg: Reisender der Golfregion kommen nicht zurück - Lufthansa-Airbus fliegt leer von Abu Dhabi nach München
02.03.2026

Etwa 30.000 Touristen von deutschen Reiseveranstaltern hängen im Nahen Osten fest. Die Bundesregierung sieht aber in erster Linie nicht...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Chinas Autooffensive in Europa verlangsamt sich: Struktureller Rückzug oder taktische Pause?
02.03.2026

Nach einem Rekordjahr verlieren chinesische Automarken in Europa plötzlich Marktanteile. Handelt es sich um eine Trendwende oder lediglich...

DWN
Politik
Politik Deutsche Umwelthilfe: Verbrenner-Aus 2030? BGH prüft Klimaklagen gegen Autobauer
02.03.2026

Wenn es nach der Deutschen Umwelthilfe geht, müssen BMW und Mercedes-Benz 2030 den Verkauf klimaschädlicher Verbrenner einstellen. Um den...

DWN
Finanzen
Finanzen Erdgas-Preis aktuell: Iran-Krieg lässt Erdgas-Preis nach oben schnellen
02.03.2026

Nach dem Angriff auf den Iran steigt der Erdgaspreis so stark wie lange nicht. Analysten warnen vor weiteren Preissprüngen, sollte der...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft Inflation in Frankreich und Spanien: Unerwarteter Anstieg zwingt EZB harten Wechselkurs aufrechtzuerhalten
02.03.2026

Neue Inflationsdaten aus Frankreich und Spanien sorgen für Unruhe an den Märkten. Muss die Europäische Zentralbank ihre Zinspolitik...

DWN
Wirtschaft
Wirtschaft ADAC: Sprit so teuer wie seit fast zwei Jahren nicht mehr
02.03.2026

Der Irankonflikt macht Öl teuer. Das bekommen auch die deutschen Autofahrer zu spüren. Bisher hält sich die Reaktion an den Zapfsäulen...

DWN
Unternehmen
Unternehmen PCK-Raffinerie GmbH: Treuhandverwaltung für Rosneft Deutschland verlängert
02.03.2026

Die deutschen Töchter des russischen Staatskonzerns Rosneft stehen wegen des Ukraine-Kriegs jetzt unter Kontrolle der Bundesnetzagentur...

DWN
Technologie
Technologie Blackout-Vorsorge: Notstromlösung mit Solaranlagen auf Balkon oder Dach – was dabei wichtig ist
02.03.2026

Ein plötzlicher Blackout kann Haushalte und Unternehmen unvorbereitet treffen. Immer mehr Eigentümer setzen deshalb auf eine...